Schweiz

Broschüre der Initiativgegner. Bild: KEYSTONE

Zu viele Profiteure im Gesundheitswesen

Deshalb hat die Einheitskasse keine Chance

Die Einheitskrankenkasse dürfte abgelehnt werden, obwohl es gute Gründe dafür gibt. Im Gesundheitswesen haben es Reformen schwer, denn zu viele profitieren vom Ist-Zustand. 

16.09.14, 16:28 17.09.14, 12:57

Die Volksinitiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» hat ganz schlechte Karten. In der ersten SRG-Umfrage sprachen sich 51 Prozent gegen und nur 40 Prozent für das Volksbegehren aus, über das am 28. September abgestimmt wird. Die zweite Umfrage, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht werden, dürfte diesen Trend verstärken.

Das Nein ist programmiert. Dabei haben die Initianten vieles richtig gemacht, anders als bei der ersten Einheitskassen-Vorlage, die 2007 mit 71,2 Prozent Nein massiv verworfen wurde. Ihr Komitee ist breit abgestützt. Sie widerstanden der Versuchung, einkommensabhängige Krankenkassenprämien zu fordern. Und sie wollen weiterhin kantonal unterschiedliche Prämien ermöglichen, was den skeptischen Deutschschweizern entgegenkommen soll.

Der «Wettbewerb» unter den Krankenkassen führt zu Fehlentwicklungen. Bild: KEYSTONE

Für die Vorlage sprechen auch Fehlentwicklungen im heutigen System mit mehr als 60 privaten Krankenkassen. Die Jagd auf junge, gesunde Prämienzahler wird zwar durch den vom Parlament mehrfach verschärften Risikoausgleich zunehmend unattraktiv. Doch immer noch versuchen zahlreiche Kassen, «schlechte» Risiken wegzuekeln. Sie bieten etwa keine Offerte an, wenn man auf dem Vergleichsdienst Comparis die tiefste Franchise von 300 Franken wählt. Kunden mit tiefer Franchise stehen unter Verdacht, hohe Kosten zu verursachen.

Wenn die Branche immer stärker reguliert wird, stellt sich die Frage, warum es den «Pseudo-Wettbewerb» unter den Krankenkassen braucht.

Andere Beispiele hat der frühere Ärztepräsident Jacques de Haller im watson-Interview erwähnt: Reine Online-Kassen, die auf Anträge von älteren Menschen gar nicht reagieren in der Hoffnung, diese so abzuwimmeln. Oder jene Kassen, die von ihren Kunden verlangen, Medikamente selber zu bezahlen, bevor sie eine Rückvergütung erhalten. Wer an einer chronischen oder sehr seltenen Krankheit leidet, kann dadurch in existenzielle Bedrängnis geraten. Die Absicht ist klar: Solche «Kostenverursacher» sollen zum Kassenwechsel gedrängt werden.

Nationalrat für verschärfte Aufsicht

Derartige Praktiken verstossen zumindest im Geiste gegen die gesetzliche Aufnahmepflicht bei der Grundversicherung. Es ist absehbar, dass die Politik Massnahmen ergreifen wird. Letzte Woche hat der Nationalrat einem Gesetz zugestimmt, das die Aufsicht über die Krankenversicherer verschärft. Mit dem erklärten Ziel, der Einheitskrankenkasse den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Wenn aber die Branche immer stärker reguliert wird, stellt sich die Frage, warum es den «Pseudo-Wettbewerb» unter den Krankenkassen überhaupt braucht. Die «Berner Zeitung» spricht von einem «schlechten Witz» und ist deshalb für die Einheitskasse.

Die Prämienzahler wollen in erster Linie eine optimale medizinische Versorgung. Bild: KEYSTONE

Es gäbe also gute Gründe für ein Ja am 28. September. Trotzdem dürfte die Einheitskasse klar scheitern. Der Grund ist einfach: Zu viele profitieren vom heutigen System, auch der Prämienzahler/Patient/Stimmbürger. Ihn interessiert nur eines: Eine optimale medizinische Versorgung. Was diese gefährden könnte, stösst auf Ablehnung, vor allem in der Deutschschweiz, wo die Prämienlast (noch) erträglich ist.

