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Trump und Conway feiern den Sieg. Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Die Trump-Flüsterin – seit Kellyanne Conway an Bord ist, geht es nur bergauf 

12.11.16, 09:29

Mit Kellyanne Conway kam für Donald Trump der Erfolg. Die Wahlkampfmanagerin und PR-Strategin geleitete den Kandidaten durch die oft selbst verursachten Untiefen des Wahlkampfs.

Donald Trump spricht gern davon, wie viele Menschen er als Unternehmer in seinem Leben schon in Lohn und Brot gebracht hat. An ein Einstellungsgespräch wird sich der künftige US-Präsident besonders gerne erinnern. Am 17. August 2016 holte der damalige Kandidat Trump Kellyanne Conway als Wahlkampfmanagerin in sein Team. Seitdem ging es bergauf.

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Conway, einst zur Blaubeerprinzessin in New Jersey gewählt, wurde zum Gesicht des Trump-Wahlkampfes, omnipräsent auf allen TV-Kanälen, zur Erklärerin, zur Besänftigerin, wenn Trump es wieder einmal übertrieben hatte.

Für die Amerikaner stand vor dem 8. November die Frage: «Wollen wir den Wandel, etwas ganz Neues?». Die Antwort hiess häufig: «Ja, aber nicht mit einem wie Trump.» Die PR-Strategin hat das Image Trumps gedreht - vom unzähmbaren Rebellen zum wählbaren Präsidenten mit Ecken und Kanten. Auf ihr Geheiss hielt er sich an vorbereitete Reden, liess sich in ein Wahlkampfkorsett pressen. Wie ein Rennpferd vor dem Start versuchte er immer wieder einmal auszubrechen. Doch Conway hielt die Zügel fest.

Freundliches Gesicht 

Trump und die blonde Powerfrau aus New York kennen sich lange. Im Vorwahlkampf lehnte sie eine Offerte ab - aus Angst um ihr Image als erfolgreiche Unternehmerin, Anwaltsgattin und vierfache Mutter. Stattdessen hat sie zunächst bei Trumps innerparteilichem Kontrahenten Ted Cruz angeheuert. Als Trump dann nach seinem ersten Wahlkampfmanager Corey Lewandowski auch dessen schmierigen Nachfolger Paul Manafort inmitten eines ernsthaften Umfragetiefs den Laufpass gab, war Conway zur Stelle.

Trumps Amerika

Und wie: Mit dem erzkonservativen Medienstrategen Steve Bannon im Hintergrund wurde die blonde Frau zum freundlichen Gesicht des oft als zornig empfundenen Trump. Conway war überall. Sie füllte mit ihrer Wirbelwindnatur exzellent die Lücken, die Trump aufgerissen hatte. Dabei kam ihr zugute, dass sie Mutter, Ehefrau und gläubige Christin ist. Sie verkörpert das Idealbild der erfolgreichen amerikanischen Frau, wurde von den Medien respektiert und Liebling der Comedyshows, die sie genüsslich aber auffallend sanft parodierten.

Heftig geknallt 

Intern muss es im Trump-Lager dagegen von Beginn an heftig geknallt haben. An einem Punkt soll Trump selbst nicht mehr an den Sinn seines Wahlkampfes geschweige denn an eine Siegchance geglaubt haben. Kellyanne Conway soll es gewesen sein, die Trump zur Ordnung rief. Und als der Kandidat in einem der TV-Duelle mit der nach aussen übermächtig erscheinenden Hillary Clinton die Frage unbeantwortet liess, ob er die Wahl nach einer Niederlage anerkennen werde, konterte Conway am nächsten Morgen Journalistenfragen freundlich aber bestimmt: «Natürlich wird er sie anerkennen, er gewinnt sie ja.»

Die Karikaturisten dieser Welt zu Trumps Wahl

Conway wuchs als Tochter eines Iren und einer Italienerin in New Jersey auf, die meiste Zeit ihrer Jugend ohne Vater, dafür mit Mutter, Oma und zwei Tanten. Alle sehr katholisch. Am Trinity College im Washingtoner Osten absolvierte sie ihr Jurastudium, Abschluss mit summa cum laude.

Hass auf die Clintons entwickelt 

Eigentlich wollte sie Richterin werden, dann entschied sie sich für die PR-Branche, gründete im Alter von 28 Jahren ihre eigene Firma und heiratete ihren Mann George Conway. Der war als Anwalt in New York einst einer der Vertreter von Paula Jones, die Bill Clinton sexueller Übergriffe bezichtigt hatte. Kellyanne soll damals im Hintergrund kräftig mitgemischt und einen Hass auf die Clintons entwickelt haben.

So könnte Trumps Regierungsmannschaft aussehen

Ihr Berufsleben lang hat sie als Meinungsforscherin versucht, das Wahlverhalten von Frauen zu ergründen, vor allem im Auftrag der Republikaner. Hillary Clinton war stets ein rotes Tuch. In den vergangenen Monaten verging kaum ein Interview, in dem sie nicht einen Seitenhieb auf die Frau austeilte, die so gern erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden wollte.

