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Riesengebiss: In das Maul des Urzeit-Hais würde ein Smart passen. 

Gebiss so gross wie ein Smart: Das Sauriermuseum Aathal zeigt Riesen-Haie aus der Urzeit

Das Neueste aus der Welt der Wissenschaft und Technik in Kurzform. Damit du weisst, wie der Roboter-Hase läuft.

17.04.18, 18:31

Demnächst startet der Horror-Film «The Meg» über einen ausgestorbenen Monsterhai namens «Megalodon». Der Zufall will, dass das Sauriermuseum Aathal jetzt die Ausstellung «Haie der Urzeit» eröffnet – mit dem weltweit am besten erhaltenen Skelett eines «Megalodons».

Im Vergleich zum «Megalodon» ist der Weisse Hai «Jaws» ein Kuscheltier: Das vor zwei Millionen Jahren ausgestorbene Urzeitmonster wurde fast 20 Meter lang und in sein Maul hätte locker ein Smart gepasst. 

Megalodon in Maximal- und Durchschnittsgrösse im Vergleich mit Walhai, Weissem Hai und Mensch.  Bild: Wikimedia

Fossile Haie sind extrem selten, sagt Hans-Jakob Siber, Gründer und Besitzer des Sauriermuseums Aathal. Denn Haie sind Knorpelfische und Knorpel zerfällt nach dem Tod sehr schnell. Haiskelette versteinern denn nur unter ganz seltenen Bedingungen. Die etwa 4,5 Meter lange Versteinerung eines Megalodons aus Peru, welche das Sauriermuseum als «Hailight» ab Donnerstag in einer Sonderausstellung zeigt, sei aus Forschersicht eine Sensation. 

Im Vergleich zum lebenden Tier sei dieses Fossil aber dennoch eher «mickrig», sagt Siber. Um Besuchern einen besseren Eindruck zu geben, hat er deshalb einen animierten Kurzfilm drehen lassen. Gezeigt wird er in einem nachgebauten Aquarium. Der Zuschauer steht dabei in einer Art Grotte und guckt durchs Glas ins Meer hinaus. Zunächst schweben Seesterne und anderes Getier herum, bis – wamm – von hinten der «Riesenzahn» naht und sein Maul aufreisst. 

«Riesenzahn»: Von den gigantischen Zähnen hat Megalodon seinen Namen. 

Dass dieses Szenario einer der Schlüsselszenen von «The Meg» ähnelt, als ein kleines Mädchen in einem Unterwasserfenster den Monsterhai kommen sieht, sei Zufall, so Siber. Von der Hollywood-Produktion habe er erst im Februar erfahren, als die eigene Hai-Ausstellung bereits weit gediehen war. 

«Die beste Ausstellung über fossile Haie»

Angeregt wurde diese nicht von Hollywood, sondern von Sibers Nachbar René Kindlimann, von Hause aus Ausstellungsgestalter und nebenbei ein gefragter Hai-Experte und Besitzer einer der weltweit vollständigsten Sammlungen von Haifossilien. 30 Jahre lang habe er Kindlimanns Sammlung wachsen sehen, sagt Siber. Um sie ins Sauriermuseum zu integrieren, dafür fehle der Platz, aber zumindest widmet er den Haien nun die diesjährige Sonderausstellung. 

«Wir wollten die beste Ausstellung über fossile Haie machen, die es je gegeben hat, und ich glaube, das ist uns gelungen», sagt Siber. Zu sehen sind neben dem weltweit am besten erhaltenen Skelett eines «Megalodons» etwa zwei Dutzend Raritäten, welche die Evolution der Haie nachvollziehbar machen. 

Video: srf

Ergiebige Fundstellen sind Peru und der Libanon, aber auch Solnhofen in Deutschland. Vor Jahrmillionen Jahren dürften also auch in unseren Breiten Haie gejagt haben. 

«Megalodon» überlebte erstaunlich lange ...

Ausgestorben ist der «Megalodon» genannte Hai – der wissenschaftliche Name lautet anders und hat gerade vor kurzem wegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse wieder geändert – zu einer Zeit, als die grossen Meeresräuber des Erdmittelalters, die Mosasaurier, Plesiosaurier und Pliosaurier längst verschwunden waren. 