Die «Prämienexplosion» lässt sich nicht stoppen. Nicht so lange wir immer älter werden und lange gesund bleiben wollen. 

Verantwortlich dafür ist das Krankenversicherungsgesetz (KVG) von 1996, die letzte Gesundheitsreform, die vor dem Volk Gnade fand. Es brachte zwei wesentliche Neuerungen: Das Versicherungsobligatorium, das schwierige Solidaritätsdebatten unterbindet, etwa wer für die Kosten aufkommen soll, wenn eine nicht versicherte Person schwer erkrankt oder verunfallt. Und zum anderen die Prämienverbilligungen, die eine optimale medizinische Versorgung für die meisten Menschen erschwinglich bleiben lässt.

Der «Aufschrei» bei einem starken Prämienanstieg ist deshalb in erster Linie ein Medientheater. Der Prämienzahler/Patient/Stimmbürger macht vielleicht die Faust im Sack, zahlt aber brav weiter. Oder er wechselt zu günstigeren Versicherungsvarianten wie Hausarztmodell oder Managed Care. Kein Problem, solange dies freiwillig erfolgt. Staatlicher Zwang dagegen stösst auf Widerstand, siehe die Managed-Care-Vorlage, die vor zwei Jahren mit 76 Prozent Nein versenkt wurde.

Killerargument «Wahlfreiheit»

Diese Abstimmung hat viele ernüchtert, die auf Reformen im Gesundheitswesen hoffen. «Die Gesundheitspolitik steht vor einem Scherbenhaufen», kommentierte die FDP den Entscheid. Denn auch für Managed Care sprachen viele gute Gründe, es war ein in weiten Teilen vernünftiges Reformpaket. Doch die Ärzteschaft bodigte es mit dem Killerargument «Wahlfreiheit». Dieses wird nun auch gegen die Einheitskasse ins Feld geführt, wohl erneut mit Erfolg.

In einem zentralen Punkt kann sie die Versprechen der Initianten ohnehin nicht erfüllen: Die «Prämienexplosion» lässt sich nicht stoppen. Nicht so lange wir immer älter werden und lange gesund bleiben wollen. Und deswegen die bestmögliche Behandlung beanspruchen. So lange dies gewährleistet ist und die Kosten erträglich bleiben, so lange soll sich nichts ändern.

Umfrage

Sind Sie für die Einheitskrankenkasse?

  • Abstimmen

552 Votes zu: Sind Sie für die Einheitskrankenkasse?

  • 66%Ja, so wie bis jetzt kann es nicht weitergehen.
  • 21%Nein, das kommt nicht gut heraus.
  • 12%Anders als jetzt ist ja okay, aber nicht so.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Franz83 18.09.2014 10:27
    Highlight wer hat die Fallpauschale gewollt und hat gesagt die Prämien werden günstiger?! Das Gegenteil ist passiert! Sie hier: http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz-sda/Fallpauschale-verursacht-hoehere-Gesundheitskosten;art253650,3839635

