Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schwarzfusskatze

Bild: wikimedia commons

Sie muss nie trinken und wohnt in Termitenhügeln: Die Schwarzfusskatze

pascal scherrer



Wir alle kennen sie: grosse Wildkatzen wie Löwen, Tiger oder den Puma. Doch gibt es auf der Welt auch unzählige kleinere Wildkatzen, die nur Wenigen bekannt sind. Eine davon ist die Schwarzfusskatze, eine Katzenart, die ausschliesslich in der Trockenzone des südlichen Afrika vorkommt. Sie ist nicht nur die kleinste afrikanische Katzenart, sondern auch die seltenste.

Wie gross (oder eben klein) wird eine solche Katze?

Die Schwarzfusskatze ist nicht nur die kleinste Katzenart von Afrika, sondern gehört zu den kleinsten Katzenarten überhaupt. Männchen werden ohne Schwanz in etwa 36,7–43,3 Zentimeter gross und sind somit um einiges kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze, die eine Rumpflänge von rund 50 Zentimetern erreicht. Auch der Schwanz der Schwarzfusskatze ist mit einer maximalen Länge von knapp 20 Zentimetern rund fünf bis zehn Zentimeter kürzer als der einer Hauskatze.

Grössenvergleich Katzen (Hauskatze - Schwarzpfotenkatze)

Grössenvergleich der Männchen. bild: watson

Eine männliche Schwarzfusskatze erreicht ein Maximalgewicht von 2,45 Kilogramm, während das einer Hauskatze durchschnittlich bei vier Kilogramm liegt. Weibliche Schwarzfusskatzen sind etwas kleiner und somit auch leichter als die Männchen.

Und welche Merkmale gibt es beim Aussehen?

Um das Aussehen der Schwarzfusskatze zu veranschaulichen hier ein Foto:

Schwarzfusskatze

Schwarzfusskatze (felis nigripes) im Wuppertaler Zoo. bild: wikimedia commons

Entgegen dem Namen hat eine Schwarzfusskatze keine komplett schwarzen Füsse. Lediglich die Ballen an der Unterseite der Pfoten sind schwarz. Die Oberseite des Fusses ist mit hellbräunlichem Fell bedeckt und lässt somit nicht auf den Namen schliessen.

Wo trifft man die Schwarzfusskatze an?

Das Hauptverbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze sind die trockenen Savannen von Südafrika, Namibia und Botswana. Eher selten trifft man die Tiere auch in Simbabwe und im äussersten Süden von Angola an. Zwar mögen sie es trocken, dennoch findet man die Katzen nicht in Wüstenregionen vor, dafür aber in Höhenlagen von bis zu 2000 Meter über Meer.

Verbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze

Das Verbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze. bild: wikipedia/watson

Leider ist auch die Schwarzfusskatze in ihrem Lebensraum immer mehr bedroht. 2002 wurde sie daher von der «Roten Liste gefährdeter Arten» als «gefährdet» eingestuft, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass die Schwarzfusskatze in naher Zukunft aussterben wird. Da diese Katzenart den Leuten kaum bekannt ist, fehlt es leider oft auch an Spendengeldern, die helfen könnten, diese Art zu erhalten. Daher widmet sich bisher auch nur eine Organisation aktiv dem Schutz dieser Tiere.

Wie wird überhaupt ermittelt, ob ein Tier vom Aussterben bedroht ist?

Die Roten Listen der IUCN basieren auf der wissenschaftlichen Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine Tierart in naher Zukunft in der Natur aussterben wird. Hierzu wird eine Kombination verschiedener Faktoren beurteilt, die wichtigsten sind die beobachtete, geschätzte, abgeleitete oder vermutete Abnahme der Populationsgrösse über einen Zeitraum von zehn Jahren oder drei Generationen, die Grösse des Verbreitungsgebietes oder des tatsächlich besiedelten Areals und die geschätzte Grösse der Population.

quelle: wikipedia/IUCN

Wie sieht der Alltag dieser Tiere aus?

Wer jemals eine Schwarzfusskatze in ihrem natürlichen Umfeld zu Gesicht bekommt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Die kleinen Wildkatzen machen es einem nämlich äusserst schwer, sie ausfindig zu machen. 

Schwarzfusskatze in ihrem Versteck.

Verstecken sich bei der leichtesten Störung: Schwarzfusskatzen. bild: wikimedia commons

Nicht nur sind sie äusserst scheu, sie sind auch nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in ihrem Bau. Diesen graben sie in der Regel nicht selber, sondern übernehmen verlassene Bauten von anderen Tieren. Allerdings sind sie Meister darin, bestehende Bauten zu erweitern. Manchmal übernehmen Schwarzfusskatzen sogar verlassene Termitenhügel, was ihnen bei der lokalen Bevölkerung den Namen «Ameisentiger» eingebracht hat.

Termitenhügel

So kann ein Termitenhügel aussehen. bild: wikimedia commons

Schwarzfusskatzen sind durch ihre Anpassung an ihren trockenen Lebensraum nicht darauf angewiesen, Wasser zu trinken. Zwar trinken sie Wasser, wenn es verfügbar ist, aber sie können ihren Wasserbedarf alleine durch ihre Beute abdecken. Diese besteht im Wesentlichen aus kleineren Tieren wie Mäusen oder Vögeln. Mit 250 Gramm Fleisch pro Tag ist ihr Nahrungsbedarf höher als der einer normalen Hauskatze. Auch haben Schwarzfusskatzen keinen grossen Drang zu klettern und bleiben lieber in Bodennähe.

Und wie sieht es mit Nachwuchs aus?

Über die Fortpflanzung von Schwarzfusskatzen ist bisher noch sehr wenig bekannt. Man weiss, dass sie nach einer Tragzeit von 63 bis 68 Tagen etwa zwei bis vier Jungen zur Welt bringen und diese sich schneller entwickeln als Jungtiere von Hauskatzen. Verwunderlich ist das nicht, denn in ihrer rauen Umgebung ist es ein entscheidender Vorteil, wenn Jungtiere sehr schnell erwachsen werden. Um möglichen Fressfeinden zu entgehen, zieht die Schwarzfusskatzenmutter mit ihren Jungtieren etwa alle sechs bis zehn Tage in ein neues Versteck.

Auch jöööö: Nachwuchs bei den Kleinen Pandas

Video: Youtube/ TheMamepanda

Und jetzt kannst du die scheue Katze noch in ihrer ganzen Pracht bestaunen:

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Star-Komponist Ennio Morricone ist tot

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen