Schweiz
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Thomas Fuchs, member of the Swiss People's Party (SVP) wears a hat with the party emblem at a party meeting in Coinsins near Nyon, December 4, 2010. The meeting is held as a landsgemeinde, a 700-year tradition of an open-air assembly in which citizens can take key political decisions directly by raising their hands, after the University of Lausanne (UNIL) refused to host the meeting. REUTERS/Valentin Flauraud (SWITZERLAND - Tags: POLITICS) - RTXVDQO

Der ehemalige Berner Nationalrat Thomas Fuchs an der SVP-Landsgemeinde 2010 in Coinsins VD. Bild: © Valentin Flauraud / Reuters/REUTERS

Die SVP im Kopf oder der ewige Glaube an die Unabhängigkeit der Schweiz

Die SVP will nationales über internationales Recht stellen, obwohl dessen Bedeutung zunimmt. Vielen (Deutsch-) Schweizern fehlt das Bewusstsein, wie sehr wir vom Ausland abhängig sind.

15.03.15, 08:51 15.03.15, 11:09


Kürzlich war ich in Genf. Ich traf mich zum Interview mit der Journalistin und Buchautorin Joëlle Kuntz. Es war ein anregendes und geistreiches Gespräch mit einem scharfsinnigen Menschen. Und irgendwie ein deprimierendes. Es führte mir vor Augen, wie unterschiedlich die Befindlichkeiten in den Landesteilen der Schweiz sind. Und wie wenig wir voneinander wissen. Wir leben nicht miteinander, sondern aneinander vorbei.

Denn wer in der Deutschschweiz kennt Joëlle Kuntz? In Frankreich wurde sie mit einem Orden ausgezeichnet, diesseits der Saane/Sarine ist sie der breiten Öffentlichkeit kein Begriff. Immerhin, ihre Bücher wurden und werden auch auf Deutsch übersetzt. «Die Schweiz – oder die Kunst der Abhängigkeit» ist ihr neustes Werk, es handelt von den Mythen Unabhängigkeit und Neutralität.

Joëlle Kuntz dans son appartement de Carouge 12.11.2013 © David Wagnières

Joëlle Kuntz in ihrer Wohnung in Carouge GE. bild: zvg

In der Westschweiz beurteilt man diese ziemlich nüchtern. Die Romands befinden sich in einer doppelten Minderheitenrolle, gegenüber der Deutschschweiz wie auch Frankreich. Sie wissen, was Abhängigkeit ist. Und erfahren es immer wieder auf schmerzhafte Weise, etwa wenn sie von der Suisse alémanique überstimmt werden. Wie am 9. Februar 2014 bei der SVP-Masseneinwanderungs-Initiative. «Wir wissen nicht, wem wir uns zugehörig fühlen. Wir sind unglückliche Schweizer und unglückliche Europäer», sagte Joëlle Kuntz im Interview.

Die Globalisierung der Wirtschaft muss zwangsläufig dazu führen, dass auch die Rechtsprechung vermehrt nach globalen Regeln erfolgt.

Solche Befindlichkeiten kümmern uns Deutschschweizer nicht, wir ignorieren sie geflissentlich. Oder kommentieren sie mit arroganter Herablassung, wie Christoph Blocher nach besagtem 9. Februar: «Die Welschen hatten immer ein schwächeres Bewusstsein für die Schweiz», sagte der SVP-Übervater in einem Interview mit der «Basler Zeitung». «Blochers Aussage hat das Gefühl verstärkt, dass die dominierende Partei in der Deutschschweiz die Existenz der Westschweizer Kultur nicht anerkennt», meint Joëlle Kuntz dazu.

Die Schweizerische Volkspartei, die dominierende politische Kraft der letzten 25 Jahre, hat Unabhängigkeit und Neutralität in den Status eines Dogmas erhoben. Wer daran zu rütteln wagt, gerät in den Verdacht des Landesverrats. Oder eines schwächeren Bewusstseins für die Schweiz. Die SVP aber lebt vom Kampf für die «unabhängige» Schweiz und gegen die EU und «fremde Richter». Als Selbstbestimmungs-Initiative bezeichnet sie ihr diese Woche lanciertes Volksbegehren, das den Vorrang des nationalen Rechts festschreiben will.