Im Tertiär erschlossen sich mit den sich damals entwickelnden Meeressäugern neue Nahrungsquellen für die Riesenhaie. Bild: Alberto Gennari/Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology

Den Haien eröffneten sich im Tertiär neue Nahrungsquellen in Gestalt der damals sich entwickelnden meeresbewohnenden Säugetiere. Haie wie der Megalodon profitierten von dieser Entwicklung und begannen eine enorme Grösse zu entwickeln: Mit 15 bis 18 Metern Länge waren sie gewaltige Jäger. Im Vergleich dazu erreichen die grössten Weissen Haie der heutigen Zeit mit 6 bis 8 Metern weit geringere Dimensionen. 

... allerdings nicht bis heute

Seit langem kursieren immer wieder Gerüchte, einzelne Exemplare des «Megalodons» hätten in den Tiefen der Meere bis heute überlebt – schliesslich sind 90 Prozent der Meere noch unerforscht. Auch der Film «The Meg» geht von dieser Legende aus. 

Hans-Jakob Siber hält nicht viel davon. Dass einzelne Tiere bis heute überlebt haben, hält er für so gut wie unmöglich. Denn um sich fortzupflanzen, brauche es eine grosse Population, weil es sonst zu Inzucht und infolgedessen genetischen Krankheiten komme, welche die Population wieder dezimieren. Und eine grosse «Riesenzahn»-Population wäre nicht zwei Millionen Jahre unentdeckt geblieben. 

Sollten wie damals in der Folge des Films «Jaws» Ängste auftauchen, von einem prähistorischen Monsterhai gefressen zu werden, so sind diese gänzlich unbegründet. Selbst Opfer «normaler» Haie sind selten. Jährlich werden um die 75 Menschen von Haien verletzt oder getötet. Zum Vergleich: Jährlich sterben etwa 150 Menschen an Verstopfung. 

(Irene Widmer, sda)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Falken sind im Sturzflug schneller als ein ICE

Wanderfalken erreichen bis zu 360 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit eines ICE 3 beträgt nur 330 km/h. Bild: Shutterstock

Einige Vogelarten stürzen sich mit hoher Geschwindigkeit in die Tiefe – die Ziele solch rasanter Flugmanöver können gänzlich unterschiedlich sein: Wanderfalken (Falco peregrinus) etwa erwischen dank ihrer extrem schnellen Sturzflüge auch Beutevögel, deren Flugmanöver eigentlich unberechenbar sind. 

Costakolibris (Calypte costae) hingegen werben im Flug um Weibchen. Sie erzeugen dazu beim Herabstossen mit ihren Schwanzfedern einen hohen Ton und spreizen ihre Federn gezielt so, dass der Flugsound optimal beim Weibchen ankommt. 

Die Gruppe um Robin Mills von der Universität Groningen (Niederlande) berichtet im Fachjournal «Plos Computational Biology», was sie über den Sturzflug des Wanderfalken bei der Jagd auf Stare (Sturnus vulgaris) herausgefunden hat. Frühere Untersuchen hatten bereits gezeigt, dass die pfeilschnellen Vögel ähnliche Manöver ausführen, wie menschengemachte Lenkflugkörper. 

Wanderfalke im Sturzflug. Bild: Shutterstock

Die Forscher nutzten in ihrer jetzt vorgestellten Untersuchung Computermodelle, in denen sie zum einen die Flugbahnen des Falken variierten, zum anderen das Flugverhalten der Stare. Sie konnten im Geradeausflug, mit sanften oder unberechenbaren Manövern, wie häufigen und schnellen Richtungswechseln, fliegen. 

Der Auswertung zufolge zahlen sich die riskanten Sturzflüge, bei denen die Vögel nach Angaben der Forscher eine Geschwindigkeit von mehr als 360 Kilometern pro Stunde erreichen können, besonders dann aus, wenn die Stare die Falken bereits bemerkt haben und eigentlich unberechenbare Ausweichmanöver ausführen. Die Falken selbst können dank des Sturzflugs aerodynamische Manöver fliegen, die die Chancen erhöhen, einen Star auch dann noch zu erbeuten. 

Tierische Rekorde

Allerdings bringe der Sturzflug hohe Anforderungen an das Sehen und die Flugkontrolle mit sich, schreiben die Biologen: Nur wenn beides weitgehend fehlerfrei funktioniere, sei der Sturzflug die optimale Jagdstrategie. 

