Schweiz
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Aktivisten des Komitees

Helvetia als Marionette der Grossbanken: Performance der Vollgeld-Initianten. Bild: KEYSTONE

Vollgeld, Mikrosteuer oder die seltsame Lust auf die Geld-Revolution

Zwei Volksinitiativen streben einen radikalen Umbau des Schweizer Finanzsystems an. Sie machen rosige Versprechungen, doch die Lust auf geldpolitische Experimente dürfte sich in Grenzen halten.

24.03.18, 14:56 03.04.18, 11:51


No Billag ist Geschichte. An der Medienkonferenz der Vollgeld-Initianten am Donnerstag aber wurde die Initiative aus der Mottenkiste hervorgeholt. Mit dem Nein zu No Billag habe das Stimmvolk am 4. März gezeigt, dass es die SRG als Service Public brauche, sagte Jean-Marc Heim, Westschweiz-Koordinator des Initiativkomitees. Das Geldwesen, «eine noch wichtigere Infrastruktur des Landes», müsse «erst recht eine Sache der öffentlichen Hand sein».

Geldschöpfung als Teil des Service Public: Mit solchen Botschaften versuchen die Vollgeld-Initianten, ihre nicht ganz einfache Materie im Hinblick auf die Volksabstimmung vom 10. Juni an den Mann und die Frau zu bringen. Wenn die Geschäftsbanken kein Geld mehr erzeugen können, sondern nur noch die Nationalbank, werde das Finanzsystem stabiler und sicherer.

Die Idee tönt verlockend, doch Ökonomen warnen, dass die Schweiz sich mit der Vollgeld-Idee auf unerprobtes Terrain wagen würde. Noch radikaler ist eine weitere Volksinitiative, die sich erst im «Embryonalstadium» befindet: Sie will längerfristig alle bestehenden Steuern und Abgaben durch eine Mikrosteuer im Promillebereich auf dem gesamten Zahlungsverkehr ersetzen.

«Steuersystem neu aufstellen»

Der Zürcher Ökonom Felix Bolliger, die treibende Kraft hinter der Mikrosteuer, bezeichnete seinen Vorschlag in einem Infosperber-Beitrag selbst als «revolutionär». Die Steuer soll nach Angaben der Initianten Schritt für Schritt eingeführt werden. Den Anfang wollen sie beim Bund machen: Mehrwertsteuer und direkte Bundessteuer sollen durch die Mikrosteuer ersetzt werden.

«Es ist an der Zeit, unser Steuersystem grundlegend neu aufzustellen», hielten Bolliger und sein Mitstreiter Jacob Zgraggen in einem Gastbeitrag für den «Tages-Anzeiger» fest. Auf den ersten Blick wirkt ihr Vorhaben verlockend. Für «Normalsterbliche» könnte der Ersatz der Fiskalabgaben durch eine minimale Steuer auf Zahlungen eine beträchtliche Entlastung bringen. Zumal die Initianten in erster Linie grosse Transaktionen an den Finanzmärkten im Visier haben.

Finanzkrise als Auslöser

Für das Vollgeld gilt ähnliches. Spontan leuchtet es ein, dass nur die Nationalbank Geld «herstellen» sollte. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass dies schon heute der Fall ist. Bei genauer Betrachtung sind Vollgeld wie Mikrosteuer keineswegs unproblematisch. Die Schweiz würde sich damit im Alleingang auf geldpolitische Experimente einlassen.

Kundgebung gegen die

Protest gegen die Rettungsaktion für die UBS während der Finanzkrise. Bild: KEYSTONE

Woher aber kommt diese seltsame Lust auf die Geld-Revolution? Sie entspringt in erster Linie einem tiefen Misstrauen gegenüber dem heutigen Finanzsystem, insbesondere den Banken. Die grosse Finanzkrise von 2008 spielt dabei eine zentrale Rolle. Bund und Nationalbank mussten damals die stolze UBS in einer Hauruck-Übung vor dem Untergang retten.