Der Zuercher Kantonsrat Hans-Ueli Vogt, links, und Alt-Bundesrat und SVP-Vizepraesident Christoph Blocher kurz vor Beginn einer Medienkonferenz am Dienstag, 10. Maerz 2015 in Bern. Die SVP informierte ueber den Beginn der Unterschriftensammlung zur Selbstbestimmungsinitiative

Rechtsprofessor Hans-Ueli Vogt und Christoph Blocher bei der Vorstellung der neuen SVP-Initiative. Bild: KEYSTONE

«Ein Staat, der sein Recht nicht mehr selber bestimmt, hört auf, ein Staat zu sein», sagte der Zürcher SVP-Kantonsrat und Rechtsprofessor Hans-Ueli Vogt, der die Initiative massgeblich erarbeitet hat. Dabei weiss die SVP genau, dass das internationale Recht zunehmend an Bedeutung gewinnt. Es ist eine logische Entwicklung: Die Globalisierung der Wirtschaft muss zwangsläufig dazu führen, dass auch die Rechtsprechung vermehrt nach globalen Regeln erfolgt.

Die Schweiz hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehrfach auf die harte Tour lernen müssen, dass sie vom Ausland abhängig ist und nicht umgekehrt. 

Die Schweiz ist wie kaum ein anderes Land in die globalisierte Wirtschaft eingebunden. Dies hat massgeblich zu unserem Wohlstand beigetragen. «Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Schweiz den Entwicklungen der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte stark ausgesetzt ist», sagte Nationalbank-Präsident Thomas Jordan kürzlich in einem Vortrag in Brüssel. Deshalb ist sie «besonders darauf angewiesen, dass internationale Abmachungen eingehalten werden», hielten die Präsidenten von SP, FDP, CVP, BDP, GLP, EVP und Grünen in einer Mitteilung zur SVP-Initiative fest.

Internationales Recht ist im Interesse der Schweiz, das neue Begehren der SVP steht quer in der Landschaft.

Dennoch hat sich in weiten Kreisen der Deutschschweiz die Überzeugung festgesetzt, dass die Schweiz unabhängig und neutral bleiben muss. Ja kein Beitritt zur EU, ja keine Anbindung des Franken an den Euro, ja keine «fremden Richter». Man findet dieses Denken nicht nur bei notorischen SVP-Anhängern, sondern auch bei Leuten, die es besser wissen sollten.

SVP-Abstimmungsplakate

Hier liegt der vielleicht grösste Erfolg der SVP. Sie brachte Medien, Linke und «Nette» dazu, sich über ihre stilistischen Grobheiten zu echauffieren. Und konnte auf diese Weise ihre Dogmen in unsere Köpfe einpflanzen. So dass heute ein grosser Teil der Deutschschweizer überzeugt ist, dass die Schweiz nur für sich allein bestehen kann und sich vom Ausland abgrenzen muss.

Wie bekommen wir die SVP wieder aus unseren Köpfen heraus?

Einfach wird dies nicht. Die Schweiz hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehrfach auf die harte Tour lernen müssen, dass sie vom Ausland abhängig ist und nicht umgekehrt. Man denke an die Kontroverse um die Konten von Holocaust-Opfern oder den Untergang des Bankgeheimnisses. Bei den bilateralen Verträgen bahnt sich eine ähnliche Entwicklung an. Die Schweiz kann sie wohl nur retten, wenn sie sich mit einem Rahmenvertrag an die EU anbindet. Oder sie wählt den Alleingang.

Bewirkt hat dies wenig. «Es braucht vermutlich 30 solche Erfahrungen, bis wir etwas lernen. Eine oder zwei genügen nicht», sagte Joëlle Kuntz in unserem Gespräch. Potenzial dafür gibt es, etwa den Rohstoffhandel, dessen Risiken für die Schweiz selbst der Bundesrat nicht bestreiten kann. Oder eine mögliche Umgehung der Russland-Sanktionen über unser Land. Oder wenn die Wirtschaft schleichend den Euro als Zahlungsmittel einführt, weil mit dem Spekulations-Franken keine Buchhaltung mehr zu machen ist.