    Also die Einheitskasse bringt mir nichts! Im Gegenteil, ich müsste dann ein normales Modell wählen und mehr bezahlen. Für was? Nur weil die kranken finden, dass Sie zuviel bezahlen! Ja hoffentlich auch! Man bezahlt schon für viele andere Leute! Jeder sollte das bezahlen was er verursacht! Ich kann auch nichts dafür das ich gesund und ein anderer krank ist.
    3 8 Melden
    • Michel@sith 19.09.2014 12:16
      Highlight Wow assozialer geht es fast nicht mehr. Solidarität ist wohl in Deinem Wortschatz nicht vorhanden? Ausserdem sollte die Fallpauschale nur die Preis entwicklung bremsen.
      4 2 Melden
  • Kopold 17.09.2014 14:16
    Highlight Solange die Prämien nicht ans Einkommen gebunden sind, wirds eh nicht gut.
    Und kommt mir nicht mit den Verbilligungen, das ist eine schikanierende Alibiübung. Und wenn dein Steueramt mal länger hat mit dem bearbeiten (oder deine Steuererklärung verliert), bist Du bankrott bis die das wieder gelöst haben.
    Sozialer Staat my ass.
    4 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 17.09.2014 19:43
      Highlight Also Steuer statt Versicherung?
      0 0 Melden
  • Toerpe Zwerg 17.09.2014 10:17
    Highlight Öffentliche Verwaltungen sind sicher nicht dafür bekannt, dass sie besonders effizient und kostengünstig arbeiten und auch selten dafür, dass sie durch besondere Kundenorientierung brillieren. Es mag auf den ersten Blick verlockend und logisch klingen, dass eine Einheitskasse effizienter wäre - würde sich aber in der Realität sehr rasch ins Gegenteil verkehren. Ebenso sind die Verwaltungskosten erstens im Verhältnis zu den Leistungen sehr klein und zweitens auch keineswegs ein Treiber für die steigenden Gesundheitskosten - hier lässt sich die Kostensteigerung sicher nicht bekämpfen. Würde man die Kostensteigerung im Gesundheitswesen dämpfen wollen, müsste man auf der Leistungsseite ansetzen und einerseits den Vertragszwang aufheben und die Leistungserbringer (Spitäler, Ärzte) und die Leistungsempfänger zu Kostenbewusstsein zwingen, bzw. die entsprechenden Anreize setzen.
    1 5 Melden
    • Doctor Unrath 17.09.2014 15:37
      Highlight Ach, ich weiss nicht... Die Leistungserbringer sparen am Schluss doch bloss wieder bei dem Personal, das am meisten "Kundenkontakt" hat, nämlich den Pflegenden und dem Putzpersonal.
      Leider werden wir immer älter und damit medizinisch abhängig. Das ist sicher der allergrösste Kostentreiber.
      Sinnvoll wäre es meines Erachtens, wenn wir wieder mehr "Grossmutterwissen" pflegen würden und nicht wegen jedem Schnupfen zum Arzt rennen. Uns mehr Zeit fürs Gesunden geben und mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Damit könnte man schon eine Menge erreichen.
      3 0 Melden
  • MediaEye 17.09.2014 10:09
    Highlight Es geht hier nicht um eine Einheitskasse, sondern um eine öffentliche Krankenkasse in der Grundversicherung !!!

