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Wenn die Notrufnummern nicht mehr funktionieren, ist guter Rat teuer ... bild: watson/shutterstock

Analyse

Was du zur Swisscom-Panne von Dienstag wissen musst

Schon wieder funktionierten wegen eines Netz-Ausfalles wichtige Notrufnummern wie die 144 nicht. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.



Was ist passiert?

Nach dem jüngsten Notrufnummern-Ausfall in der Nacht auf Mittwoch wird das bestehende Notrufsystem kritisiert und es werden technische Verbesserungen gefordert. Das zuständige Bundesamt hat eine vertiefte Abklärung angekündigt.

Laut Theo Flacher, Bereichsleiter Einsatz & Prävention bei Schutz & Rettung Zürich, liefen während des anderthalbstündigen Ausfalls 40 (echte) Notrufe ins Leere.

Der Fachmann nimmt im Video kein Blatt vor den Mund:

abspielen

Video: YouTube/Schutz & Rettung Zürich

«Technisch sind uns die Hände gebunden. Wenn telefonisch nichts mehr geht, dann ist das der Super-GAU.»

Theo Flacher, Schutz & Rettung Zürich

Wo harzt es?

Die Swisscom hat einen gesetzlich vorgeschrieben Grundversorgungsauftrag. Darum können die Blaulichtorganisationen bei der technischen Umsetzung des Notrufnummer-Systems auch nicht einfach zur Konkurrenz wechseln.

Dass Verbesserungsbedarf besteht, wissen wir seit Jahren. Der Föderalismus erschwert einheitliche Lösungen, und der Bundesrat hatte sich gegen eine landesweite Priorisierung der europäischen Notrufnummer 112 ausgesprochen.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) veröffentlichte schon 2013 einen Bericht mit einer Bestandesaufnahme zu den Notrufdiensten. Darin hiess es:

«Die heutige Lage der Notfalldienste mit ihren vielen verschiedenen Rufnummern und involvierten Anbieterinnen kann als chaotisch bezeichnet werden und erschwert beträchtlich die Hauptaufgabe dieser Dienste: rasch und effizient helfen.»

quelle: bakom.admin.ch

Kommt hinzu: Die Situation hat sich durch die fortschreitende Digitalisierung – Stichwort Voice over IP (VoIP) statt analoger Telefonleitungen – verkompliziert. Nicht auszudenken, was bei einem längeren Stromausfall, bzw. Blackout, wäre ...

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Immerhin scheint die kantonsübergreifende Zusammenarbeit der Rettungs- und Sicherheitskräfte bei Ausfällen zu klappen. Entsprechende Notfallkonzepte haben sich bewährt.

Wie soll man sich auf den Notfall vorbereiten?

Wenn das Internet ausfällt, ob mobil oder stationär, dann muss man sich die Informationen über andere Kanäle holen, wie zum Beispiel über Radio oder die Nachbarn. Und es gilt auf ein funktionierendes Handynetz zu hoffen.

Wer ein Smartphone besitzt, sollte die folgenden Apps installieren, um sich für Notsituationen zu wappnen:

Wobei die Polizei Basel-Landschaft erklärte, dass die Alertswiss-App während der jüngsten Swisscom-Panne und dem Ausfall der Internet-Dienste nicht funktionierte.

Bild

screenshot: watson

Welche Notrufnummern sind wichtig?

In der Schweiz gibt es laut Bakom-Bericht sechs Kurznummern für die wichtigsten Notrufdienste:

«Der Notruf muss, ob er nun über das Fest-, Mobil- oder Satellitennetz erfolgt, an die richtige Alarmzentrale am richtigen Ort geleitet werden.»

quelle: bakom.admin.ch

Bei den Beratungs-Hotlines 143 und 147 wird nicht automatisch versucht, den Standort zu bestimmen (über eine Abfrage bei der Swisscom-Tochterfirma directoriesDATA). Hier soll ja die Privatsphäre der Anrufenden geschützt werden.

Hinzu kommt 145 – Tox-Info Suisse bei Vergiftungen, wie uns ein aufmerksamer watson-User geschrieben hat.

Was muss sich ändern?

Wir haben ein gesetzlich festgeschriebenes Recht darauf, in einer Notsituation telefonisch Hilfe anfordern zu können. Sei dies bei Katastrophen, Unfällen oder Verbrechen.