Ressentiments gegen UBS und CS

Die Vollgeld-Initianten wiesen am Donnerstag explizit darauf hin. Sie appellieren unverhohlen an Ressentiments gegenüber den Grossbanken UBS und CS, die 50 Prozent des Schweizer Geldes herstellen, sich aber zu 60 bis 80 Prozent im Besitz ausländischer Investoren befinden würden. Allerdings hat das Initiativkomitee ein grosses Problem: Es besteht aus lauter No-Names.

Die Mikrosteuer-Initiative kann mit grösseren Kalibern aufwarten. Im Komitee sitzen der frühere Bundesratssprecher Oswald Sigg, der ETH-Professor und Unternehmer Anton Gunzinger und der Zürcher Uniprofessor Marc Chesney, ein Kritiker des heutigen Banken- und Finanzsystems.

Kompliziertere Kreditvergabe

Sigg hatte sich bereits für das bedingungslose Grundeinkommen eingesetzt, das vor zwei Jahren klar abgelehnt wurde. Schon damals schlug er vor, das Grundeinkommen durch eine Mikrosteuer zu finanzieren, «ohne dass es jemandem wehtut», wie er im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» erklärte. Trotz des damaligen Neins soll die Volksinitiative nun lanciert werden.

Oswald Sigg, ehemaliger Bundesratssprecher, nimmt als Unterstuetzer der Initiative

Ex-Bundesratssprecher Oswald Sigg engagiert sich für die Mikrosteuer. Bild: KEYSTONE

Zur Umsetzung aber stellen sich Fragen, bei der Mikrosteuer wie beim Vollgeld. Wenn die Geschäftsbanken nicht mehr direkt Kredite vergeben dürfen, sondern sich das Geld erst bei der Nationalbank besorgen müssen, könnte die Vergabe komplizierter und teurer werden, fürchten die Gegner.

Nationalbank gegen Vollgeld

Das grösste Problem der Vollgeld-Initianten aber ist die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sie will dieses «Geschenk» nicht, sondern spricht sich dezidiert dagegen aus: «Eine radikale Umgestaltung des schweizerischen Finanzsystems ist nicht angebracht und würde grosse Risiken mit sich bringen», heisst es in einem Positionspapier zur Vollgeld-Initiative.

Vollgeld-Initiant Reinhold Harringer meinte am Donnerstag, die Nationalbank wolle das Begehren «nicht richtig verstehen». In seiner ersten Stellungnahme zur Vollgeld-Initiative habe SNB-Präsident Thomas Jordan sie als «interessantes Konstrukt» bezeichnet. Heute warnt Jordan, eine Annahme würde «die Schweizer Volkswirtschaft in eine Phase grosser Unsicherheit stürzen».

Wenig Rückhalt in der Politik

Die Initianten räumen ein, dass die Abstimmung gegen den Widerstand der Nationalbank schwer zu gewinnen sein wird. Trotz der Turbulenzen um den Euro-Mindestkurs geniessen die SNB und ihr Präsident eine hohe Glaubwürdigkeit. Auch von der Politik ist kaum Unterstützung zu erwarten. Im Nationalrat waren nur einzelne Mitglieder von SVP, SP und Grünen für das Vollgeld.

Thomas Jordan, Praesident der Schweizerischen Nationalbank, an einer Medienkonferenz in Zuerich, am Donnerstag, 19. Maerz 2015. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) haelt an ihrer bisheriger Geldpolitik fest. Die Negativzinsen auf den Giroguthaben der Banken belaesst sie bei -0,75 Prozent, das Zielband fuer den Referenzzins Dreimonats-Libor bleibt zwischen minus 1,25 und minus 0,25 Prozent. Zudem hielt die SNB erneut fest, dass der Franken ueberbewertet sei und sich abschwaechen sollte. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Thomas Jordan will das Vollgeld-Geschenk nicht annehmen. Bild: KEYSTONE

Ein ähnliches Problem erwartet die Mikrosteuer-Initiative, sofern sie überhaupt zustande kommt. Der Rückhalt in der Politik dürfte gering sein. Auch in diesem Fall warnen Experten vor Problemen bei der Umsetzung. Gerade die grossen Finanztransaktionen würden «innert Kürze ins Ausland verlagert», sagte der Freiburger Ökonom Reiner Eichenberger der «Berner Zeitung».