    Und diese Initiative hat durchaus eine Chance (siehe Umfrage hier, z.Zt. über 65%) wenn denn folgende Bedingungen erfüllt werden;
    1. Abschaffung der Prämiensparmodelle, denn dies ist ungerecht und
    spart gleich rund 10 bis 15% der Prämienhöhe ein
    2. Abschaffung der Wahlfranchisen, diese sind ebenfalls asozial und
    verstossen gegen das Gleichheitsgebot
    3. Der Einkauf von Leistungen bei Pharma und Hilfsmittellieferanten
    wird massiv billiger, da mehr Marktmacht (8 Mio. Versicherte)
    5 5 Melden
    • Alnothur 19.09.2014 21:32
      Highlight Ahso, Wahlfranchisen und Prämiensparmodelle sind also asozial? Da würde ich gerne mal hören, wie man auf sowas kommt.
      Und dass die Krankenkassen bei der Pharmaindustrie direkt einkaufen - wie kommt man DARAUF?
      0 1 Melden
  • Michael Mettler 16.09.2014 22:30
    Highlight Kennen Sie ein staatliches Unternehmen das kundenorientiert funktioniert?
    11 9 Melden
    • phreko 16.09.2014 23:48
      Highlight SUVA!
      5 1 Melden
    • Bonifatius 17.09.2014 07:58
      Highlight Post? SBB? Swisscom? RUAG? SUVA?
      3 1 Melden
    • Doctor Unrath 17.09.2014 15:25
      Highlight Vor vier Jahren bauten wir ein Häuschen. Probleme gab es nicht mit den Gemeindebehörden, auch nicht mit den Kantonsbehörden. Alle Ämter arbeiteten kundennah, behandelten uns freundlich und zügig.
      Schwierigkeiten gab es nur mit privaten Versicherungen, die Änderungen und Wechsel auch nach zwei eingeschriebenen Briefen noch nicht auf die Reihe brachten und nicht nachvollziehbare Selbstbehalte verfügten, ohne vorherige Kundeninformation oder Fallnachfrage.
      5 1 Melden
  • Doctor Unrath 16.09.2014 22:04
    Highlight Mit einer Einheitskasse lohnen sich die lästigen Werbetelefonanrufe (vom Anrufer gerne auch "Beratung" genannt) nicht mehr. Auch nicht bei den Zusatzversicherungen... Das allein ist schon ein guter Grund, ein JA in die Urne zu legen...
    14 2 Melden
    • Michael Mettler 16.09.2014 22:17
      Highlight Dann werden sich diese Anrufe verschärfen weil die Provisionen kleiner werden und daher die Berater aggressiver. Mit den Zusätzen können Sie die 30 fache Provision verdienen als mit einem KVG...
      3 5 Melden
  • kuhrix 16.09.2014 21:19
    Highlight In den Medien liest man immer die Initiative hätte keine Chancen. Liest man aber die Kommentare ist eine Mehrheit dafür. Was soll man glauben? Mein Ja ist jedenfalls schon im Briefkasten. Mit diesen Umfragen will man doch nur die Bürger beeinflussen. Oder wie war das mit der Umfrage zur stimmfaulen Jugend?
    13 3 Melden
    • amade.ch 16.09.2014 21:38
      Highlight Es ist relativ simpel: Die Kommentarschreiber sind schlicht nicht repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung. In diesem Fall: Leider.
      13 1 Melden
    • Romeo 17.09.2014 12:19
      Highlight Die Schotten diskutieren, dass sie der Wahlprozedur nicht mehr Vertrauen und sensibilisieren die Wähler. Nur so als Denkanstoss.
      1 0 Melden
    • amade.ch 17.09.2014 13:27
      Highlight Was genau möchtest Du mit Deinem Denkanstoss sagen?
      1 1 Melden
  • philgrum 16.09.2014 20:12
    Highlight Die Schweizer bezahlen gerne zu viel für die Krankenkasse, wenn sie dafür bestimmen dürfen, welche Verwaltung sie damit unterstützen.
    11 4 Melden
  • sewi 16.09.2014 19:44
    Highlight Schade. Wenn man die Kommentarspalten der online Medien liest bekommt man den Eindruck die Vorlage hätte eine Chance. Mich würde es reizen, den Systemwechsel zu wagen. Lernen wir aber aus den Fehlern anderer Länder( D, besserverdienende müssen nicht mitmachen) . Offenbar wird die Vorlage abgelehnt weil die Mehrheit des Volkes den Linken rein gar nichts zutraut.
    13 4 Melden
    • Romeo 16.09.2014 20:25
      Highlight Wir sind es aber nicht. Wir sind nun mal keine Deutsche. Ich vergleiche mich nie mit anderen. Meine eigene Identität ist mir wichtig.
      0 9 Melden
    • Oberon 16.09.2014 20:54
      Highlight @Romeo
      Trotzdem ist die zunehmende Abnahme des Vertrauens an unsere Regierung ausschlaggebend.

      Obwohl die Regierung bei der Umsetzung der aktuell angenommenen Initiativen immer noch die Möglichkeit haben dieses wieder zurück zu gewinnen.