«Der Zugang zu den Notrufdiensten vom Festnetz- oder Mobilfunktelefon ist ein Grundrecht des Bürgers. Es handelt sich dabei um das einzige Recht der gesamten Fernmelderegulierung, das seine Gesundheit und sogar sein Leben betrifft.»

quelle: bakom.admin.ch

Nachdem es in Österreich im Oktober 2019 einen stundenlangen und landesweiten Ausfall der Notrufnummern gab, wurden Krisenstäbe eingesetzt und die Verantwortlichen diskutierten Verbesserungen. (siehe Chronologie, unten).

Wie das Schweizer Notrufsystem krisenresistenter gemacht werden kann, darüber berät nun auch die Politik. Zunächst gilt es aber die Abklärungen des Bakoms abzuwarten.

Die Verantwortlichen in den Blaulichtorganisationen wollen sich auch ihre Gedanken machen. Schon bei früheren Ausfällen wegen technischer Pannen bei Swisscom hatte es kritische und ungeduldige Äusserungen gegeben.

Die Swisscom schreibt nun:

«Einzelne Notrufweiterleitung auf vordefinierte Alternativziele funktionierten, andere nicht. Wir schauen dies umgehend mit den Notruforganisationen an und überprüfen gemeinsam mit ihnen ihre alternative Erreichbarkeiten (zum Beispiel Mobile). Wir sind in engem Austausch mit den Behörden und Organisationen und bedauern den Ausfall ausserordentlich.»

Der Unternehmer und Politiker Fredy Künzler, Gründer des Internet-Providers init7, rät den zuständigen Stellen via Twitter, man solle sich nicht allein auf die Swisscom verlassen. «Würden die Notrufnummern auf zwei Provider verteilt, würde wenigstens eine Notrufnummer funktionieren.»

Vom grössten Schweizer Polizei-Corps, der Kantonspolizei Zürich, heisst es, «man wolle im Laufe des Tages eine Medieninformation über den Vorfall publizieren».

Von Swisscom werden nicht nur in technischer Hinsicht Verbesserungen gefordert. In Kommentaren bei Twitter wird die mangelhafte Krisenkommunkation kritisiert.

Wie häufig fallen Notrufnummern aus?

In den letzten Monaten gab's eine Häufung. Mit jedem Ausfall steigt das Risiko, dass Betroffene in einer Notsituation nicht rechtzeitig die Rettungskräfte alarmieren können.

11./12. Februar 2020

Der jüngste Ausfall betrifft alle Schweizer Notfallnummern und dauert nach Angaben der Swisscom von 22.33 Uhr am Dienstagabend bis 00.10 Uhr am Mittwoch.

Betroffen waren laut Angaben eines Swisscom-Sprechers internetbasierte Dienste, die Festnetz-Telefonie inklusive Notrufnummern, teilweise die Mobilfunktelefonie.

Bild

screenshot: twitter

Zufall oder nicht? Seit den frühen Morgenstunden des 12. Februar traten auch in deutschen Mobilfunk-Netzen (der Betreiber Telekom, Vodafone und 1&1) grossflächige Störungen auf. Bei allestörungen.de gab's viele Meldungen.

17. Januar 2020

In mehreren Kantonen funktioniert an dem Freitagmorgen der Polizei-Notruf nicht. Auch jener der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ist laut Medienberichten betroffen. Störungen und zum Teil ganze Netzausfälle vermelden die Kantone Uri, Obwalden, Zürich, Thurgau, Solothurn, Schwyz, Basel-Landschaft, Bern, Tessin, Luzern und Freiburg.

25. Oktober 2019

Wegen technischer Probleme sind die Notrufnummern 117 und 112 in der Stadt Zürich am Freitagvormittag teilweise nicht erreichbar. Grund für die Panne war ein technisches Problem bei der Swisscom. Laut einer Sprecherin wurde wegen einer geänderten System-Konfiguration ein Teil der Anrufe nicht mehr an die Notfallnummer 117 weitergeleitet.

14. Oktober 2019

Im Nachbarland Österreich funktionieren die offiziellen Notrufnummern während mehrerer Stunden nicht. Ein Hardware-Fehler bei einem Provider legt das System laut Medienberichten flächendeckend lahm. Für die Bevölkerung werden Mobilfunk-Telefonnummern als Ersatz kommuniziert.

