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Russland und Türkei einigen sich offenbar auf Waffenruhe in Syrien ab Mitternacht



Die Türkei und Russland haben sich nach einem Bericht der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu auf den Vorschlag einer generellen Waffenruhe in Syrien geeinigt.

Der Vorschlag solle den Konfliktparteien des Bürgerkriegslandes unterbreitet werden, meldete Anadolu am Mittwoch. Angestrebt werde, dass die Waffenruhe bereits in der Nacht zum Donnerstag um Mitternacht (Ortszeit) im ganzen Land in Kraft trete. «Terrororganisationen» würden aber ausgenommen, meldete Anadolu am Mittwoch.

Im Januar wollen Russland und die Türkei im kasachischen Astana zwischen Vertretern der syrischen Opposition und der syrischen Regierung vermitteln. Auch dabei sollen nach türkischen Angaben Terrorgruppen ausgeschlossen werden. Die Türkei unterstützt die Opposition, Russland dagegen die Regierung von Baschar al-Assad.

Die Aussenminister der Türkei, Russlands und des Iran hatten sich in der vergangenen Woche in Moskau getroffen. Sie hatten anschliessend erklärt, ihre Länder stünden als Garantiemächte für ein Friedensabkommen zwischen syrischer Regierung und Opposition bereit. Nach einer monatelangen Krise haben sich die Türkei und Russland in den vergangenen Monaten wieder deutlich angenähert.

Türkische Truppen liefern sich seit Tagen bei einer Offensive zur Eroberung der nordsyrischen Stadt al-Bab heftige Gefechte mit der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS»). Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstagabend die mangelnde Unterstützung der US-geführten Koalition gegen den «IS» beklagt. Er warf dem Bündnis sogar Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien vor.

22 Tote bei Luftangriffen

Bei Luftangriffen im Osten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 22 Zivilisten getötet worden. Unter den Toten in einem vom «IS» kontrollierten Dorf in der Provinz Deir Essor seien auch zehn Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Die Angriffe trafen zwei Familien im Dorf Hodschna. Es sei unklar, von wem die Angriffe geflogen worden seien.

Die ölreiche Provinz Deir Essor an der Grenze zum Irak wird zu grossen Teilen vom «IS» kontrolliert. Die syrischen Regierungstruppen kontrollieren lediglich die Provinzhauptstadt gleichen Namens. Die US-geführte Koalition fliegt in der Provinz regelmässig Angriffe auf die Dschihadisten. Ausserdem fliegen die syrische, russische und türkische Luftwaffe in Syrien Angriffe auf den «IS». (sda/dpa/afp)

Aleppo ist ein Trümmerfeld

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 28.12.2016 10:33
    Highlight Highlight Erdogan wirft den US-Streitkräften mangelhafte Unterstützung im Kampf gegen den IS vor.
    Diesen Satz muss man mal eine Zeit lang einfach so stehen und auf sich wirken lassen.
    Gleichzeitig wurde der Chefredaktor der Zeitung Cumhuryet, die die geheime Unterstützung des IS durch die Türkei mit Waffenlieferungen und Ölhandel aufgedeckt und dokumentiert hatte, als Kollaborateur mit Terroristen verhaftet und wurde seine Zeitung geschlossen!
    Was immer auch Erdogan und Putin aushandeln werden:
    Für "uns", die wir die Werte von Demokratie und Rechtsstaat hochhalten, wird nichts Gutes dabei rausschauen...
    • Datsyuk * 28.12.2016 12:25
      Highlight Highlight Rodolofo, es ist ja jahrelang nichts passiert. Russland hat mit dem Eingreifen Fakten geschaffen.
    • rodolofo 28.12.2016 13:52
      Highlight Highlight Mit "uns" meine ich auch diejenigen Syrischen Familien, die unter den dort wütenden Faschos Alewitischer-, Sunnitischer-, Schiitischer-, Orthodoxer-, Islamistischer-, oder was weiss ich was extrem leiden müssen, jene die damals im "Arabischen Frühling" all ihren Mut zusammennahmen und sich getrauten, Würde zu zeigen!
      Diese Leute gehören leider zu denjenigen, die zwischen den Fronten zerquetscht werden, wie zwischen Hammer und Amboss!
      Doch diese Leute sind die Zukunft von Syrien!
      Ihnen gilt unsere Solidarität und unser Mitgefühl!
      Habe fertig.

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