Wie nah sie Trump geworden ist, zeigen zwei Vorfälle, in die jeweils ein Telefon involviert war. Als Trumps Aktivitäten auf Sozialen Netzwerken wieder einmal ausser Kontrolle zu geraten drohten, soll sie ihm kurzerhand das Handy weggenommen haben. Und als Hillary Clinton Trump in der Wahlnacht zum Sieg gratulieren wollte, rief deren Vertraute auf dem Mobiltelefon von Kellyanne Conway an. Schwer vorstellbar, dass Präsident Trump auf die Dienste der streitbaren Blondine verzichten will. Auf Twitter räumte sie bereits ein, einen Job angeboten bekommen zu haben. (sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Hypolaristic 12.11.2016 13:46
    Highlight Die letzte Karikatur hat mir am besten gefallen.
    2 1 Melden
  • koks 12.11.2016 11:58
    Highlight Bezeichnend, dass Watson nie vor der Wahl positiv über Trump oder diese Frau berichtet hat. Passte offenbar nicht zur Propaganda vom "Pussy-Grabscher".
    43 12 Melden
    • E. Edward Grey 12.11.2016 12:52
      Highlight Wenn sie diesen Beitrag als positiv für Conway einstufen stellen sie sich selbst in ein negatives Licht.
      7 18 Melden
  • Maria B. 12.11.2016 11:57
    Highlight Bemerkenswert, dass es ausgerechnet eine Frau ist, die Donald Trump zum souveränen Durchbruch verholfen hat ;-)!

    Genauso, wie dass 57% der US-Wählerinnen für ihn gestimmt und seine teilweise faulen Sprüche nicht überbewertet haben. Wodurch man diesen abgestandenen Genderismus stark relativieren muss.

    Kommt hinzu, dass dem geplagten unteren Mittelstand, der offensichtlich am verarmen ist, die political correctness genauso am Hintern vorbeigeht, wie vielen WählerInnen in Deutschland und Österreich, wo man legitime Ansprüche vieler Menschen nicht ernst nehmen will, bis Korrekturen erfolgen.
    42 7 Melden
  • Mooogadelic 12.11.2016 11:37
    Highlight Hier ein aufschlussreiches Interview mit ihr bei Bill Mahers Realtime:
    8 2 Melden
  • Therealmonti 12.11.2016 11:17
    Highlight Nicht Conway oder sonst wer hat Trump zum Präsidenten-Amt verholfen. Clinton und ihr Team haben es glorios selber verbockt. Nicht zuletzt dank gütiger Hilfe von FBI-Direktor James Comey Jr.
    21 35 Melden
  • Gelöschter Benutzer 12.11.2016 10:42
    Highlight Dass Trumps so eine wichtige Position mit einer Frau besetzt, spricht deutlich dafür, dass das Geschlecht beinder Besetzung von Stellen selbst für Trump keine Rollen zu spielen scheint. Wir sollten die Genderdebatte hinterfragen.
    46 13 Melden
    • Macke 12.11.2016 11:57
      Highlight Die Genderdebatte dreht sich nicht darum, überall gleich viele Frauen wie Männer zu haben. Trump kann eine Frau einstellen und Frauen trotzdem sexuell belästigen und ein Sexist sein. Deutschland kann eine Bundeskanzlerin haben und trotzdem erhalten Frauen in Deutschland die "Pille danach" nur mit einem ärztlichen Rezept. Das eine bedingt nicht das andere.
      17 22 Melden
    • DerWeise 12.11.2016 12:31
      Highlight Wenn jeder Typ, der jemals im privaten Rahmen nen doofen Spruch fallen gelassen hat (das wären wohl so 95%) haben wir hier im Lande sehr viele Belästiger ;)

      Mir ist egal, was einer im privaten Rahmen sagt, wenn seine Taten offenbar eine andere Sprache sprechen.

      I Miss Bernie
      15 3 Melden
    • Crecas 12.11.2016 13:37
      Highlight Seine Taten sprechen eine andere Sprache? Sicher?

      Mittlerweile 15 Frauen beklagen sexuelle Übergriffe von Trump.
      7 4 Melden
    • Macke 12.11.2016 13:39
      Highlight @Der Weise: Es gibt Frauen, bei denen Trump seinen Worten auch Taten folgen liess und sie begrapschte. Ich finde Trumps "Lockerroom Talk" respektlos und niveaulos, könnte damit aber noch leben. Nur wird gegen Trump auch im Falle einer Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens ermittelt. Er ist also nicht einer der 95% aller Typen.
      4 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.11.2016 17:52
      Highlight Wenn jemand jemanden sexuell Belästigt, kann eine sexistische Einstellung der Grund sein. Viel eher aber hat diese Person aber generell und geschlechterunabhängig wenig Respekt vor den Bedürfnissen anderer Personen und nimmt sich was sie kann. Dass das so häufig mit Sexismus gleichgesetzt wird spricht Bände.

      Analogie gefällig? Wenn ein Schwarzer einen Weissen ausraubt (oder umgekehrt), könnte man als Grund Rassismus vermuten, wahrscheinlicher aber fühlt er sich einfach dazu in der Lage und stellt sein Bedürfnis über das des anderen (unabhängig der Rasse).
      5 0 Melden
    • Crecas 13.11.2016 12:39
      Highlight Welches Label man diesem Verhalten gibt, wie man es benennt oder was der Grund dafür ist, ist mir eigentlich egal. Es ist einfach widerliches, schlimmes, gar kriminelles Verhalten. Niemandem und schon gar nicht einem US Präsidenten angemessen.
      1 0 Melden
  • StefanZaugg 12.11.2016 09:55
    Highlight Erstaunlich sanft sind auch die Töne von Watson gegenüber Trump, seit er gewählt wurde.
    Eine etwas nüchterne und objektivere Betrachtungsweise hätte den Medien auch vorher schon gut getan.
    57 14 Melden
    • Crecas 13.11.2016 12:41
      Highlight Ich denke die Berichterstattung war sehr nüchtern und objektiv. Es gab ja nur ca. 50 Artikel gegen Trump, eigentlich hätte es aber genügend Stoff für 500 Artikel gegeben.
      1 1 Melden

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