Quellen

So funktioniert die Rega-App:

abspielen

Video: YouTube/regatv

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81Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • birdiee 13.02.2020 16:41
    Highlight Highlight Willst du also ein krummes Ding drehen, musst du "nur" zuerst den DNS der Swisscom lahmlegen...
  • Daniel Maier 13.02.2020 09:50
    Highlight Highlight So lang der Bund Hauptaktionär der Swisscom ist, wird sich daran auch nichts ändern. Der Protektionismus des Bundes hat einen langen Arm. Das fängt bei dem Interesse für einen möglichst hohe Dividende an und hört beim "die Konkurrenz in Schach halten" auf. Wir wissen wovon wir sprechen, wir als kleiner Carrier zahlen der Swisscom Gebühren, die "Kostendenkend" sein sollen jedoch jeglicher Logik und Nachvollziehbarkeit trotzen und halt doch erhoben werden. Ein Chance dagegen vorzugehen ist gleich Null. Solange Herr und Frau Schweizer zur heiligen Kuh Swisscom halten, wird sich nichts ändern.
  • Chilled 13.02.2020 06:56
    Highlight Highlight [von der Redaktion gelöscht, vielen Dank für den spannenden Hinweis! Bitte melde dich mit allen Infos beim Autor, daniel.schurter (at) watson.ch]
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 12.02.2020 22:49
    Highlight Highlight Ich frage mich einfach, wenn die Systeme schon mit einer "regulären" Wartung ausser Betrieb gesetzt werden kann, wie ist das dann in einem echten Notfall? Analog hatte wirklich Vorteile. War die Verbindung "physisch" geschaltet, kam sie Zustande. Da muss doch nachgebesert werden? Oder wie sehen das Experten?
  • Stanserheiri 12.02.2020 19:26
    Highlight Highlight An die "Experten"
    Stellt mal endlich wieder richtige Fachleute ein. Nicht nur billige U30.

    Sofortlösung:
    Statt täglich immer dieselben Staumeldungen in den Radios als "Endlosschlaufe" durchzugeben, müssen bei solchen lebensbedrolichen Ereignissen auf ALLEN Radisendern viertelstündlich spezielle Natelnummern durchgegeben werden. Nicht nur auf Sozialmedien (für U20).
    Diese Lösung braucht keine endlosen Expertendiskussionen......
    Ich helfe gerne mt....
    • Stan_the_man 13.02.2020 00:13
      Highlight Highlight Hier passt‘s wohl:
      Ok boomer.
    • birdiee 13.02.2020 16:39
      Highlight Highlight Die ü50er bei der swisscom warten nur noch auf die pension und waren wohl letztes jahrtausend fachleute auf den technologien, die u30 die was auf dem Kasten haben, sind bei firmen, die ihnen andere Löhne zahlen als eine swisscom (google o.ä.) und die zwischen 30 und 50er alleine sind diejenigen, die sich zu tode schuften können...
  • StGb Art. 258 @ Bundesrat 12.02.2020 18:51
    Highlight Highlight Ekelhaft wie nun dieser gefährliche Ausfall noch missbraucht wird um irgendwelche politischen Ideologien durchzudrücken.
    Die EU-Notrufnummer funktioniert (sinnvollerweise) bereits heute in der Schweiz - ausser eben gestern.
    Mit dem Ausfall hat das also mal rein gar nichts zu tun und es besteht dort auch keinerlei Handlungsbedarf sich noch mehr anzugleichen. (bereits heute Notruf via 112 möglich parallel zu den bestehenden CH-Notrufnummern)
    • Mattse73 13.02.2020 06:12
      Highlight Highlight Es gibt keinen einzigen Grund gegen die 112... in jedem Land in Europa die gleiche Notrufnummer... was soll bitte daran schlecht sein, wieso sollten wir uns da nicht angleichen?
    • StGb Art. 258 @ Bundesrat 13.02.2020 18:27
      Highlight Highlight Welchen Teil von "Die EU-Notrufnummer funktioniert (sinnvollerweise) bereits heute in der Schweiz" hast du denn nicht verstanden???
      Und doch es gibt sehr gute Gründe dass Polizei, Feuerwehr und Sanität jeweils eigene Notrufnummern haben... (denk mal scharf nach)
  • Garp 12.02.2020 18:34
    Highlight Highlight Ich muss dazu nichts wissen, ich will nur, dass die Notfallnummer immer errreichbar ist!

