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Facebook-Chef bei Anhörung zu Datenskandal im US-Senat



Im Facebook-Datenskandal hat sich Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Dienstag seiner ersten Anhörung im US-Senat gestellt. Der Konzernchef räumte Fehler ein und signalisierte, dass das weltgrösste Online-Netzwerk eine Bezahl-Variante ohne Werbung bekommen könnte.

«Es wird immer eine kostenlose Version von Facebook geben», sagte Zuckerberg am Dienstag auf entsprechende Nachfragen bei einer Anhörung im US-Senat und deutete mit dieser Wortwahl Alternativen an. Er enthüllte zudem, dass Facebook-Mitarbeiter vom Sonderermittler Robert Mueller befragt wurden, der eine mögliche russische Einmischung in den US-Wahlkampf untersucht. Er selbst sei nicht darunter gewesen.

Der Firmengründer räumte zudem Fehler ein und sicherte mehr Datenschutz zu. Facebook habe das Ausmass seiner Verantwortung nicht erkannt, sagte der 33-jährige Zuckerberg, der für den Auftritt Anzug und Krawatte statt des üblichen grauen T-Shirts und Jeans trug. «Das war ein grosser Fehler. Es war mein Fehler», sagte er in einem etwa fünfminütigen Eingangsstatement bei seiner Anhörung durch die Senatsausschüsse für Handel und Justiz.

Seine grösste Priorität sei nach wie vor, die Menschen zu vernetzen - und das werde immer wichtiger sein als die Interessen der Werbekunden, «solange ich Facebook führe», sagte Zuckerberg. «Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert.»

Der Chef des Handelsausschusses im US-Senat, John Thune, betonte zu Beginn der Anhörung zugleich, dass die Zeit für mehr Regulierung statt einseitiger Zusagen der Unternehmen gekommen sein könnte. Er sei sich nicht sicher, dass Nutzer mit vollem Verständnis der Konsequenzen ihre Daten an die Online-Firmen gäben.

Daten abgeschöpft

Facebook steht wegen des Abschöpfens der Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica unter massivem Druck. Die Daten sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump verwendet worden sein. Der Skandal hat Facebook in die schwerste Krise seiner 14-jährigen Geschichte gestürzt. Er wird beiderseits des Atlantik von Aufsichtsbehörden und Parlamenten untersucht.

Sein Unternehmen habe nicht genügend gegen den Missbrauch der von ihm bereitgestellten Instrumente zur Online-Vernetzung getan, räumte Zuckerberg vor den Senatoren ein. Dies gelte für die Verbreitung von Falschnachrichten und Hassrhetorik, ausländische Einmischungen in Wahlen und den Zugriff auf Nutzerdaten.

Der Facebook-Chef betonte jedoch, dass sein Unternehmen inzwischen hart daran arbeite, die Privatinformationen seiner weltweit zwei Milliarden Nutzer künftig besser zu schützen: «Es wird einige Zeit brauchen, um all die Veränderungen abzuarbeiten, die wir vornehmen müssen, aber ich bin dem Ziel verpflichtet, es hinzubekommen», sagte Zuckerberg zu Beginn der Anhörung. Seine vorbereitete Stellungnahme war bereits am Montag vom Kongress verbreitet worden.

Mehr Schutz

Eines der Themen der Senatsanhörung war es, ob die Technologie- und Internetbranche in den USA schärfer reguliert werden muss. «Der Status quo funktioniert nicht mehr», sagte Senator Chuck Grassley. Der Kongress müsse nun entscheiden, ob und wie die Standards zum Schutz der Privatsphäre gestärkt werden müssten. Zuckerberg zeigte sich offen für neue Regulierungen - «wenn es die richtige Regulierung ist», betonte der Konzernchef.

Für Zuckerberg und seinen Konzern stand bei der Anhörung enorm viel auf dem Spiel: Der Datenmissbrauchsskandal berührt den Kern des Geschäftsmodells von Facebook, das auf massiven Datensammlungen über seine Nutzer beruht. Die Daten werden für die gezielte Schaltung von Anzeigen genutzt. (sda/afp/dpa)

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