Druck aus dem Ausland?

Mikrosteuer-«Erfinder» Felix Bolliger schlug im Infosperber vor, die Verantwortlichen in einem solchen Fall nach «altem» Muster zu besteuern, «nämlich aufgrund von Einkommen und Gewinn». Damit aber würde das System eher komplizierter als einfacher. Die Schweiz könnte zudem erneut unter Druck des Auslands geraten, wenn sie eine solche «Dumpingsteuer» einführt.

Die Mühen der EU bei der Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf Börsengeschäfte zeigen, wie schwierig es ist, eine solche Systemänderung in einem global operierenden Geschäft durchzusetzen. Für die meisten Experten ist deshalb klar, dass ein Alleingang der Schweiz, ob beim Vollgeld oder bei der Mikrosteuer, ein riskantes Experiment ist.

«Wagen wir den Systemwechsel», schreiben Felix Bolliger und Jacob Zgraggen im «Tages-Anzeiger». Sie werden Mühe haben, das Stimmvolk davon zu überzeugen. Wenn es ums Geld geht, mögen Herr und Frau Schweizer keine Experimente. Das zeigt auch das wiederholte Scheitern von linken Umverteilungs-Initiativen in den Volksabstimmungen der letzten Jahre.

Die NZZ bringt es auf den Punkt: «Man würde die Sache zwar gern ausprobiert sehen, um etwas zu lernen, doch ob die Schweiz das Versuchskaninchen spielen soll, ist eine ganz andere Frage.»

Ein anderer Vorschlag: Sollen Steuern direkt vom Lohn abgezogen werden?

Video: srf

Geldpolitik und Notenbanker

Der schwache Dollar und der US-Finanzminister

Haben uns die Finanzmärkte in Geiselhaft genommen?

«Wir haben immer noch eine ungeliebte Aktien-Hausse»

Werden die Ökonomen immer dümmer? Oder nur egoistischer?

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FoF 26.03.2018 11:20
    Highlight Das heutige Geldsystem ist viel komplexer als das Vollgeldsystem. Wer hat heute noch den Durchblick? Sicher nicht unser Parlament und die Parteifunktionäre, die sich aus Unkenntnis der Sache in den Dienst der Banken stellen. 1891 hat das Schweizer Volk die genau gleiche Initiative angenommen. Sind die Schweizer heute dümmer oder korrupter als die Schweizer von damals?

    Ausserdem: Bekanntheit und Macht sind sehr oft umgekehrt proportional zur Vernunft.