      Wir werden sehen was passiert.
      8 0 Melden
    • Romeo 16.09.2014 21:12
      Highlight Ja. Oberon. Das Stelle ich nicht in Abrede. Ich bin meistens auf ihrer Frequenz.
      0 0 Melden
    • Romeo 17.09.2014 12:21
      Highlight Oberon. Schauen sie den Haufen dislikes oben in meinem Post. Also ich mache mir sehr viele Gedanken. Wer kann denn schon ohne Identität als Mensch existieren. Das leite ich davon ab. Gruss.
      3 0 Melden
    • Franz83 18.09.2014 10:33
      Highlight genau! wir trauen den linken nichts zu! sie können auch nichts! Sie sagen immer sie sind für das Volk, dabei muss wegen den linken das Volk immer mehr bezahlen.

      warum sind die Prämien höher geworden? Siehe hier: http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz-sda/Fallpauschale-verursacht-hoehere-Gesundheitskosten;art253650,3839635

      1 1 Melden
  • KnechtRuprecht 16.09.2014 18:52
    Highlight Wenn nur schon die Kostenfaktoren "Werbung und Bürokratie" etwas behoben werden, was sicher 1/3 der KK Kosten ausmacht, hat sich ein "JA" gelohnt. Siehe das Erfolgsmodell Suva.
    13 3 Melden
    • Charlie Brown 17.09.2014 06:41
      Highlight Leider nein. Erstens sind es nicht 1/3 der Kosten und zweitens sind staatliche Organisationen nicht per se dafür bekannt, effizienter und schlanker als privatwirtschaftliche zu funktionieren.
      1 2 Melden
    • zwergLI 17.09.2014 09:49
      Highlight und genau die sind es mit denen man um jeden rappen streiten muss, wen man eine ausergewönliche Krankheit hat und nicht die Private Versicherung
      2 3 Melden
  • Matthias Studer 16.09.2014 18:06
    Highlight Wenn das wirklich stimmt, dass die Versicherungen mit der Grundversicherung kein Gewinn machen dürfen, so stellt sich für mich die Frage, warum die Jagd auf gesunde Menschen?
    16 1 Melden
    • Romeo 16.09.2014 18:34
      Highlight Wow, ein Mitdenker :)
      8 2 Melden
    • Peter 17.09.2014 09:30
      Highlight Gewinne machen die Kassen mit den teuren Zusatzversicherungen. Darauf sind sie scharf. Junge, gesunde Leute zahlen, verursachen aber keine Kosten.
      2 1 Melden
    • Matthias Studer 17.09.2014 11:49
      Highlight @Peter Kranke bekommen schon gar keine Zusatzversicherung.
      2 0 Melden
  • Peter Segmüller 16.09.2014 17:52
    Highlight Pseudo-Wahlfreiheit

    Für mich, der auf pünktliche Bezahlung von Spitex und Therapie angewesen ist, gibt es die Wahlfreiheit nicht wirklich. Als ich nach meiner Ausbildung in den Schulungs- und Wonheimen Rossfeld in eine eigene Wohnung gezogen bin, musste ich 1 Jahr warten, bis die Krankenkasse die Spitexrechnungen bezahlte. Zuvor bekam ich in einem Brief mitgeteilt, dass es für sie wirtschaftlicher wäre, wenn ich in einem Heim leben würde. Inzwischen werden die Rechnungen umstandslos, aber einen Krankenkassenwechsel getraue ich mich nicht vorzunehmen, trotz hoher Prämie.
    8 1 Melden
    • Romeo 16.09.2014 20:55
      Highlight Danke für diesen Bericht, Herr Segmüller.. Immer interessant aus erster Quelle zu erfahren, wie der "Puls" bei anderen so schlägt :)
      4 0 Melden
  • klugundweise 16.09.2014 17:50
    Highlight Gleiche Leistungen, gleicher Preis, Risiken werden ausgeglichen, Gewinne sind nicht erlaubt. Warum um Himmels Willen braucht es dazu 61 Kassen.
    22 1 Melden
    • Romeo 16.09.2014 20:28
      Highlight Irgendwie wollen die uns veräppeln. Unsere "Elite" glaubt wir seien dumm. Nein, sind wir nicht!
      7 1 Melden
  • Christian Denzler 16.09.2014 17:17
    Highlight Bei der öffentlichen KK würden Anreize neu gesetzt. Eine öffentliche Kasse hat interesse daran effizient und kundenorientiert zu arbeiten. Kranke Menschen können nicht mehr einfach «abgeschoben» werden. Dadurch profitiert die Kasse von schnellen Genesungen und kümmert sich um hohe Risiken. Ärzte hätten einen Partner und weniger Bürokratie sprich mehr Zeit für Patienten.