    Totales Versagen der Swisscom. Wenn man alles umstellt, dann muss das wasserdicht sein.

    Es geht öfters um Leben und Tod.

    Das alte System hat gut funktioniert und war zuverlässig. Neu ist nicht immer besser. Bewährtes Altes behalten und gutes Neues dazu nehmen.
  • Murky 12.02.2020 18:33
    Highlight Highlight Ja, früher gabs redundante Systeme. Es wurde entschieden alles auf IP Technologie zu machen und die Redundanz zu kippen. Kostet natürlich auch.
    Aber ja, jetzt gibts halt keine Redundanz mehr. Und die Technologie auf IP ist von Huawei. Für Alles. 😬
  • Winzig 12.02.2020 18:28
    Highlight Highlight ich würde gerne wissen weshalb whatsapp weiterhin funktioniert hat und auch in der facebook app konnte ich weiterhin an diskussionen teilnehmen (ja lesen und schreiben, nein nicht aus dem cache).
    hat facebook quality of service gekauft bei swisscom?
    • Maragia 12.02.2020 22:38
      Highlight Highlight DNS server ging nicht, darum gehen die meisten DIenste nicht, aber einige trotzdem. Konnte auch weiterhin online surfen.
    • TomTomZH 13.02.2020 00:39
      Highlight Highlight Internet- und Telefonnetz sind zwei verschiedene Stiefel
    • Maragia 13.02.2020 08:10
      Highlight Highlight Telefonnetz ja, aber nicht mobile internet. Das läuft im Endeffekt über die gleichen Leitungen
  • Raphael Stein 12.02.2020 18:03
    Highlight Highlight Kantöntligeist. 🙈
    In etwas so als hätte eine mittelprächtig grosse Stadt mit 9 Mio Einwohnern diese Sache Quartierweise geregelt.
  • feuseltier 12.02.2020 17:58
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • sevenflip 12.02.2020 17:56
    Highlight Highlight Ist bei 4 Totalausfällen innert 4 Monaten der Grundversorgungs-Auftrag noch erfüllt? *fragend in die Runde blick*
  • Black Cat in a Sink 12.02.2020 17:45
    Highlight Highlight Gestern Abend ging bei uns gar nichts mehr... Telefon, Internet und das mobile Netz waren Tod.
    Bei nicht erreichbaren Notfall-Telefonnummern hört föderale Spass definitiv auf.
    AlertSwiss und RegaApp funktionieren bei einem Totalausfall wie gestern Abendgenauso wenig wie Twitter. Wir erwarten hier zuverlässige Lösungen von der Politik und keinen Kantönligeist.
  • Name_nicht_relevant 12.02.2020 17:39
    Highlight Highlight Mich würde intressieren wieviele Menschen durch das nicht funktionieren der Notrufnummern gestorben oder massiven Schaden erfahren haben....
  • homo sapiens melior 12.02.2020 17:24
    Highlight Highlight Aber nicht jetzt in Blabla versinken und erst in 5 oder 10 Jahren handeln!
  • Ass 12.02.2020 17:19
    Highlight Highlight Immerhin wird auch die Polizei "wie ein ganz normaler Kunde behandelt"!
  • flubi 12.02.2020 16:59
    Highlight Highlight In unserem Land ist der Kantönligeischt noch vorhanden.
    Jeder will seine eigene Notrufzentrale, jede Polizei hat ihre eigenen Systeme, darum funktioniert im absoluten Notfall gar nichts.
    • StGb Art. 258 @ Bundesrat 12.02.2020 18:55
      Highlight Highlight Zum Glück haben sie eigene zentralen, so konnten benachbarte Notdienste die verzweifelten Anrufer z.B. aus Zürich bedienen und die Einsätze über bereits vorhandene Austauschsysteme an die Zürcher Blauchlichtorganisationen weiterleiten.
      Dieser ach so schlimme "Kantönligeischt" hat somit möglicherweise Menschenleben gerettet...
  • Rethinking 12.02.2020 16:58
    Highlight Highlight Das Radio läuft auch über Internet... Der TV auch... Watson lese ich online...

    Kein Strom über ein paar Wochen bringt uns zurück ins Mittelalter. Mit dem Unterschied, dass wir heute keine Ahnung mehr haben wie man so lebt. Letztlich bedeutet dies Chaos und Anarchie...