Braucht es das, damit wir uns auf «die Kunst der Abhängigkeit» besinnen? Oder «le génie de la dépendance», wie es im französischen Original weitaus eleganter heisst. Es bringt jedenfalls nichts, wenn wir uns ins Schneckenhaus verkriechen. «Verhandlungen sind die Voraussetzung für eine gewisse Unabhängigkeit», meint Kuntz. Vielleicht sollten wir öfter auf unsere Landsleute im Westen hören. 

Facebook und Twitter zur SVP-Zuwanderungsinitiative

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55
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    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 16.03.2015 21:51
    Highlight Liebe Sille
    Danke für die Blumen.
    Schade, dass Sie farbenblind sind.
    Ich gebe mir alle Mühe etwas nett rüberzukommen!
    0 1 Melden
  • Schneider Alex 16.03.2015 09:55
    Highlight Wir lassen uns weder vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) richten noch von der EU erpressen!
    11 24 Melden
  • malu 64 15.03.2015 20:29
    Highlight Zuerst einmal zur Einwanderung!
    Leider nimmt die ganze Weltbevölkerung explosionsartig zu. Das ist das größte Übel.
    Unsere ganze Kugel wird zu klein.
    Die relativ kleine, fruchtbare Fläche an gutem Land wird immer
    kleiner. Wenn jeder Erdenmensch den gleichen Standart wie wir leben würde, so müssten wir
    X Welten zur Verfügung haben.
    Die Zugbruecke hochzuziehen und
    sich wie Dagobert Duck zu verhalten ist der falsche Weg.
    Wenn die bestehenden Gesetze so
    angewandt werden wie Sie herrschen, so reichen diese völlig aus. Ohne Arbeitsvertrag keine
    Aufenthaltsbewilligung und ohne
    Beides keine Wohnung.
    Und ein Job wird erst durch einen
    Zuwanderer besetzt, wenn keine passenden Kandidaten aus der Schweiz gefunden werden.
    Leider ist sich der Schweizer auch für gewisse Jobs zu fein, oder halt zu wenig qualifiziert.
    24 7 Melden
  • Die Super-Schweizer 15.03.2015 20:25
    Highlight so sieht's aus....
    15 42 Melden
    • Angelo C. 15.03.2015 22:33
      Highlight Sehr geistreich - grosses Kompliment....
      24 5 Melden
  • dr_b 15.03.2015 16:01
    Highlight Das artet mittlerweile hier auch so aus mit den Kommentaren wie bei 20Min.
    Sobald ein SVP kritischer Artikel erscheint wird die Kommentarfunktion von der Propagandaabteilung zugemüllt.
    Ich würde mir auch wünschen weniger SVP oder Putin Artikel zu lesen.
    Dann sollten diese Herren (und Damen) aber bitte aufhören nur negative Schlagzeilen zu produzieren. Das wäre im Interesse aller.
    Nur sieht es leider nicht so aus, als könnten sie sich vorstellen, dass es noch andere Menschen auf dem Planeten gibt mit denen sie zusammenleben müssen.
    86 21 Melden
  • Alnothur 15.03.2015 14:34
    Highlight Etwas, das immer wieder gerne vergessen wird:
