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Schweiz

Android oder iPhone? Schweizer Smartphone-Studie 2022 lässt tief blicken

Teaserbild zur Smartphone-Studie 2022 von Comparis.
Gute Vorsätze bezüglich Handykauf sind gut, aber wie sieht die Realität aus? Bild: Shutterstock / watson

Ob iPhone oder Android: Die Schweizer Smartphone-Studie 2022 lässt tief blicken

Eine repräsentative Befragung zeigt, wie die Schweizerinnen und Schweizer beim Handykauf ticken. Im Fokus: die Nachhaltigkeit.
06.12.2022, 08:4908.12.2022, 12:44

Der Internet-Vergleichsdienst Comparis hat seine alljährliche Smartphone-Studie veröffentlicht. watson fasst die wichtigsten und überraschendsten Erkenntnisse zusammen.

Wie alt ist das Handy, das du privat verwendest?

Die Gretchenfrage: Wer denkt beim Handykauf an die Umwelt?

Nachhaltigkeit bleibe bei Schweizer Smartphone-Usern trotz gutem Willen «mehr Vorsatz als Tat», konstatiert Comparis aufgrund der repräsentativen Studie (siehe unten).

Bild

Zwar geben von Jahr zu Jahr mehr Befragte an, ihr Hauptgerät lange behalten zu wollen. Fakt sei allerdings:

Die Befragten aus allen Regionen besitzen ihr Handy im Schnitt nur knapp etwas über zwei Jahre.

Dieser Wert sei seit 2019 konstant. Nur gerade 11 Prozent würden ihr Gerät effektiv 4 Jahre oder länger besitzen. Und nur 15 Prozent hätten ihr Gerät schon 3 bis 4 Jahre.

Wer will 2023 ein neues Handy kaufen?

45 Prozent der Befragten wollen wieder ein neues Android-Smartphone oder iPhone kaufen. Das sind zwar deutlich weniger als in der Vergangenheit (2019 waren es 57 Prozent). Dennoch erreiche so ein bedeutender Teil der User nicht «die erstrebte Haltedauer von 4 und mehr Jahren».

Signifikant mehr iPhone-User als Android-User wollen gemäss Comparis-Studie in den nächsten 12 Monaten ein neues Gerät kaufen. Mit einer Zustimmungsrate von 48 Prozent (unter 36-Jährige) bzw. 49 Prozent (36- bis 55-Jährige) wollen die Jüngeren deutlich öfter demnächst ein neues Smartphone kaufen als die über 55-Jährigen (35 Prozent).

Die Kaufbereitschaft sei in der Romandie deutlich höher (48 Prozent) als im Tessin (36 Prozent). In der Deutschschweiz planten 44 Prozent «einen zeitnahen Neukauf».

Wer sind die populärsten Smartphone-Hersteller?

Als Hauptgerät nutzten 48 Prozent der Befragten ein iPhone. Was auffällt: Signifikant mehr junge Befragte (Altersklasse 18 bis 35 Jahre) haben ein iPhone als Hauptgerät.

Damit bleibe das Land fest in der Hand von Apple, konstatiert die Studienverfasserin Elisabeth Rizzi. Zum Vergleich: In Deutschland betrage der iPhone-Marktanteil knapp 30 Prozent, in Frankreich und Italien gar nur 21 Prozent.

Gut ein weiteres Drittel der befragten Personen besitzt als Haupt-Smartphone ein Samsung-Gerät.

Deutlich abgeschlagen, aber immer noch an dritter Stelle folgt mit gut 5 Prozent (der befragten Personen) der von den USA boykottierte chinesische Hersteller Huawei.

Was sind die Trends bei der Handynutzung?

Diese interaktive Grafik zeigt die unterschiedlichen Nutzungsgewohnheiten von Apple- und Android-Usern:

Spannende Erkenntnisse:

  • Über die Hälfte der Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer bezahlt für Cloud-Speicherdienste. Und es sind deutlich mehr Apple-User, die bezahlen (67 Prozent), als Personen mit einem Android-Gerät (50 Prozent).
  • Apple-User geben signifikant mehr Geld für Apps aus. Befragte mit iPhone als Hauptgerät geben laut Studie im Schnitt 19.40 Franken pro Jahr für Apps aus. Bei den Android-Usern sind es nur 12.30 Franken.
  • Grundsätzlich gibt deutlich mehr als die Hälfte der User mindestens einen Franken pro Jahr für Apps aus (56 Prozent). 29 Prozent zahlen über 10 Franken jährlich.

Was stört User an ihrem Mobilgerät?