  • Sherlock_Holmes 12.02.2020 16:46
    Highlight Highlight Der Ausfall des Swisscom-Netzes und der Notfall-Nummern ist nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs.

    Mit zunehmender Abhängigkeit von der digitalen Steuerung geht bei einem Ausfall der elektronischen Grundversorgung gar nichts mehr.

    Vergleichbar mit der fly by wire Steuerung in der Aviatik fehlt nicht nur der direkte, analoge Zugriff, sondern es gehen auch viele Kompetenzen verloren, wie Situationen eigenhändig ohne digitale Hilfsmittel oder Informationen bewältigt werden können.

    Im Grunde genommen sind wir nur einen lächerlichen Steinwurf von der vorindustriellen Zeit entfernt.
    • StGb Art. 258 @ Bundesrat 12.02.2020 18:56
      Highlight Highlight Absolut nicht vergleichbar mit "Fly by Wire" Steuerung, da dortige Komponenten dreifach abgesichert sind, was hier eben nicht der Fall war/ist!
    • Sherlock_Holmes 12.02.2020 21:58
      Highlight Highlight Wenn die Software fehlerhaft ist – wie bei der Boeing 737 Max – oder die Sensoren falsche Daten liefern, nützt auch eine dreifache Redundanz nichts.
  • Flyeagle144 12.02.2020 16:18
    Highlight Highlight Bei mir wars recht schräg. 4g und wlan ging nicht. Mit dem pc konnte ich auch nicht surfen, aber komischerweise konnte ich wow online zocken und swisscom tv, welches internet benötigt, ging auch^^ jaja die liebe technik.
    • ands 12.02.2020 18:30
      Highlight Highlight Mag für dich schräg wirken, ist aber ganz normal, wenn der DNS Service nicht läuft.
    • Schönbächler 12.02.2020 18:36
      Highlight Highlight Die Namensauflösung "DNS" ist ausgefallen. Alles was eine direkte kommunikation über IP Adressen hatte, ging noch.
    • Donald 12.02.2020 18:39
      Highlight Highlight War eben "nur" ein DNS Problem...
    Weitere Antworten anzeigen
  • UrsK 12.02.2020 16:16
    Highlight Highlight Auch bei der Swisscom stinkt es wie beim Fisch vom Kopf her. Die Stellenabbau-Runden der vergangenen Jahre hinterliess fachliche Lücken, die dann weiter oben mit BWL-Studienabgängern etc. wieder aufgefüllt wurden. So richtig wissen, was zu tun ist, weiss daher bei solchen Problemen keiner mehr.
  • fidget 12.02.2020 16:00
    Highlight Highlight Mir ist es ja egal, wenn das Internet nicht geht. Als Privatperson ist das maximal etwas ärgerlich, mehr aber auch nicht. Wenn allerdings der Notruf nicht erreichbar ist, hört der Spass auf. Da geht es um Leben und Tod.
    Die Swisscom muss unter allen Umständen eine Lösung präsentieren, damit dies in Zukunft nie mehr vorkommt.
  • Triple A 12.02.2020 15:50
    Highlight Highlight Was ist eigentlich bei KKW‘s, den Alarmen des Katastrophenschutzes (die am Mittwoch getestet wurden), Gefängnissen, Kommunikation in Spitälern? -Hat das dort auch Ausfälle zur Folge?
    • ands 12.02.2020 18:34
      Highlight Highlight Wozu benötigen KKW eine Datenverbindung nach Aussen? Die Alarme des Katastrophenschutzes laufen über eigene Infrastruktur. Bei Gefängnissen und Spitälern hängt es davon ab, wie sie organisiert sind. Die meisten dürften eine interne Telefonanlage haben, welche intern auch weiter funktioniert.
  • zeromg 12.02.2020 15:46
    Highlight Highlight "Wer ein Smartphone besitzt, sollte die folgenden Apps installieren, um sich für Notsituationen zu wappnen"
    Genial, wurde trotz Internet Unterbruch über die Alertswiss-App, Twitter, usw. informiert. MAGIC!!!
  • Franz v.A. 12.02.2020 15:30
    Highlight Highlight *Dass Verbesserungsbedarf besteht, wissen wir seit Jahren. Der Föderalismus erschwert einheitliche Lösungen, und der Bundesrat hatte sich gegen eine landesweite Priorisierung der europäischen Notrufnummer 112 ausgesprochen.*

