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Elektroauto: VW ID. Polo ist auf Monate hinaus ausverkauft

Typische Formen: Der ID. Polo ähnelt seinem Verbrennerbruder.
Typische Formen: Der ID. Polo ähnelt seinem Verbrennerbruder. bild: vw

Hoffnung in der Krise: VWs Elektro-Kleinwagen ist auf Monate ausverkauft

Volkswagens elektrischer ID. Polo rollt jetzt zu den Händlern, doch Käufer müssen teils sehr lange auf die Auslieferung warten. Auch andere Modelle im VW-Konzern stossen auf reges Kundeninteresse.
17.09.2026, 11:4917.09.2026, 11:57
Christopher Clausen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein Auto bestellen, das man noch nicht probegefahren und vielleicht noch nicht einmal aus der Nähe gesehen hat? Beim VW ID. Polo scheint das erstaunlich viele Kunden nicht abzuschrecken. Gerade erst kommen die ersten Exemplare des elektrischen Kleinwagens zu den Händlern, doch die Auftragsbücher füllen sich schneller als erwartet.

VW zeigt den ID. Polo in Zürich: Der Kleinwagen ist 4,05 Meter lang. Die Preise beginnen bei 25'000 Franken.
VW zeigt den ID. Polo in Zürich: Der Kleinwagen ist 4,05 Meter lang. Die Preise beginnen bei 25'000 Franken. bild: watson

Auch die Konzernbrüder Skoda Epiq und Cupra Raval stossen schon vor ihrem eigentlichen Marktstart auf eine Nachfrage, die Hersteller und Händler beschäftigt. Bei einzelnen Varianten werden die Lieferzeiten inzwischen in Monaten statt in Wochen angegeben, berichtete die «Automobilwoche» exklusiv.

Mehr als 30'000 Bestellungen für den ID. Polo

Volkswagen hatte die Bestellbücher für den ID. Polo Ende April geöffnet. Kunden konnten das Auto zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Handel ansehen oder Probe fahren. Trotzdem gingen europaweit bereits mehr als 30'000 Bestellungen ein, wie eine VW-Sprecherin der «Automobilwoche» sagte. Vor allem in Deutschland liege die Nachfrage deutlich über den ursprünglichen Erwartungen.

Ein Händler zeichnet ein noch deutlicheres Bild. «Beim ID. Polo ist die gesamte Reihe ausverkauft. Die Wartezeit liegt bei mindestens zehn Monaten», sagte der Chef einer grossen VW-Autohausgruppe der «Automobilwoche». Volkswagen bestätigt längere Lieferzeiten, weist aber darauf hin, dass sie von der jeweiligen Ausstattung abhängen. «Die Kombination aus der sehr positiven Kundennachfrage und den langfristig geplanten Produktionskapazitäten in unserem Werk in Martorell führt aktuell zu längeren Lieferzeiten», teilte das Unternehmen der «Automobilwoche» mit. Das Werk Martorell liegt in der spanischen Region Katalonien.

Nicht alle Kunden müssen warten

Die Wartezeit betrifft dem Bericht zufolge vor allem individuell konfigurierte Fahrzeuge. Händler haben zudem vorkonfigurierte Autos aus ihren Kontingenten, die zum Verkaufsstart verfügbar sind. Volkswagen will ausserdem die Produktion schrittweise erhöhen. Der ID. Polo startet bei 24’900 Franken (Einführungspreis bis Ende Oktober 21'900 Franken). Damit landet Volkswagen in einer Preisklasse, die bei Elektroautos bislang vergleichsweise dünn besetzt war.

Cockpit mit Knöpfen und Drehregler für wichtige Funktionen. Dazu passt der Retro-Modus für die Displays, der wahlweise aktiviert werden kann.
Cockpit mit Knöpfen und Drehregler für wichtige Funktionen. Dazu passt der Retro-Modus für die Displays, der wahlweise aktiviert werden kann.bild: vw

Auch Skoda und Cupra melden hohe Nachfrage

Dass nicht allein das VW-Modell gefragt ist, macht die Entwicklung für den Konzern besonders interessant. Auch der Skoda Epiq und der Cupra Raval basieren auf der neuen Kleinwagenarchitektur des Konzerns, ebenso der SUV-Ableger des ID. Polo, der ID. Cross. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich der ID. Cross noch besser als der ID. Polo verkaufen wird.

