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Luftaufnahme Franz-Josef-Land, August 2011

Luftaufnahme des Franz-Josef-Land: In dieser Region befindet sich die neue russische Basis.
Bild: Wikipedia

Putin festigt seine Ansprüche in der Arktis: Militärbasis für 150 Soldaten fast fertig

21.10.15, 02:01


Russland hat in der Arktis eine Militärbasis gebaut, in der nach Angaben der Regierung 150 Soldaten eineinhalb Jahre lang autonom leben können. Das Verteidigungsministerium gab am Dienstag in Moskau bekannt, dass der Komplex auf der Insel Alexandraland auf dem Archipel Franz-Josef-Land zu 97 Prozent fertiggestellt sei.

Die «Arktisches Kleeblatt» getaufte Militärbasis wurde mit den russischen Farben rot, weiss und blau versehen und ist 14'000 Quadratmeter gross.

Russland baut seine militärische Präsenz in der Arktis derzeit aus. Dies ist Folge einer erneuerten Militärdoktrin, in der die Region als von höchster Priorität eingestuft wurde. Hintergrund sind die reichen Rohstoffvorkommen dort und die strategische Position. Eine ähnliche Militärbasis hatte Russland bereits südlicher auf der Insel Kotelny gebaut.

Fast 5 Milliarden Tonnen Brennstoff

Erst im August hatte Moskau in einem Schreiben an die UNO seinen Anspruch auf rohstoffreiche Gebiete rund um den Nordpol untermauert. Dabei forderte Russland die Hoheitsrechte über eine Fläche von 1.2 Millionen Quadratkilometern in der Arktis.

FILE - In this Thursday, Aug. 2, 2007 file made available by the Association of Russian Polar Explorers on Wednesday, Aug. 8, 2007, photo a titanium capsule with the Russian flag is seen seconds after it was planted by the Mir-1 mini submarine on the Arctic Ocean seabed under the North Pole during a record dive. Russia says it has submitted its bid for vast territories in the Arctic to the United Nations. The Foreign Ministry said Tuesday, Aug. 4, 2015, that Russia is claiming 1.2 million square kilometers (over 463,000 square miles) of Artic sea shelf.  (AP Photo/Association of Russian Polar Explorers, file)

Unvergessen: Zur demonstrativen Untermauerung seiner Ansprüche pflanzte Russland 2007 per U-Boot eine Flagge am Nordpol.
Bild: AP/RUSSIAN POLAR EXPLORERS

Das von Russland beanspruchte Gebiet umfasst auch den Nordpol und würde Moskau nach eigenen Angaben den Zugang zu 4.9 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoffe verschaffen.

Wegen der in der Arktis vermuteten Öl- und Gasvorkommen melden auch die vier anderen Anrainerstaaten der Arktis - die USA, Dänemark, Norwegen und Kanada - Gebietsansprüche in der entlegenen Region an. Das voranschreitende Abschmelzen des Packeises macht die Region auch für den Frachtverkehr zwischen Atlantik und Pazifik zunehmend attraktiv. (trs/sda/afp)

Vom Ende der Ewigkeit - Eine Reise durch bedrohte Polarwelten

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