    Die öffentliche KK wird auch durch lokale Agenturen Vertreten sein und ist föderalistisch aufgebaut. Von staatlicher Einheitskasse keine Spur. Freie Arztwahl ist möglich wie auch unterschiedliche Modelle.

    Die bestehenden Kassen würden entschlakt und könnten sich auf die Zusatzversicherungen konzentrieren. Da wird ja das Geld gemacht.
    20 5 Melden
    • Romeo 16.09.2014 20:58
      Highlight Deshalb hab ich JA gestimmt. Es ist auch vom Sozialgefühl her anders. Besser, so denke ich. Nicht mehr jeder kocht sein "Süppli".
      8 2 Melden
  • Romeo 16.09.2014 17:12
    Highlight Gib es eine Überraschung ? Wer weiss. Kann jemand mal bitte Mike Shiva dazu befragen ?
    8 3 Melden
  • Too Scoop 16.09.2014 16:43
    Highlight Das System der "Grossen" ist unfair und ausbeuterisch. Jemand mit einer chronischen Erkrankung hats schwer günstigere Angebote in Anspruch zu nehmen und bleibt bei seiner vielleicht noch teuren Krankenkasse sitzen. Junge Menschen werden abgeworben und als Geldzahler ausgesaugt. Gesund und munter muss man sein, dann hat man die Wahl. Kranke und Alte werden möglichst gemieden. Ist dies der demokratisch, soziale Teil der Schweiz? Macht es für alle gleich oder bestimmt öffentliche Zahlungskategorien und vernachlässigt die, die Unterstützung benötigen
    17 2 Melden
  • Der Tom 16.09.2014 16:38
    Highlight Die Grundversicherung ist obligatorisch und muss in form einer Einheitskasse vom Staat und seinen Bürgern kontrolliert werden. Alles andere ist völlig absurd!
    26 4 Melden
    • Swissbite 16.09.2014 17:02
      Highlight Die Idee der Einheitskasse mag am anfang beeindruchen. Hingegen müssten die Kosten in anderer Form gesenkt werden: Nicht mehr jeden "Gugus" in die Grundversicherung hineinschieben. Darin versagen zur Zeit die Parlamentarier und eine Einheitskrankenkasse würde diesen Trend sogar noch fördern. (sind ja alle drinn, sollen doch alle haben, zahlen ja alle ein wenig, darum wird es ja nicht ganz so teuer....)
      Zudem müsste die Politik entlich Parallelimporte aktzeptieren.
      8 14 Melden
    • Der Tom 16.09.2014 18:04
      Highlight @Swissbite Man muss gar nicht so viel schreiben. Die Grundversicherung ist obligatorisch und kann somit unmöglich von privaten Firmen angeboten werden.
      11 5 Melden
    • Romeo 16.09.2014 20:31
      Highlight Ganz deiner Meinung Tom.
      5 2 Melden

Von wegen Käse, Schokolade und Uhren: Die Schweiz ist Vizeweltmeister im Waffenhandel

Laut einer neuen US-Studie liefert pro Kopf kaum ein Land mehr Waffen an Entwicklungsländer als wir Schweizer.

Die Schweiz ist ein Top-Exportland. Nicht nur bei Waren wie Käse, Schokolade und Uhren. Sondern auch bei Waffen. Vor allem bei Waffen an Entwicklungsländer.

Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des US-amerikanischen Congressional Research Service (CRS). Demnach war die Schweiz 2015 der weltweit siebentgrösste Rüstungslieferant an Entwicklungsländer: Sie lieferte Rüstungsgüter im Wert von 700 Millionen Dollar an sogenannte «developing nations».

Pro Kopf umgerechnet, belegt die neutrale Schweiz …

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