Skoda Epic
Über 35'000 Vorbestellungen: Der Skoda Epiq startet bei rund 26'000 Franken.Bild: Skoda

Für den Epiq (Testbericht) liegen nach Angaben von Skoda bereits mehr als 35'000 Bestellungen vor. Varianten mit grossem Akku sind seit Mai ab 37'800 Franken bestellbar. Die günstigere Basisversion soll ab September für 25'900 Franken angeboten werden. Auch beim Cupra Raval (Testbericht) berichten Händler von langen Lieferzeiten. Aktuell bestellte Fahrzeuge könnten demnach teilweise erst im Mai oder Juni 2027 ausgeliefert werden. Die Basisversion kostet 24'900 Franken.

Cupra Raval
Der Cupra Raval (ab 25'000 Franken) läuft wie der gleich teure ID. Polo in Spanien vom Band.Bild: Cupra

Vor allem der Preis dürfte für den Erfolg eine wichtige Rolle spielen. Während Elektroautos über Jahre vor allem in höheren Fahrzeugklassen angeboten wurden, kommen nun mehrere Modelle des VW-Konzerns in die Nähe der 25'000-Franken-Marke.

Autoexperte sieht Trendwende bei VW

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bewertet die frühen Bestellzahlen deshalb positiv. «Dass der VW ID. Polo so schnell so gut bei Kunden ankommt, ist ein wunderbares Zeichen», sagt der Direktor des CAR-Instituts auf Anfrage von watson-Medienpartner t-online.

Er sieht darin eine Bestätigung der neuen Designstrategie von Volkswagen und zugleich ein Zeichen dafür, dass Elektroautos bei mehr Kunden Akzeptanz finden. Vor allem im Kleinwagensegment könne es Volkswagen damit gelingen, sich auch gegen chinesische Konkurrenten zu behaupten.

Er verbindet seine Einschätzung allerdings auch mit einer industriepolitischen Frage. Ein noch grösserer Erfolg wäre es aus seiner Sicht, wenn Volkswagen die Kosten in Deutschland so weit senken könnte, dass auch solche kleinen Fahrzeuge künftig wieder in der Heimat gebaut werden könnten.

Vier Modelle, eine technische Familie

Die neue Elektro-Kleinwagenfamilie zeigt zugleich, wie Volkswagen konzernweit künftig stärker Kosten sparen will. Modelle verschiedener Konzernmarken sollen mehr gemeinsame Bauteile nutzen. Damit stellt sich allerdings die Frage, wie eigenständig VW, Skoda und Cupra noch auftreten können, wenn ihre Autos technisch immer ähnlicher werden.

Skoda-Chef Klaus Zellmer sieht darin keinen Widerspruch. «Wir haben starke Marken mit einer eigenen Identität innerhalb des Verbundes der Volumenmarken», sagte er im Interview mit t-online. Bei den neuen Elektro-Kleinwagen soll diese Trennung trotz gemeinsamer Technik sichtbar bleiben. «Bei der neuen elektrischen Kleinwagenfamilie mit Epiq, Raval, ID. Polo und ID. Cross zeigen wir vier Fahrzeuge mit komplett unterschiedlicher Persönlichkeit und differenziertem Aussehen, um einen grossen Fussabdruck im Markt zu setzen», sagt Zellmer.

VW ID. Cross
Der ID. Cross ist 4,15 Meter lang. Die Preise beginnen bei 27'600 Franken (ab Oktober bestellbar). Das Modell mit dem grossen Akku (ab 37'800 Franken) ist bereits bestellbar. Bild: t-online

Wie gross dieser Fussabdruck tatsächlich wird, wird sich erst mittelfristig zeigen. Die ersten Bestellzahlen führen zumindest schon jetzt dazu, dass die Arbeiter in Spanien mehr zu tun bekommen als ursprünglich erwartet.

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Die beliebtesten Kommentare
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M3rmegil
17.09.2026 12:31registriert Oktober 2023
Kunden wollen einen Kleinwagen? nicht den 100sten SUV?? wär hätte das gedacht...
453
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Barth Simpson
17.09.2026 12:23registriert August 2020
Die anhaltende Treibstoffverteuerung wirkt als Katalysator für die E-Mobilität. Die Wende kommt nicht überraschend, sondern kündigte sich seit Jahren an – auch wenn passionierte Verbrenner-Fans die Entwicklung gerne aufhalten würden. Viel Erfolg VW, das habt ihr verdient.
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