E-Autos in der Schweiz: Eine Marke zeigte im August allen die Rücklichter
Im August wurden über 4700 E-Autos neu zugelassen, 43 Prozent mehr als im August vor einem Jahr. Vollelektrische E-Autos (BEV) erreichten laut dem Elektromobilitätsverband Swiss eMobility einen Anteil von 30,1 Prozent an den Pkw-Neuzulassungen – das war der höchste Wert im laufenden Jahr. Seit Anfang 2026 kamen kumuliert über 37'000 vollelektrische Personenwagen auf Schweizer Strassen. Damit ist seit Anfang Jahr exakt jeder vierte eingelöste Neuwagen ein Stromer.
Bei den einzelnen Modellen führten im August, wie zuletzt fast in jedem Monat, zwei Elektro-SUVs von Skoda (Elroq und Enyaq) die Rangliste an. Rang drei ging an Mercedes' neuen Luxus-Stromer GLC, der ab rund 70'000 Franken zu haben ist.
Die hierzulande beliebten Elektroautos von VW (ID-Modelle) sowie Teslas Model Y und Model 3 haben es im August nicht in die Top 10 geschafft. Dafür taucht BYD aus China neuerdings weit vorn in der Statistik auf. Dies nicht mit einem günstigen E-Auto, sondern mit dem mindestens 50'000 Franken teuren Sealion 7 (unser Testbericht).
Beliebteste Elektroautos im August 2026
Inzwischen sind E-Autos für unter 25'000 und teils unter 20'000 Franken im Handel, bloss will die fast niemand.
Rang 6: BMW iX1
Rang 8: BYD Sealion
Warum grosse und teure E-Autos dominieren
Die beliebtesten E-Autos gehören fast durchgehend zum mittleren und gehobenen Preissegment. Das erstaunt nicht: Neuwagen werden zum grossen Teil von Firmenkunden oder Besserverdienenden angeschafft und die haben kaum Bedarf an Kleinwagen. Firmenwagen sollen repräsentieren und langstreckentauglich sein. Gutverdienende wiederum greifen zu Modellen mit mehr Leistung, Komfort und Ausstattung. Günstigere Kleinwagen machen daher nur einen sehr geringen Teil der Neuzulassungen aus.
Die Statistik spricht eine klare Sprache: Klassische Kleinwagen wie Hyundai Inster und Renault Twingo schaffen es nur knapp unter die 20 beliebtesten Stromer des Monats August. Noch weniger Kunden finden die Budget-Stromer von Citroën, Fiat sowie der chinesischen Hersteller BYD und Leapmotor.
Das schwache Abschneiden kleiner und günstiger E-Autos bedeutet, dass in den kommenden Jahren nur wenig gebrauchte Elektro-Kleinwagen auf den Occasionsmarkt kommen werden. Dies wäre eine wichtige Voraussetzung, um Elektroautos in allen Bevölkerungsschichten zu etablieren.
Anders gesagt: Sehr günstige Einsteiger-E-Autos werden auf dem Schweizer Occasionsmarkt wohl auch in den nächsten Jahren Mangelware bleiben.
Immerhin gelangen mittlerweile zahlreiche noch junge E-Autos im mittleren Preissegment auf den Occasionsmarkt. Auch dies hilft, die Elektromobilität in die breite Bevölkerung zu bringen. Denn insgesamt ist der Schweizer Occasionsmarkt viel grösser als der Markt für Neuwagen. Auf jeden verkauften Neuwagen dürften inzwischen rund drei Gebrauchtwagen kommen.
(oli)
