Die schwierigen Gespräche über eine Regierungsbildung in Italien sind in die nächste Runde gegangen - mit wenig Aussicht auf eine schnelle Lösung. Staatspräsident Sergio Mattarella empfing am Donnerstag zunächst die Sozialdemokraten.
Diese hatten bei der Wahl vor einem Monat eine historische Niederlage eingefahren. Anschliessend waren Treffen mit Silvio Berlusconis Forza Italia, der rechtspopulistischen Lega und der Fünf-Sterne-Protestbewegung angesetzt.
Bei der Wahl am 4. März hatte es keinen klaren Sieger gegeben. Vor allem Lega-Chef Matteo Salvini und Fünf-Sterne-Anführer Luigi Di Maio, deren europakritische Parteien stark dazugewonnen hatten, buhlen um den Posten als Ministerpräsident.
«Die Konsultationen diese Woche sind nur der Anfang eines wohl langen und quälenden Prozesses», erklärte Wolfango Piccoli von der europäischen Denkfabrik Teneo.
Die sozialdemokratische Partei Partito Democratico (PD) könnte zwar theoretisch «Königsmacher» werden und eine andere Partei in einer Regierung unterstützen. Jedoch sprach sich Maurizio Martina, der die Partei nach dem Rücktritt von Matteo Renzi derzeit führt, erneut gegen eine PD-Regierungsbeteiligung aus.
Nun sollten diejenigen das Land regieren, die bei der Wahl die meisten Stimmen bekommen hätten, sagte er nach dem Gespräch beim Präsidenten. (sda/dpa)