    Der Artikel von Peter Blunschi ist übler Journalismus. Es bleibt zu hoffen, dass das Lobbying der Finanzwirtschaft dahinter erkannt wird.
    4 4 Melden
  • Daniel Fetz 25.03.2018 14:49
    Highlight "Experiment", "Versuchskaninchen": das sind alles "Ablenkungsmanöver"! - Spätestens seit der letzten Krise wissen die Banken, dass sie von den Staaten gerettet werden. Wir sind in der "Geiselhaft" des Finanzsystems. Sie treiben es einfach bunter weiter auf Kosten der Allgemeinheit. Wie lange lassen wir uns diese Abzocke noch gefallen!? - Geld ist ein öffentliches Gut! Ich will alles Geld von der SNB. Ich stimme JA am 10. Juni 2018! - ich bin doch nicht blöd....
    17 8 Melden
    • rodolofo 25.03.2018 18:40
      Highlight Eigentlich bin ich Deiner Meinung!
      Doch ich bin "Revolutions-müde".
      Mir ist kein Fall in der Geschichte bekannt, wo eine revolutionäre Umwälzung mittels gut gemeinten Idealen später zu etwas Besserem geführt hätten.
      Im Gegenteil!
      Im Chaos der unübersichtlichen Verhältnisse wurden Kräfte aus dem Untergrund an die Oberfläche gespült, die dann noch brutaler und noch skrupelloser nur die eigenen Taschen füllten!
      Darum glaube ich, dass die jetzigen Mächtigen besser geeignet sind, uns in eine bessere Zukunft zu führen, weil sie "das grosse Fressen" schon hinter sich haben...
      8 6 Melden
  • rodolofo 25.03.2018 13:04
    Highlight Wie bereits bei Marx dürfte ein analytisch scharfes Begreifen "des Systems" noch nicht notwendigerweise dazu führen, dass nachher ein viel besseres System kreiert werden kann, indem man einfach von heute auf morgen alles umpflügt!
    Vieles von dem, was wir heute haben, ist ja auf die Menschliche Natur und letztlich wieder auf die Natur zurückzuführen, die sich ja nicht nur paradiesisch und liebevoll verhält, sondern ebenso teuflisch-raffiniert und grausam.
    Der Wunsch nach dem Neuen Menschen, nach der Neuen Gesellschaft und nach einer Anderen Welt ist zwar verständlich, aber unrealistisch.
    9 15 Melden
    • rauchzeichen 25.03.2018 21:23
      Highlight zurück in deine höhle mit dir, rodolfo! ;) klar ist es unrealistisch. aber einfach aufzugeben und stehnbleiben ist genauso unrealistisch. die einzige konstante ist veränderung, das erstreben einer utopie dient lediglich als leitplanke in der geschichte der menschheit. schon immer und für immer. ansonsten hätten wir nie häuser gebaut, und lebten noch in den höhlen ...
      5 2 Melden
  • Jonas Erba 25.03.2018 12:43
    Highlight Wenn eine Person, Herr Jordan, diese Verantwortung nicht tragen möchte, dann ist er bereits privatisiert und sollte jedenfalls seinen Posten an jemanden abgeben, der die Geldschöpfung gerne übernimmt.
    10 8 Melden
  • Jonas Erba 25.03.2018 12:41
    Highlight Liebes Watson-Team, die Kamelle der Angst ist doch wirklich destruktiv. Das Experiment läuft doch schon jetzt und seit langem. Sprechen Sie doch mal die Scheinsicherheit der Schweizer an, die bereits stattfindende Umverteilung. Zeigen Sie doch mal diese Statistiken, dass die Geldverteilung nicht demokratisch und öffentlich sondern privatisiert stattfindet. Ich weiss, dass Angst funktioniert, aber nach der Angst kommt Überwindung und Mut und dann haben wir es geschafft. Alles Gute.
    16 7 Melden
  • rodolofo 25.03.2018 09:27
    Highlight Die heute so wichtigen Funktionäre, die heute noch auf ihren Büro-(Schleuder-)Sesseln kleben, haben NATÜRLICH Angst vor Veränderungen!
    Auch ein Drogen-Junkie hat ähnlich grosse Angst davor, sich auf einen Drogen-Entzug einzulassen.
    Wir können uns weiterhin mit den alten Methoden kurzfristig gebastelter Fehler-Überbrückungen bis zum Crash durchmogeln und durchknorzen, oder wir können das Problem an den Wurzeln packen!
    Und diese "Wurzeln" liegen in halt einer quasi religiösen Geldschöpfung aus dem Nichts heraus durch Privatbanken, die uns damit gleichzeitig zu ewigen Schuldnern machen...
    16 6 Melden
    • durrrr 25.03.2018 12:47
      Highlight Aber Zentralbanken erheben ja auch Leitzinsen, was uns ja so oder so zu "ewigen Schuldnern" macht. Da ändert auch die Initiative nichts daran. Und der Bankensektor in der Schweiz ist sehr divers und deshalb auch stabil. Es gibt grosse, kleine, regionale und genossenschaftliche Banken. Warum ihnen alle die Generierungskompetenz entziehen und alles der Nationalbank, im Zuge einer Zentralisierung, zu überlassen? Das ist mir einfach alles viel zu staatsgläubig und naiv. Miese Inflationsraten in Ländern mit verstaatlichten Banken lassen grüssen^^
      8 8 Melden
  • Schneider Alex 25.03.2018 07:35
    Highlight An der Vollgeld-Initiative wird kritisiert, dass nicht klar sei, wie die Zentralbank sinnvoll entscheiden könne, um wie viel die Geldmenge in einer bestimmten Periode zunehmen soll. In der Geldmengentheorie war lange klar, dass inflationsfreies Wachstum langfristig nur mit einer Geldmengenerweiterung gemäss dem realen Wachstum einer Volkswirtschaft möglich ist.