    Politische Unabhängigkeit ist nicht dasselbe wie wirtschaftliche Unabhängigkeit. Politische Unabhängigkeit jedoch ist ein sehr erstrebenswertes Ziel. Das mag für ein paar EU-Turbos jetzt zwar unangenehm tönen, aber die EU und die USA erpressen uns regelmässig mit der wirtschaftlichen Freiheit: "Macht, was wir sagen, oder ihr bekommt es zu spüren", Faustrecht pur. Diesbezüglich haben uns die ganzen Verträge viel genützt, was?
    35 23 Melden
  • Maria B. 15.03.2015 14:30
    Highlight Als noch nicht Watson-Dauerleserin ist mir immerhin doch schon aufgefallen, dass SVP- und Putin-Bashing zum Standard zu gehören scheinen. Demnach scheint ausgewogener Journalismus keine wirkliche Hausspezialität zu sein? Persönlich gefällt mir objektive Berichterstattung am Besten - also mal so und mal so, einfach kein Einheitsbrei. Werde die kommenden Tage etwas mehr als bisher auf den Watson-Stil achten, damit ich mir eine definitive Meinung bilden kann.
    38 60 Melden
    • Maria B. 15.03.2015 22:50
      Highlight D00A : Ich weiss nicht recht, ob ich Ihre "gute Frau" sein möchte, zumal mir solche Machosprüche gemeinhin aus der linken Ecke etwas merkwürdig vorkommen. Ich brauche auch keine rechtslastige Hofberichterstattung wie Sie treu-doof unterstellen, sondern schätze ganz einfach eine objektive Berichterstattung. Ihr Geheimnis, was daran unstatthaft oder gar überrissen sein soll. Und ob ich Watson, nachdem ich mich etwas aufmerksamer einlesen haben werde, auch weiterhin konsumieren möchte, dürfen Sie vertrauensvoll mir überlassen.
      22 8 Melden
    • malu 64 15.03.2015 22:54
      Highlight Liebe Maria B..
      Falls Ihnen der Stil von Watson nicht passt, so finden Sie im WWW noch tausende andere Anbieter.
      Lesen Sie 20 Minuten, da haben Sie nur die nackte Info.
      Falls Sie einen braunen Touch suchen, so sind Sie bei der Weltwoche oder der Baz am richtigen Ort.
      ťWatson ist frisch, frech und informativ.
      Mit den verschiedenen Testfragen bekommen wir sogar etwas Training fürs Hirn.
      Dank den vielen Journalisten, ist Watson
      farbig und vielseitig.
      Die Artikel sind zum Teil lustig und durch die vielen
      Bilder und Videos, bestens präsentiert.
      Bravo!
      28 17 Melden
  • Statler 15.03.2015 14:00
    Highlight «Sie brachte Medien, Linke und «Nette» dazu, sich über ihre stilistischen Grobheiten zu echauffieren.»
    Genau hier liegt das Problem. Ausser Gejammer über den schlechten Stil war von den oben genannten nämlich nichts zu hören.
    Das Erstarken der SVP ist vor allem der Unfähigkeit der anderen Parteien zu verdanken, dem nationalistischen Gesülze etwas handfestes entgegenzusetzen. Auch und vor allem, weil man die «diffusen Ängste» derer, die der SVP auf den Leim kriechen, nicht ernst genommen und sie schlicht ignoriert hat, statt auf sie einzugehen und nach Kräften zu zerstreuen.
    42 14 Melden
  • Lowend 15.03.2015 13:10
