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Das E-Auto gewinnt in Europa

Elektroautos legen 2026 stark zu.
Elektroautos legen 2026 stark zu.Bild: Shutterstock

E-Autos erreichen Rekordmarke in Europa

Elektroautos haben ihren Anteil an den Neuzulassungen in der EU binnen eines Jahres deutlich ausgebaut. Im August erreichten Stromer einen neuen Rekord.
25.09.2026, 11:0325.09.2026, 11:29

Von Januar bis August waren in der EU 22 Prozent der neu zugelassenen Personenwagen reine Elektroautos (BEV – battery electric vehicles). Das sind fast sechs Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Mit den EFTA-Staaten und Grossbritannien stieg der BEV-Anteil in Europa im laufenden Jahr auf 23,2 Prozent.

Im August erreichten E-Autos in Europa (EU, EFTA und UK) erstmals einen Anteil an den Neuzulassungen von 29 Prozent – ein neuer Rekord also. Der positive Trend setzte sich im September fort.

Marktanteil von E-Autos in Europa von 2023 bis 2026

E-Autos legen zu: Von Januar bis August 2026 erreichten sie einen Anteil von 23,2 Prozent an den PKW-Neuzulassungen in Europa.
E-Autos legen zu: Von Januar bis August 2026 erreichten sie einen Anteil von 23,2 Prozent an den PKW-Neuzulassungen in Europa.bild: @electric_nick_ / daten: ACEA

Stromer setzen sich nun immer schneller durch: Im Juli wurden in Europa 51 Prozent und im August 52 Prozent mehr E-Autos als in den Vorjahresmonaten neu zugelassen. Von Januar bis August betrug der Zuwachs europaweit 39 Prozent. In der Schweiz konnten Stromer um 23 Prozent zulegen, was deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 45 Prozent lag.

E-Autos boomen, Verbrenner-Markt schrumpft

Von Januar bis August sank der Absatz von Benzinautos in der EU um 18,6 Prozent. Ihr Marktanteil beträgt 21,7 Prozent, während es vor einem Jahr noch 28 Prozent waren. Dieselautos machen nur noch 7,3 Prozent der Neuzulassungen aus. Hybrid-Autos haben einen Anteil von rund 36 Prozent, die restlichen zehn Prozent sind Plug-in-Hybride.

Die folgende Grafik zeigt: Aktuell ist rund jede dritte Neuzulassung in Europa entweder ein elektrifiziertes Auto (E-Auto und Plug-in-Hybrid) oder ein Voll-Hybrid oder ein klassischer Verbrenner (Benzin und Diesel).

Entwicklung der Antriebsarten in Europa von 2017 bis 2026

Elektrifizierte Autos (grün und blau in der Grafik) sowie Voll-Hybride (HEV) wachsen, klassische Verbrenner (orange) schrumpfen schnell.
Elektrifizierte Autos (grün und blau in der Grafik) sowie Voll-Hybride (HEV) wachsen, klassische Verbrenner (orange) schrumpfen schnell.bild: @electric_nick_ / daten: ACEA

Automarkt wächst nur leicht

Insgesamt stiegen die Pkw-Neuzulassungen im laufenden Jahr in der EU um 5,3 Prozent auf 7,55 Millionen Autos, wie der europäische Herstellerverband ACEA in Brüssel mitteilte.

Nach Einschätzung des EY-Experten Constantin M. Gall ist der Zuwachs allerdings nicht allein als Zeichen für eine Erholung des Automarktes zu werten. «Der Aufwärtstrend auf dem europäischen Neuwagenmarkt ist in erster Linie auf die Subventionierung der E-Mobilität zurückzuführen», sagte Gall. Sollten diese auslaufen, werde auch der Absatz von Elektroautos einbrechen.

Elektroauto

Chinesische Autobauer legen zu

Deutlich zulegen konnten von Januar bis Ende August die chinesischen Anbieter. Autobauer wie der Volkswagen-Konzern warnen in jüngster Zeit immer deutlicher vor der erstarkenden Konkurrenz aus Fernost auf dem heimischen Markt. Der chinesische Geely-Konzern, zu dem der ACEA-Verband unter anderem die im Westen bekannten Marken Volvo, Polestar und das Joint-Venture Smart mit Mercedes-Benz zählt, blieb in der EU mit seinem Marktanteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar nur stabil bei 2,7 Prozent.

BYD konnte seinen Anteil an den Neuwagen aber von 0,9 auf 2,4 Prozent Marktanteil mehr als verdoppeln. SAIC Motor (vor allem MG Motor) legte von 1,9 auf 2,2 Prozent zu, Chery Automobile (Marken Omoda, Jaecoo) von 0,5 auf 1,5 Prozent. Zusammen mit Leapmotor (0,8 Prozent) erreichten diese chinesischen Anbieter so rechnerisch zusammen einen Marktanteil von 9,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es ACEA zufolge nur 6,2 Prozent.

Deutsche Hersteller tun sich schwer

Der Volkswagen-Konzern verkaufte im Juli und August jeweils um die 3 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor. In den Zahlen ist die Sportwagentochter Porsche enthalten, die in den beiden Monaten einen Dämpfer von knapp 5 Prozent beziehungsweise gut 8 Prozent in der EU einsteckte. Bei BMW gab es ein leichtes Plus von jeweils unter einem Prozent. Mercedes-Benz konnte im Juli nur leicht zulegen, steigerte die Neuzulassungen im August dann aber um mehr als 7 Prozent.

Für den Gesamtmarkt bleibt Ey-Experte Gall zurückhaltend. Die konjunkturelle und politische Situation bleibe schwierig, eine Verbesserung der Lage sei nicht absehbar. Die Hersteller sollten sich deshalb auf weitere schwierige Jahre vorbereiten und ihre Absatzziele nicht zu hoch ansetzen.

(oli/sda/awp/dpa)

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