    Mit einer Vollgeldreform erlangt die Nationalbank wieder die Kontrolle über die gesamte Geldmenge und kann damit Blasenbildungen, Inflation und überbordendes Wachstum direkt verhindern.
    26 7 Melden
    • rodolofo 25.03.2018 09:29
      Highlight Wie siehst Du in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass auch die Nationalbank von Privaten kontrolliert wird?
      6 7 Melden
  • Matti_St 25.03.2018 01:51
    Highlight Wenn es in naher Zukunft kein Bargeld mehr geben wird, gewinnen theoretisch die Privatbanken noch mehr an Macht.
    Oder täusche ich mich?
    Wenn das so wäre, müsste man die Vollgeld-Initiative annehmen.
    25 4 Melden
  • DaBoong 24.03.2018 20:36
    Highlight Tja liebe Schweizer.... wenn alle Banken und andere Institutionen, die ihr Geld mit dem heutigen Finanzsystem verdienen, dagegen sind, dann sollte wir vielleicht mal davon ausgehen, das dieses Ding nicht schlecht ist. Zudem haben wir nun ja zur Genüge auf die Geld-Gurus gehört und das hat uns auch nicht weiter gebracht. Deshalb mutig sein und ein Ja in die Urne.....
    45 17 Melden
  • David Steger 24.03.2018 20:04
    Highlight Vollgeld ist m.M.n kein Experiment! Vollgeldsysteme gab es bereits in der Vergangenheit und sie haben funktioniert. Die privaten Banken haben einfach immer wieder Schlupflöcher gefunden (Banknotendruck, Buchgeld etc.).
    Bargeld (Noten und Münzen) ist Vollgeld und wird täglich verwendet.
    Die Banken zahlen untereinander und bei der SNB mit digitalem Vollgeld.
    Die Einführung von Vollgeld würden die meissten Menschen gar nicht bemerken.
    Einziger Unterschied: Banken dürfen nur noch Geld verleihen, das einen realen Gegenwert besitzt. Ansonsten können sie weiter tun, was sie schon jetzt tun.
    34 7 Melden
  • durrrr 24.03.2018 19:24
    Highlight Die Schweiz ist wirtschaftlich und währungstechnisch sehr stabil. Was zum Himmel sollte also falsch daran sein, dass Geschäftsbanken in der Schweiz Kredite an Private, Unternehmen und dem Staat verleihen, welche dann das Geld real nutzen und investieren können? Die Vollgeld-Initianten scheinen noch in der Zeit zu leben, als das Geld ausschliesslich durch die Bearbeitung von Edelmetallen entstanden ist. Sinnvoll wäre eher die Mindestreserve an die Nationalbank etwas zu erhöhen um Risiken zu mindern. Aber zu einer kompletten Verstaatlichung sollte man an vernünftiger Bürger ganz klar NEIN sagen!
    11 33 Melden
    • Michael Derrer 24.03.2018 23:55
      Highlight Dieser Kommentar idt ein Beitrag eines wenig informierten Zeitgenossen, dem man nahelegen kann, zunächst den Inhalt der Initiative auf www.vollgeld-Initiative.ch eingehend zu studieren und sich danach nochmsls zu melden.
      20 12 Melden
    • durrrr 25.03.2018 10:40
      Highlight "Was zum Himmel sollte also falsch daran sein, dass Geschäftsbanken in der Schweiz Kredite DIREKT GENERIEREN UND an Private, Unternehmen und dem Staat verleihen, welche dann das Geld real nutzen und investieren können? "
      So wars natürlich gemeint. Ist im ursprünglichen Kommentar falsch dargestellt! Den Punkt gönn ich Ihnen, auch wenn ihr oberlehrerhaftes Verhalten einem kleinen Schreibfehler gegenüber unnötig ist. Ihr Link können Sie sich ebenfalls sparen. Die Befugnis Geld zu generieren, nur noch der Nationalbank zu überlassen, ist und bleibt eine verstaatlichte Geldpolitik. Punkt.
      8 5 Melden
    • nickname2000 25.03.2018 12:11
      Highlight Warum kassiert die Bank Zinsen für Geld welches sie nicht besitzt? Es ist doch eindeutig dass dieses System falsch ist und der Profiteur daran nichts ändern möchte.
      17 4 Melden
  • demokrit 24.03.2018 19:01
    Highlight Ökonomen haben immer mal wieder Bierideen. Eine Mikrosteuer würde wohl ähnlich abschneiden, wie damals die Abstimmung zum Ersatz der Mehrwertsteuer durch eine Energiesteuer. Die GLP hat sich damals bis auf die Knochen blamiert und schämt sich heute noch.
    9 20 Melden
    • Matti_St 25.03.2018 01:54
      Highlight Lässt sich nur schlecht vergleichen, da die Geldquellen eindeutig nicht bei Otto Normal, sondern bei den Finanzinstitute sind.
      10 1 Melden
    • rodolofo 25.03.2018 09:37
      Highlight Da machen die Grünliberalen endlich mal was Mutiges, und schon kriegen sie gewaltig Eins auf den Deckel...
      Allerdings gehört auch einiges an Mut dazu, sich im Bereich der Frontlinie zwischen Links und Rechts aufzuhalten und dabei nicht eine weisse Fahne zu schwenken, sondern eine grüne!
      Das ist in etwa so, wie wenn Einer auf der Strasse genau in der Mitte, also auf der Sicherheitslinie, fahren würde. Der Zusammenstoss mit einem entgegenkommenden Fahrzeug wäre vorprogrammiert...
      6 0 Melden
    • demokrit 25.03.2018 09:49
      Highlight Was sind Finanzinstitute? Die Gesamtzahl an Transaktionen ihrer Teilnehmer. Also Otto Normal. Die Bonzen können jederzeit von ausländischen Banken transferieren.