    Das scheint mir wieder einmal sehr Schildbürgerhaft. Man nimmt wohl lieber tote in Kauf!
    • StGb Art. 258 @ Bundesrat 12.02.2020 18:57
      Highlight Highlight Mit der "einheitlichen Lösung" wären dann schweizweit sämtliche Notrufe unmöglich gewesen.
      Ja das wäre bestimmt viel besser. NICHT...
  • schwuppdiwupp 12.02.2020 15:23
    Highlight Highlight Schon als ich bei dieser Firma während der Umstellung auf VOIP gearbeitet habe, stellte ich mir die Frage, was passieren würde bei einem Totalausfall des Festnetzes und ich schlug damals vor, in die Swisscom-eigenen Heimtelefone doch einfach SIM-Karten einzubauen, die bei einem Ausfall aktiviert werden könnten, damit in einem solchen Fall dann “normal“ telefoniert werden könnte. Die technische Umsetzung wäre kein Problem, da automatische Weiterleitung bei einem Festnetzausfall schon jetzt auch selber vorgenommen werden kann...
    • jojimen 12.02.2020 19:47
      Highlight Highlight Gute Idee. Das Problem ist jedoch, dass immer weniger Leute ein Festnetztelefon besitzen.
  • TanookiStormtrooper 12.02.2020 15:21
    Highlight Highlight Zum zweiten Mal innert kurzer Zeit. Da kommen hoffentlich harte Zeiten auf die Swisscom zu, sowas darf einfach nicht passieren und da braucht es ganz dringend ein Notfallkonzept. Wenn sie das nicht hinkriegen können sie den Laden auch gleich dicht machen.
  • Der Bidulaner 12.02.2020 15:16
    Highlight Highlight IP-Telefonie-Zwang! Und die Kupferleitungen ausschalten. Selbst verschuldet, liebe Behörden, da müsst ihr darüber stehen und dieses Problem lösen!
  • gbfa 12.02.2020 15:09
    Highlight Highlight Analog war unschlagbar stabil.. ok... aber
    • El Vals del Obrero 12.02.2020 17:34
      Highlight Highlight ... aber es ist halt nicht digital und somit "Steinzeit" und "igitt".

      Wahrscheinlich ist es mit der Digitalisierung dasselbe wie mit der Motorisierung zu Zeiten der Auto-Euphorie. Alles andere (in diesem Beispiel Trams etc.) sei wertlos und altmodisch und steht nur im Weg.

      Wahrscheinlich wird erst eine spätere Generation halbwegs sachlicher erkennen können, wo es sinnvoll ist und wo nicht.

      Und "wir" werden das dann nicht akzeptieren können, da es unseren prägenden Jugend-Dogmas widerspricht, ähnlich wie heute bei Auto als jahrzehntelang gelerntes Statussymbol oder gar Lebenssinn vs. Klima.
  • gbfa 12.02.2020 15:07
    Highlight Highlight Der Fachmann nimmt im Video kein Blatt vor den Mund:... ich glaube wenn er kein Blatt vor den Mund genommen hätte, wären da noch ein paar %#*#}#%^*+^%# dazu gekommen😆
    • Murky 12.02.2020 18:27
      Highlight Highlight Spannenderweise wurde aber die Feuerwehr in der Stadt Zürich nicht in die Feuerwehrhäuser beordert... nur im Kanton.
  • Harald Sigel 12.02.2020 15:05
    Highlight Highlight Es gibt bereits in zwei Kantonen (SO, NW) das neue Konzept Notfalltreffpunkt, mit dem sogar der Fall Blackout, (also es geht auch kein Mobiltelefon mehr) nach besten Möglichkeiten gelöst ist. Das Konzept wurde gemeinsam mit Aargau und Solothurn entwickelt, der Kanton Aargau geht Mitte Juni ebenfalls "online". https://www.notfalltreffpunkt.ch/
  • Peter Klopfenstein (2) 12.02.2020 14:58
    Highlight Highlight Alles eine Frage der Prioritätssteuerung. Wenn die Priorität Betriebssicherheit heisst, werden die Mittel dementsprechend eingesetzt. Gestern und aufgrund des 2-ten Ausfalls innerhalb von einem Monat, habe ich die Zusammensetzung des Verwaltungsrates angeschaut .... und da war ich leider nicht überrascht, da ist nicht viel von spezifischem technischem Wissen drin mit welchem sich Swisscom beschäftigt. Aber sehr viel kommerzielles Denken steckt in diesem VR. Deshalb bin ich überzeugt, dass leider wie bei SBB auch bei Swisscom die Prioritäten falsch gesetzt sind.
  • Staygreen 12.02.2020 14:58
    Highlight Highlight Swisscom ist leider nicht mehr, was es mal war. Vor 4 Monaten hatten wir die E-Sip Umstellung in einem Multikonzern. 3 Monate lang hat unsere Hauptnummer und andere Leitungen nicht funktioniert. Laut Swisscom sind wir die einzige Firma. Wenn ich aber mit anderen Firmen spreche; Brack, Digitec bestätigen sie mir die gleichen Probleme.
    • Turnbeutelvergesser 12.02.2020 16:27
      Highlight Highlight Witzig. Uns wurde damals von der Swisscom auch gesagt, dass es an uns liegen muss, da es bei den Anderen funktioniert. 3 Monate sind ca. 80% der Anrufe nicht angekommen.
  • Vecchia 12.02.2020 14:57
    Highlight Highlight Zurück zu Analog fürs Festnetz - zumindest für wichtige Nummern -, solange die Leitungen noch bestehen.