Männlicher Costakolibri.  Bild: Shutterstock

Auch viele Kolibris rasen teils mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft, allerdings eher um anzugeben: Die Männchen versuchen damit in der Paarungszeit, die Weibchen zu beeindrucken. Costakolibris, auch Veilchenkopfelfen genannt, erzeugen dabei Töne mit einer Frequenz von mehreren 1000 Hertz, und zwar hauptsächlich mit Hilfe ihrer Schwanzfedern. 

Aufnahme des Tons, den ein männlicher Costacolibri beim Sturzflug mit seinen Schwanzfedern produziert.  Quelle: Current Biology

Christopher Clark und Emily Mistick von der University of California in Riverside hatten bei der Beobachtung der waghalsigen Manöver festgestellt, dass die Kolibrimännchen dem Weibchen dabei weit weniger nahekommen als das bei verwandten Arten der Fall ist: nämlich nur auf fünf Meter statt auf einen halben oder einen Meter. 

Bei Versuchen im Windkanal und mit der Hilfe «akustischer Kameras» entdeckten die Forscher, dass die Veilchenkopfelfen anders als andere Arten einige Schwanzfedern fast senkrecht zur Flugrichtung stellen. Dadurch erreiche das Fluggeräusch zu den Seiten hin den grössten Schalldruckpegel und die höchste Frequenz, berichten Clark und Mistick im Fachblatt «Current Biology»

Das Manöver ist also am besten einige Meter seitlich von der Flugbahn zu hören. Höhere Töne signalisierten höhere Geschwindigkeiten, die die Weibchen bevorzugen.

(sda/dpa)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Welche Tierfürze sind die schlimmsten? Ein neues Buch gibt Auskunft

Zuerst war da eine Anfrage per Twitter. Dann ein Google-Dokument. Und jetzt ist ein Buch daraus geworden: «Furzt es?», so lautet der vielversprechende Titel auf Deutsch. Das «definitive Handbuch der animalischen Flatulenz», wie sich das Werk im Untertitel anpreist, verschafft uns lang ersehnte Antworten auf die Frage, welche Tiere furzen – und welche nicht. 

Giraffenwinde sollen besonders schlimm riechen. Wohl auch deshalb, weil der Ausstoss just auf «Gesichtshöhe eines durchschnittlichen Menschen» erfolgt.  Bild: Shutterstock

Die Autoren Daniella Rabaiotti und Nick Caruso beantworten nicht nur diese drängende Frage bei rund 80 Tierarten, sie vermitteln auch sonst Wissenswertes über die tierische Verdauung. So erfahren wir, dass Blauwale – wer hätte das gedacht? – auch in dieser Hinsicht die Rangliste anführen. Ihre Winde sind die voluminösesten im Tierreich.

Hunde lassen ebenfalls Winde, wie jeder Hundebesitzer weiss, Kraken dagegen nicht. Vögel könnten furzen, tun es aber nicht. Ob Spinnen es tun, weiss noch niemand – hier braucht es mehr Forschung zum Thema. Heringe wiederum furzen über drei Oktaven hinweg, um miteinander zu kommunizieren. 

Von Buchautorin Rabaiotti stammt übrigens die Twitter-Anfrage vor gut einem Jahr, die das Ganze ins Rollen brachte. Die Zoologin hatte unter dem Hashtag #Doesitfart einen US-Ökologen gefragt, ob Schlangen furzen können: 

«‹Seufz›. Ja», lautete die kurze Antwort:

Damit war die Sache indes nicht gegessen. Unter dem erwähnten Hashtag sammelten sich alsbald eine Menge Anfragen zum Thema, so dass Wissenschaftler ein öffentlich zugängliches Google-Doc einrichteten, in dem die Flatulenzfähigkeit für eine ganze Reihe von Tierarten diskutiert und beantwortet wird.

Luchsfürze sollen besonders schlimm sein, nachdem die Raubkatze Eichhörnchen gefressen hat.  Bild: Shutterstock

Die Winde von Hauskatzen zum Beispiel werden dort als «still, aber tödlich» bezeichnet. Am schlimmsten aber sind dieser Liste zufolge die Fürze von Rotluchsen (nach dem Verzehr von  Eichhörnchen) und Giraffen (auf «Gesichtshöhe» des durchschnittlichen Menschen). Inzwischen ist das Dokument um die Kategorien «Does it puke?» («kotzt es?») und «Does it sneeze?» («niest es?») erweitert worden. 

(dhr)

>> Weitere Kurznachrichten aus Wissenschaft und Technik gibt es HIERHIERHIER und HIER

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