    Highlight Wer es, wie Peter Blunschi wagt, diese Dogmen des Übervaters in Frage zu stellen, scheint heute schon der Blasphemie angeklagt zu werden, denn die Sekte des gerühmten deutschen Einwanderersohns verträgt keine Kritik an seinem überirdischen Glanz und wer es wagt, seine Ideen zu kritisieren, ist ein elender Landesverräter, da dieser Gesinnungsdiktator und sein Parteimoloch die Meinung der Deutschschweiz bestimmt, ja gar besitzt und heute stellt sich für gläubige Eidgenossen nur noch die Frage, wie und wo wir dereinst eine goldene Statue errichten, die seiner Grösse nur in Ansätzen gerecht wird?
    60 29 Melden
  • malu 64 15.03.2015 13:09
    Highlight Apropos SVP noch meine persönliche Anmerkung. Wenn ich schon die oberen Vertreter der SVP sehe, zieht es mir die Lippen in die Breite. Diese Komödianten kommen mit den ewig gleichen Sprüchen. Zudem wird alles kritisiert und blockiert, aber konstruktive Vorschläge oder Verbesserungen hört man praktisch nicht.
    54 28 Melden
    • Jol Bear 15.03.2015 15:16
      Highlight Das ist die eine Sichtweise. Auf der anderen Seite erkenne ich auch nichts Kreatives, lediglich das Mantra "alles, was von der SVP kommt ist schlecht, muss aus diesem Grund kategorisch abgelehnt werden." Am Beispiel Masseneinwanderungsinitiative exemplarisch: Problem ignorieren, keine glaubhaften Gegenargumente. Prognose: Kommt die "fremde Richter Initiative" zur Abstimmung, wird sie angenommen, weil die Gegner mit nichts anderem als inhaltslosem SVP-Bashing argumentieren.
      27 13 Melden
  • malu 64 15.03.2015 12:54
    Highlight Seit dem 2 Weltkrieg hat sich in den Koepfen der Schweizer nicht viel verändert. Möglichst abschotten und nichts mit den Nachbarn zu tun haben. Dabei hatten wir ein riesenglueck, dass Adolf nicht einmarschierte.
    39 31 Melden
    • Statler 15.03.2015 21:29
      Highlight Worum geht's dann, Sille? Das Gegenteil von Abschottung wäre Öffnung. Davon sehe ich in den Vorstössen der SVP aber herzlich wenig. «Wir müssen uns gegen [beliebige Sache ennet der Grenze einfügen] wehren» klingt für mich durchaus nach Abschottung. Das andere Mantra «wir müssen [alles was irgendwie nach Schweiz riecht einfügen] bewahren» klingt auch nicht sehr zukunftsorientiert. Die heutigen Probleme können in dieser vernetzten Welt nicht im Alleingang gelöst werden. Sich jeglicher Diskussion und Teilhabe daran zu verweigern, IST Abschottung.
      21 4 Melden
    • Statler 16.03.2015 21:07
      Highlight Oh, ich hab's sehr wohl bemerkt.
      Wenn's nach der SVP geht, stehen wir zwar nicht grad mit der MP an der Grenze, aber «selektiv reinlassen» würden wir auf jeden Fall.
      Dass die «Eigenen» ausgemustert werden, hat vielfältige Gründe - aber das wird keine der SVP-Initiativen lösen.
      Und ich sage nicht, (nur) die Globalisierung sei schuld - ich sage nur, dass wir uns dem nicht entziehen können, indem wir die Augen davor verschliessen und so tun, als würde es nicht stattfinden.
      Leider sind 600 Zeichen zu wenig, um das detaillierter auszuführen, aber so einfach, wie das die SVP behauptet, ist es nicht
      4 1 Melden
  • Lumpirr01 15.03.2015 12:19