      Die Idee ist dieselbe: Steuern einseitig durch den neuen Stein der Weisen zu ersetzen, ohne Beachtung von Nebeneffekten und Konsequenzen.
      3 3 Melden
    • Matti_St 25.03.2018 12:24
      Highlight @demokrit, heute werden Aktien im Sekundentakt gekauft und verkauft. Vor allem dort schenkt es ein. Deshalb sind die Steuern um Promillebereich. Otto Normal wird stärker entlastet.
      3 1 Melden
    • demokrit 25.03.2018 12:33
      Highlight Nur, wenn der Trader von der Schweiz aus handelt. Da haben wir mit der Konsumsteuer und anderen Steuern ein sehr viel besseres System.
      0 1 Melden
  • Wald Gänger 24.03.2018 17:11
    Highlight Die Banken müssten ja vor der Kreditvergabe nichts bei der SNB beantragen, wenn sie
    1. Klug gewirtschaftet und somit
    2. Genügend eigenes Geld zur Vergabe hätten, womit sie nicht nonexistente Werte schaffen würden, die sich bei jedem lauen Lüftchen gleich wieder in Luft auflösen und damit meistens noch ein paar Existenzen in den Abgrund befördern.
    33 5 Melden
  • DerTaran 24.03.2018 17:06
    Highlight All diese Konzepte haben die Natur von Geld nicht verstanden. Egal ob Links oder Rechts, viele glauben, man kann Geld aus dem Nichts erschaffen (Links glaubt, dass der Staat Geld erschaffen kann und Rechts glaubt an die Geldvermehrung durch die Aktienmärkte).
    Geld ist nichts als eine Masseinheit für menschliche Arbeitskraft. Ob und wieviel jemand bereit ist für Geld zu arbeiten oder nicht bestimmt seinen Wert. Deshalb ist ein Franken in der Schweiz weniger Wert als in einem Dritte Welt Land. Die Stabilität einer Währung representiert damit nur den Wohlstand der Menschen die sie repräsentiert.
    23 17 Melden
    • rodolofo 25.03.2018 09:43
      Highlight Der Wert des Geldes hat sehr viel mit Glauben zu tun!
      Eine Gold-Bindung gab in den frühen Anfängen des Geldes.
      Heute besteht Geld aber einfach aus (professionell und fälschungssicher) bedruckten Papierscheinen, mit denen wir nicht mal den Arsch putzen könnten (im Notfall)!
      Aber so lange wir daran GLAUBEN, dass diese Scheine einen Wert repräsentieren, können wir mit ihnen einkaufen und bezahlen.
      6 0 Melden
    • DerTaran 25.03.2018 12:41
      Highlight Ja genau, aber auch Gold ist nur ein gelbes Metall und brauch Glauben um wertvoll zu sein.
      6 1 Melden
  • Joshuuaa 24.03.2018 16:46
    Highlight Es sind zwei der sinnvollsten Initiativen, über die ich bisher abstimmen durfte: Die Folgen mögen schwer einzuschätzen sein. Aber dass es so mit den Finanzmärkten weitergeht, dass dieses System den ganzen Planeten an die Wand fährt und Millionen von Menschen in Armut hält und stösst, darf nicht sein. Man muss verändern, endlich einmal Mut beweisen. Demokratie, Marktwirtschaft, Menschenrechte zu wollen, war auch einmal ein Wagnis...
    75 13 Melden
  • Pafeld 24.03.2018 16:42
    Highlight Ist bezeichnend, dass ausgerechnet jene Leute von zu hohem Risiko sprechen, welche bis vor kurzem dazu bereit waren, den grössten Müll für vier Prozent Rendite an Ahnungslose zu verscheuern.
    Wer einen Sumpf trocken legen will, ist selbst schuld, wenn er sich vom Quaken der Frösche umstimmen lässt. An den Finanzplätzen herrscht wegen der Initiative blanke Panik. Während der Sammelphase hat man es noch mit billigen Lügen probiert. Jetzt versucht man einfach so lange Verunsicherung zu streuen, bis ein Nein erreicht ist. Lasst euch nicht verarschen. Das Geldmonopol gehört nicht privatisiert.