Grundsätzlich seien die Befragten zufrieden mit ihren Smartphones, hält Comparis fest. Stabile 37 Prozent störe nichts. Wer trotzdem etwas am Gerät zu bemängeln habe, störe sich wie schon im Vorjahr am häufigsten an der kurzen Akku-Laufzeit (26 Prozent). Signifikant zugenommen habe die Zahl der Personen, die sich an der Kameraqualität störe. Fehlendes 5G habe klar an Bedeutung verloren.

«Die hohe Kaufkraft und das starke Qualitätsbewusstsein in der Schweiz kommen Apple auch in der aktuellen Teuerungsphase entgegen.»
Telekom-Experte Jean-Claude Frick, Comparis

Die Zahlungsbereitschaft sei höher denn je, aber...

Trotz allgemeiner Teuerung sei die Zahlungsbereitschaft für ein neues Smartphone 2022 so hoch wie noch nie, heisst es in der Studie. Im Durchschnitt wollten die Befragten 555 Franken für ihr nächstes Smartphone ausgeben. 2019 seien es noch über 100 Franken weniger gewesen.

«Die Inflation in der Schweiz hat sich im Vergleich zum Ausland bisher sehr moderat entwickelt. Deshalb können sich die Konsumentinnen und Konsumenten immer noch viel leisten. Gleichzeitig haben sich die Preise der Flagship-Geräte von Android jenen von Apple angenähert. Und der Leistungsumfang der neuen Geräte nimmt laufend zu.»
Jean-Claude Frick

Ein deutlicher Graben zeigt sich zwischen den Apple- und Android-Usern. Signifikant mehr Android-User (38,3 Prozent) wollten maximal 400 Franken für ein neues Gerät ausgeben (gegenüber 11 Prozent der Apple-Nutzer). Dagegen sind deutlich mehr iPhone-User bereit, über 600 Franken für ein neues Gerät hinzublättern.

Und Gebraucht-Handys?

Smartphones werden in der Regel weiter neu gekauft in der Schweiz, wie Comparis konstatiert. Wie schon im Vorjahr sei weniger als jedes zehnte ein Occasionsgerät.

Der Anteil der Apple-Smartphones ist bei den Gebrauchtgeräten signifikant höher als Android (12 Prozent gegenüber 7 Prozent). Dazu Telekom-Experte Frick:

«Neue Smartphones sind auch für Menschen in der Schweiz mit unterdurchschnittlichem Einkommen erschwinglich. Deshalb wird eher auf neue Geräte mit frischem Akku und neusten Updates zurückgegriffen. Umso wichtiger ist es punkto Nachhaltigkeit, alte Geräte wieder ins Geschäft zurückzubringen, um sie rezyklieren zu lassen.»

Wer hat bei den Providern die Nase vorn?

Was die Marktanteile der Mobilfunk-Anbieter betrifft, sei die Schweiz auch 2022 stabil geblieben. Platzhirsch Swisscom halte 37 Prozent. Allerdings gebe es bei den kleinen Providern signifikante Veränderungen, schreibt Comparis. So hätten Yallo (Tochterfirma von Sunrise) und Wingo (Tochterfirma von Swisscom) ihren Marktanteil deutlich ausbauen können. UPC Mobile existiere demgegenüber nicht mehr.

Von welchem Hersteller wird dein nächstes Smartphone sein?

Was für eine Studie ist das?

Die Erkenntnisse der Comparis-Smartphone-Studie basieren auf einer repräsentativen Befragung, die das Marktforschungsinstitut Innofact im Oktober 2022 unter 2100 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt hat.

Quellen

(dsc)

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Die Schweizer recyceln ihre Handys nicht

Video: srf

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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Der Buchstabe I (Zusammenhang wie Duschvorhang)
06.12.2022 10:29registriert Januar 2020
Es ist doch ganz einfach: Ein neues Handy gibt es dann, wenn das bisherige den Geist aufgibt.
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giandalf the grey
06.12.2022 10:54registriert August 2015
Wenn die Studie zeigt, dass die meisten Leute ihr Handy nur knapp länger als 2 Jahre haben (wie ich bspw.), wieso gebt ihr in eurer Umfrage genau für diese Dauer keine Antwortmöglichkeit? 😂
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rumpelpilzli
06.12.2022 10:28registriert November 2015
Mein handy ist aktuell 2 jahre alt. Mein vorheriges hatte ich 7 jahre. Die umfrage macht für mich deshalb nicht so ganz sinn. Die frage wäre doch eigentlich wie lange das Handy normalerweise gebraucht wird
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