    Highlight Die EU und damit ihr oberstes Rechtsempfinden ist für Brüssel und speziell für Deutschland (nach 1933 - 1945) eine der grössten Errungenschaften, die auf keinen Fall wieder zerstört werden dürfen. Auch der täglichen Spott und die Beleidigungen aus Griechenland für Merkel, Schäuble & Co. ändert nichts daran. Sorry, ich verstehe diejenigen Schweizer, welche sich diesem bis hinter den Ural wachsenden Moloch nicht unterwerfen möchten.
    41 16 Melden
    • Alnothur 15.03.2015 12:40
      Highlight Das ist mittlerweile ein so lächerliches Argument geworden. Egal, was für ein Blödsinn die EU anstellt, immer ist das Argument: "Aber dafür hatten wir seit 1945 keinen Krieg mehr in Europa!" (was nicht einmal stimmt...)
      Rationale Argumente scheint es keine zu geben, jedenfalls höre ich die nie.
      25 19 Melden
  • Hinterländer 15.03.2015 11:59
    Highlight Bin gespannt, wie ich mich als Bürger der Volksrepublik China fühlen werde. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Anpassung um jeden Preis kann ihrer Argumentation zufolge doch nicht lätz sein?
    24 15 Melden
  • Rheinpfeil 15.03.2015 11:54
    Highlight Das Problem ist, dass viele, vielleicht sogar die Mehrheit, der Schweizer wirtschaftliche Stärke und Wohlstand für gottgegeben halten und keinerlei Ahnung haben, wie sehr man als exportorientierte Volkswirtschaft auf internationale Beziehungen angewiesen ist. Und es ist - zum Beispiel - auch nicht so, dass es eine Geste der Gnade ist, wenn Zehntausende oder hunderttausend Deutsche im Grossraum Zürich arbeiten. Jeder einzelne Arbeitsplatz mehr Schweizer Wohlstand.
    61 23 Melden
  • Zeit_Genosse 15.03.2015 11:35
    Highlight Wer gegen einen politischen Gegner (oder Meinung) schreiben möchte, sollte diesen nicht ständig erwähnen, sondern über die alternative Lösung sprechen. Es gibt diese Partei, die es schafft im Gespräch zu bleiben, ständig rezitiert und erwähnt wird. Damit macht man diese Partei stark und die Lesenden denken, dass sie diese Bedeutung verdient hat. Die Kunst sich im Gehirn selbst bei den Gegnern festzusetzen, wird uns gerade von jenen vorgeführt, die es besser wissen müssten. Es ist wie mit dem "Nichtrauchen", das über das "Rauchen" definiert wird. Die eine Partei wiederholt ihr Partei-Programm wie ein Mantra ständig und betreibt Agendasetting, die anderen Parteien grenzen sich permanent zu dieser Partei/Programm ab, statt uns ihre Programme, Lösungen und Absichten zu "verkaufen". Jeder weiss von welcher Partei ich schreibe....
    46 7 Melden
  • DerWeise 15.03.2015 11:11
    Highlight Muss man wirklich alles auf die SVP abschieben. Ausser ein paar Eliten, will von Rechts bis Links niemand mehr in die EU. Zu diesem Entschluss kommt man automatisch, wenn man die letzten 10 Jahre EU anschaut. Übrigens die Anti-MEI Slideshow könnte man auch einfach zu Anti-Eu Slideshow machen... oder hat man schon vergessen, dass sich die EU mit Meterhohen Zäunen in Afrika von der Welt "abschottet"
    42 20 Melden
  • just sayin' 15.03.2015 11:06
    Highlight juchuu. es gibt noch watson-leser mit der gabe des kritischen denkens.