    69 4 Melden
  • Momou 24.03.2018 16:41
    Highlight Die Uneinigkeit der Experten bezüglich den Auswirkungen bei einem Systemwechsel zeigt auf, dass die Konsequenzen diffus sind. Die Initiativen erinnern an die "Energie- statt Mehrwertsteuer"-Initiative (bezogen auf Grad des Systemwechsels). Unabhängig der Ideologien sind die Experten bei der damaligen, wie auch bei den heutigen Debatte bezüglich Konsequenzen uneinig.
    Dem Liberalismus zum trotz ist eine Prise Konservatismus manchmal nicht fehl am Platz. In diesem Sinne sei ein Haus mit bekannten Mängeln einem unbekannten Haus als Beleibe vorzuziehen.
    7 27 Melden
    • Joshuuaa 26.03.2018 22:47
      Highlight Bis 1970 war das System quasi so wie es die Vollgeldinitiative verlangt....
      1 0 Melden
  • sägsäuber 24.03.2018 16:35
    Highlight Wir sind in einer blinden Abhängigkeit von der spekulativen global operierenden Finanzindustrie. Und keiner beklagt sich über fremde Richter!
    Vollgeld heisst unabhängige selbstbestimmte Geldpolitik!
    49 9 Melden
    • durrrr 24.03.2018 19:14
      Highlight Verstaatlichte Geldpolitik ist so ziemlich das Gegenteil von unabhängiger, selbstbestimmter Geldpolitik.
      7 16 Melden
    • rodolofo 25.03.2018 09:50
      Highlight Ich würde mich sogar zu einem mittelalterlichen Gleichnis hinreissen lassen:
      Der tapfere Ritter Eisenherz hat dank der Vollgeld-Initiative plötzlich und überraschend die Gelegenheit, dem Feuer speienden, übermächtig scheinenden Drachen "Finanzwelt-Mafia" mit seinem Schwert einen tödlichen Stich zu versetzen, indem er zusammen mit Millionen von anderen tapferen Rittersleuten ein JA! einlegt.
      9 1 Melden
    • klugundweise 25.03.2018 11:14
      Highlight Durr: dann ist also alles was unser demokratischer Staat bestimmt schlechter als das was Weltbank, FED (im Besitz amerikanischer Banken), EZB etc. bestimmen. Sie bestätigen damit, dass Sie fremde Richter vorziehen.
      4 1 Melden
    • durrrr 25.03.2018 12:53
      Highlight @klugundweise
      Nein ist es nicht und ich weiss nicht warum Sie das aus meinem Kommentar folgern.
      2 4 Melden
  • Nominator 24.03.2018 15:41
    Highlight Ich bin dafür! Wie immer, wenn niemand weiss was passiert. Sonst ist es ja nicht spannend. Der Mensch ist charakterlich sowieso nicht geeignet für den Umgang mit Geld und fängt meistens an zu spielen und zu spekulieren weil er der Versuchung nicht widerstehen kann. Mit Geld spielt man genauso wenig wie mit Essen. Es ist einfach nicht anständig! Ohne menschliche Tugenden gibt es keine Zukunft. Auch wenn der Blick Dorer meint unser Heil liege in der Digitalisierung. Es macht keinen Sinn wenn wir uns noch virtueller machen als wir schon sind. Oder möchte jemand behaupten unser Universum sei real?
    17 14 Melden
  • Gurkentruppenchefin 24.03.2018 15:35
    Highlight Die Idee hinter der Vollgeld-Initiative ist genial. Damit es funktioniert, muss aber das Volk den SNB-Präsidenten wählen können und wir brauchen staatliche Banken. Leider wieder eine Initiative mit guter Stossrichtung aber nicht zu Ende gedacht.
    7 35 Melden
    • AustinOsmanSpare 24.03.2018 17:37
      Highlight Kurz: Kommunismus
      8 12 Melden
  • Kommemtar 24.03.2018 15:23
    Highlight Gerade bei der mikrosteuer müsste man das System ja nicht heute auf Morgen umstellen. Das ganze sauber Aufgleisen, kontinuierlich aufbauen und wenns klappt die Mehrwertsteuer lamgsam zurückschrauben.


