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Erfolg im Kampf gegen Ebola: Schweizer Forscher entwickeln Impfstoff

31.07.15, 14:21
FILE - In this March 7, 2015 file photo, a health worker, right, cleans a man's arm before injecting him with a Ebola vaccine  in Conakry, Guinea. An experimental vaccine tested on thousands of people in Guinea exposed to Ebola seems to work and might help shut down the ongoing epidemic in West Africa, according to interim results from a study published Friday, July 31, 2015. There is currently no licensed treatment or vaccine for Ebola, which has so far killed more than 11,000 people in West Africa since the world’s biggest outbreak began last year.  (AP Photo/ Youssouf Bah, File)

Bild: Youssouf Bah/AP/KEYSTONE



Im Kampf gegen die Ebola-Seuche in Westafrika haben Forscher in einem Feldversuch einen Impfstoff getestet, der sich als wirksam erwiesen hat. An der von der Weltgesundheitsorganisation WHO organisierten Impfstudie sind auch Schweizer Forscher massgeblich beteiligt.

Zwar sind die Ebola-Fallzahlen in Westafrika seit Jahresbeginn zurückgegangen, doch besiegt ist die Epidemie noch nicht. Einzelne Krankheitsfälle könnten die Seuche, der mittlerweile rund 11'300 Menschen zum Opfer fielen, wieder aufflammen lassen.

«Dies könnte endlich das Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika einleiten»

Aus diesem Grund wurden unter Hochdruck zwei Impfstoffe entwickelt und an Menschen erprobt. Einer der beiden Impfstoffe, genannt «rVSV-Zebov», wurde erstmals in einer Impfstudie im westafrikanischen Guinea getestet.

Die Ergebnisse der Tests zeigten, dass der eingesetzte Impfstoff die weitere Ausbreitung des Ebola-Virus wirksam eindämmen könne, schreibt die Universität Bern in einer Mitteilung vom Freitag. Die Resultate der Feldstudie wurden in den Fachblättern «Lancet» und «British Medical Journal» publiziert.

«Dies könnte endlich das Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika einleiten und auch in Zukunft für die Bekämpfung dieser Krankheit nützlich sein», wird Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern in der Mitteilung zitiert.

Egger ist zusammen mit Sven Trelle sowie weiteren Mitarbeitenden des klinischen Studienzentrums der Universität Bern und des Inselspitals Bern an der Studie beteiligt.

Schutzringe gegen Ebola

Die internationale Forschergruppe identifizierte in einem ersten Schritt Personen, die engen Kontakt zu einer frisch an Ebola erkrankten Person hatten, etwa Angehörige, Mitbewohner oder Krankenpfleger. In einem zweiten Schritt wurden auch indirekt gefährdete Personen ausgemacht, etwa Nachbarn oder Arbeitskollegen.

Diese Kontaktpersonen werden als Ring bezeichnet. Aus diesen Personen wurden diejenigen ausgewählt, die für die Test-Impfung in Frage kamen. Von April bis Juni 2015 konnten die Forscher 90 Ringe bestimmen und untersuchen.

«Wir können also sagen, dass der Impfstoff nach etwa einer Woche zu hundert Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt»

Die Ringe wurden nach dem Zufallsprinzip in Gruppen unterteilt: eine Gruppe wurde sofort geimpft, die andere erst nach einer Wartezeit von 21 Tagen. So lange beträgt die Inkubationszeit des Ebola-Virus.

Die Ergebnisse zeigten nach Angaben der Universität Bern, dass bei den sofort Geimpften nach zehn Tagen keine Ansteckung mehr erfolgte. Bei den später Geimpften traten entweder vor oder bis sechs Tage nach der verzögerten Impfung 16 Ebolafälle auf.

«Wir können also sagen, dass der Impfstoff nach etwa einer Woche zu hundert Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt», wird Trelle in der Mitteilung zitiert.

Innerhalb der Ringe, in denen sich auch nicht Geimpfte befanden, betrug die Schutzwirkung nach Angaben der Universität Bern immer noch rund 76 Prozent und die Ansteckungskette konnte in vielen Fällen unterbrochen werden.

Bisher gibt es noch keine zugelassene Ebola-Impfung. Verschiedene Impfstoffe sind derzeit in unterschiedlichen Testphasen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO auf ihrer Homepage schreibt. (wst/sda)

Die Gesichter der Ebola-Überlebenden

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