    es wäre schön, wenn watson diese lauterwerdende stimmen bei der berichterstattung berücksichtigen und ausgewogener schreiben würde.
    29 37 Melden
  • stadtzuercher 15.03.2015 10:54
    Highlight SVP-Blocher hat mit Spekulant Ebner zusammen schon in den 90er Jahren Schweizer Firmen (zum Beispiel die Lonza im Wallis) zerschlagen und die Filetstücke ins Ausland verschachert (zum Beispiel das Wasserkraftwerk nach Deutschland, worunter die Firma heute noch leidet und öffentliche Subventionen fordern muss). SVP-Immobilienfirmen verkaufen heute ebensogerne Schweizer Boden an Ausländer. Während also die SVP das Reduit politisch ausschlachtet und nationalkonservatives Marketing betreibt, verkaufen SVP-Schergen die Schweizer Wirtschaft und Schweizer Boden ins Ausland.
    84 17 Melden
    • cassio77 15.03.2015 11:42
      Highlight Das hat vielleicht damit zu tun, dass auch Herr Blocher nur ein Papierlischwiizer ist und mit der Ur-Schweiz wenig bis überhaupt nichts gemeinsam hat.
      38 17 Melden
    • Lumpirr01 15.03.2015 11:58
      Highlight Lieber stadtzuercher: Deine Aussage betreffend Verkauf der Lonzakraftwerke an Deutschland ist nicht ganz korrekt. Lonza-Chef Richard Ridinger behauptet das zwar im Artikel:
      http://www.infosperber.ch/Politik/Lonza-Kahlschlag-trotz-spottbilliger-Wasserkraft
      Richtig ist, dass die Anlagen heute nicht mehr der Lonza gehören. Der grösste Anteil am Anlagenbesitz (neben den Anteilen der Walliser Gemeinden) hat EnAlpin und das ist eine Tochtergesellschaft des Energiedienstes Laufenburg, einer an der Schweizer Börse kotieres Energieunternehmen. Die GV ist nächsten Freitag in Laufenburg AG.
      26 6 Melden
    • koala 15.03.2015 13:40
      Highlight @cassio77
      Warum muss man sich immer so unsäglich mit einem Land indentifizierien. Was meinst du wenn du von der "Ur-Schweiz" sprichst? Ich empfehle dir dringend ein Geschichtsbuch zuzulegen. Andere Frage: Ist ein "Ur-Schweizer" denn ein besserer Bürger?
      20 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • zombie1969 15.03.2015 10:44
    Highlight "Vielen (Deutsch-) Schweizern fehlt das Bewusstsein, wie sehr wir vom Ausland abhängig sind"
    Doch eher: Vielen (West-) Schweizern fehlt das Bewusstsein, wie sehr das Ausland von uns abhängig ist.
    33 95 Melden
    • Peter 15.03.2015 10:50
      Highlight Wer ist wohl mehr von wem abhängig?
      69 24 Melden
    • JJ17 15.03.2015 10:55
      Highlight @Peter: Wir haben die Banken, wir haben das Geld, wir haben die Macht! Muhahaha ;)
      24 34 Melden
    • nitram 2000 15.03.2015 11:37
      Highlight wie lächerlich, absolut niemand da draussen ist abhängig von der schweiz. grössenwahn!
      50 21 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sigmund Freud 15.03.2015 10:26
    Highlight An alle Heimatromantiker und Blocheranhänger, ich möchte Ihnen ein Zitat vom fiktiven Hanspeter Burri ans Herz legen: "vo dem blöde Usland si mir nämli erst denn unabhängig wenn üs da glump ghört".
    46 22 Melden
    • JJ17 15.03.2015 10:57
      Highlight Okay soll ich jetzt etwa auch Lebensraum im Osten fordern oder was?
      17 14 Melden
    • Sigmund Freud 15.03.2015 11:10
      Highlight @JJ16 Nein besser nicht aber was ich damit sagen wollte, ist dass selbst wenn wir eine Bleimauer um die (Deutsch) Schweiz bauen und alle 246 Volksvertreter von "S"VP sind, wird die Schweiz nicht unabhängig sein. Sie war es nie und wird es auch nie sein. Warum also nicht endlich wieder auf konstruktive Politik setzen?
      42 11 Melden
  • Jol Bear 15.03.2015 10:17
    Highlight Gehe mal davon aus, dass es darum gehen wird, dass die Schweiz autonom entscheidet, ob sie die einzelnen EU- oder andere internationale Gesetze übernehmen will oder nicht. Das bedeutet nicht, dass man sie grundsätzlich allesamt ablehnt oder sich grundsätzlich nicht daran hält. So gesehen geht es eben doch um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Solange wir noch nicht EU-Mitglied sind, ist das eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
    44 20 Melden
  • ivolution 15.03.2015 10:07
    Highlight Die ganze Zeit immer nur SVP-bashing, das nervt! Solche Artikel können auch geschrieben werden, ohne dass man die ganze Zeit mit dem Finger auf die SVP zeigt. Es sollten die Fakten und Meinungen dazu aufgezeigt werden. Welche Positionen die politischen Partei entsprechend vertreten, kann doch auch mal Interpretation der Leserschaft bleiben.
    44 84 Melden
    • windfall 15.03.2015 10:32
      Highlight Nur weil andere Online-Medien wie 20min neuerdings zu einem Hort von hasserfüllten SVP-Befürwortern geworden sind, muss dies ja nicht überall geschehen. Peter Blunschi mag die SVP nicht; er legt seine Meinung dar und teilt sie mit Ihnen. Sie müssen ja nicht einverstanden sein....
      86 21 Melden
    • just sayin' 15.03.2015 11:51
      Highlight scheinbar nicht