    Wenns nicht funktioniert macht man einen Schritt zurück und überlegt wie es besser geht.
    109 8 Melden
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 24.03.2018 19:30
      Highlight Warum muss man etwas ausprobieren, das schon in der Theorie nicht funktioniert?
      1 oder 2 Promille von jedem Zahlungsbetrag als Mikrosteuer/Transaktionssteuer. Dies würde meine Steuerlast drastisch reduzieren (ca. 0.5%). Bei gleichbleibenden Staatsausgaben müsste jemand anderes diese Steuern bezahlen. Glauben Sie, dass diese Steuer neu von Rohstoffhändlern und Banken bezahlt werden würde? Diese Geschäfte können ganz leicht ins Ausland verlagert werden. Erklären Sie mir einfach einmal wie diese Steuer theoretisch funktionieren könnte und dann können wir über die Praxis nachdenken.
      10 3 Melden
    • durrrr 24.03.2018 20:17
      Highlight Eine Mikrosteuer würde (wenn überhaupt) nur global oder zumindest kontinental funktionieren. Eine nationale Einführung wäre angesischts des digitalen Zeitalters schlichtweg weltfremd und würde der Schweiz massiv schaden, weil die digitalen Transaktionen einfach ausgelagert werden. Da hat Eichenberger schon recht!
      7 3 Melden
    • Kommemtar 25.03.2018 17:38
      Highlight Beim heutigen system können ja auch gewinne und holdingssitze ganz einfach ausgelagert werden.

      Es sind immer die gleichen Ausreden... obs funktioniert kann man erst sagen wenn man es ausprobiert hat. Und wie bereits erwähnt. Es ist ja nicht eine Mehrbelastung sondern ein Ersatz.
      0 2 Melden
  • Matti_St 24.03.2018 15:23
    Highlight Die Mikrosteuer würde viele Probleme auf einmal lösen. Ich bin überzeugt, früher oder später wird sich diese Steuer global durchsetzen.
    Die Leute haben genug von dubiosen Steueroptimierungen (Panamapapers) die zwar gesetzlich erlaubt sind, aber einen enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden verursachen.
    43 1 Melden
  • Hayek1902 24.03.2018 15:08
    Highlight Viel glück beim besteuern von krypto transaktionen.
    27 4 Melden

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