      aktuell 35 "blitzli" zeigen, dass mindestens 35 leser dies nicht wollen.

      hmmm... bedenklich. werden diese kommentare wirklich gelesen, bevor eine bewertung abgegeben wird?

      wer möchte nicht mehr fakten zu einem thema und die möglichkeit selbst zu interpretieren?
      13 11 Melden
  • flyingdutch18 15.03.2015 10:07
    Highlight Der SVP und ihrem Blocher wird in den Medien viel zu viel Raum geschenkt. Man sollte ihre zersetzenden Ideen nicht ständig kommentieren, denn sonst hilft man nur ihrem Ziel, die Schweiz nach ihren Vorstellungen umzustürzen. Denn das wollen Blocher und Konsorten: die totale Kontrolle, ja das Diktat über die Schweiz.
    55 32 Melden
  • maxi 15.03.2015 09:56
    Highlight Die leute mit der ja kein eu beitritt einstellumg haben ja recht.... Oder springen sie gern auf ein sinkendes schiff?
    42 23 Melden
  • poga 15.03.2015 09:28
    Highlight Würden sich in gewissen Kreisen die Leute nicht immer an genau das Recht klammern dass Ihnen lieber ist, müssten wir nicht über fremde Richter diskutieren. Und ich bin überzeugt dass wenn diese fremden Gesetzesartikel breit von der Weltbevölkerung gestützt würden wäre hier nichts zu holen für die SVP. Nur leider sind es immer mehr die Eliten welche die Gesetzte machen und auch umsetzten. Diese Eliten sind jedoch immer mehr abhängig von Lobbies und Lobbies kommen von den Mächtigen und Reichen. Das ist das Problem.
    33 13 Melden
  • thierry_haas 15.03.2015 09:13
    Highlight Peter Blunschi liefert uns an diesem Sonntag endlich einen Artikel zu einem ganz neuen thema: die SVP :-)
    36 14 Melden
  • Adi E. 15.03.2015 09:06
    Highlight Gähn. Die eintönige watson-Berichterstattung wird langsam langweilig. Probiert doch mal andere Meinungen einfliessen zu lassen. Jeden Tag das gleiche zu lesen, unabhängig davon ob es stimmt oder nicht, macht nicht glücklich.
    49 79 Melden
    • Angelo C. 15.03.2015 13:37
      Highlight Das ist exakt so, mehr und mehr eintönig, stets voreingenommen, immer inobjektiv - sobald es die SVP oder ihren grossen Anhang unter Bauern und Urschweizern betrifft. Letztere muss man ja eh nicht ernst nehmen, alles Ewiggestrige. Sonst (oder auch hier) Boulevardjournalismus as usual, einfach etwas mehr aus der linken Tüte. Im Gegenzug verschweigt man natürlich unangenehme Themen elegant oder sperrt sie für Kommentare, wie unlängst beim Regensdorfer Sozialhilfe-Missbraucher und Affolternmörder aus dem Kosovo (5 Mille monatlich, Jaguar, Hanfplantage, 5 massive Vorstrafen, keinerlei Kooperationswilligkeit etc.etc.) elegant, denn das würde ja nicht ins eigene Kalkül passen. Das nicht einmal dann, wenn die Regensdorfer Sozialamtsvorsteherin der SVP angehört ;-)! Man könnte sich sonst ja nicht mehr zu den "ganz wenigen Einzelfällen" äussern. Gut, die Unternehmenskultur gibt der Unternehmer (WATSON) vor, aber doch bitte politisch in einigermassen erträglichem Rahmen und nicht nur für die links-grüne Galerie...da ist eine Kurskorrektur wünschenswert. Nehmt euch den Tagi als ausgewogeneres Beispiel...der lief früher auch nur auf eurer Schiene, mittlerweile hat er zugelernt.
      15 26 Melden

Blochers Zeitungsimperium druckt seinen eigenen Artikel gegen «fremde Richter»

Im August 2017 erwarb Christoph Blocher 24 Gratis-Wochenzeitungen. Damals versprach er, keine politischen Ziele damit zu verfolgen. Nun erscheint ein Artikel von Blocher in den Zeitungen, welche rund 700'000 Schweizer Haushalten zugestellt werden. Der SVP-Doyen sieht die redaktionelle Unabhängigkeit nicht in Gefahr.

Aus den insgesamt 697'827 Exemplaren der Gratis-Zeitungen aus dem Hause Swiss Regiomedia AG schaut dem Leser diese Woche ein nachdenklicher Christoph Blocher entgegen. Er sitzt an einem Holztisch, das Kinn in der rechten Hand. «Nachlese zum 1. August», heisst es über der Seite. Darunter ist ein Artikel mit dem Titel «Hintergrund einer Geburtstagsfeier» abgedruckt. Der Autor: Christoph Blocher, alt Bundesrat, SVP-Vordenker – und Miteigentümer der Swiss Regiomedia AG.

In den Gratis-Wochenzeitungen …

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