    Gerechtfertigte Mehrkosten würden wahrscheinlich einige noch so gerne bezahlen, wenn sie statt regelmässigen Abstürzen und Dauerrauschen einfach wieder gute Telefonverbindungen hätten.
    Ich nehme aber an, mit der digitalen Version lassen sich Konsumenten besser überwachen.
    • Satan Claws 12.02.2020 15:54
      Highlight Highlight @Vecchia

      "Zurück zu Analog fürs Festnetz - zumindest für wichtige Nummern -, solange die Leitungen noch bestehen."

      Die gibt es nicht mehr, wurde bereits "alles" zurückgebaut.
    • Vecchia 12.02.2020 16:59
      Highlight Highlight bis wohin zurückgebaut?

      Tja, die neue Definition von Schweizer Qualität:

      Wir kappen die sicheren Verbindungen und experimentieren dann ein bisschen mit neuen Technologien.

      Was für eine Löli-Strategie! Ich kann solche Unternehmen nicht ernst nehmen, aber leider haben sie eine Monopolstellung.
    • Satan Claws 12.02.2020 21:30
      Highlight Highlight @Vecchia

      "bis wohin zurückgebaut?" Kurz. Diese Infrastruktur gibt es nicht mehr.


  • techiesg 12.02.2020 14:55
    Highlight Highlight Und Sunrise hat mitten im Swisscom-ist-mies-Test eine Werbung geschaltet.
    Genau mein Humor.
    • atorator 12.02.2020 15:48
      Highlight Highlight Das wird automatisiert über Ad-Server aufgrund von Schlüsselworten automatisiert eingespielt. Nix da gezielt schalten.
  • oliversum 12.02.2020 14:54
    Highlight Highlight @Daniel: Verlinke die empfohlenen Apps doch für beide Plattformen. Die Verbreitung steigt dann bestimmt. Wäre super!
    • @schurt3r 12.02.2020 15:00
      Highlight Highlight Danke, das ging vergessen!
      Jetzt sind die Links drin :)
  • Abu Nid As Saasi 12.02.2020 14:54
    Highlight Highlight Vorgestern Crypto, gestern Swisscom Unterhaltsarbeiten Swisscom, heute Deutschland. Unterhaltsarbeiten = Data purge?
  • Tobi-wan 12.02.2020 14:47
    Highlight Highlight "Die Swisscom hat einen gesetzlich vorgeschrieben Grundversorgungsauftrag. Darum können die Blaulichtorganisationen bei der technischen Umsetzung des Notrufnummer-Systems auch nicht einfach zur Konkurrenz wechseln."

    Sorry, aber das kanns ja nicht sein... dies ist vom Bund zu regeln. Swisscom Hauptanbieter und bei Ausfall automatische Weiterleitung und Redundanz bei Sunrise und Salt mit entsprechender Vergütung an die Firmen. Die Notfallorganisation muss einen Anschluss haben, wo es egal ist, über welchen Provider das Telefon läuft.
    • x4253 12.02.2020 15:41
      Highlight Highlight Du kannst sicher sein, dass die Swisscom eher Notfallbrieftauben an alle Haushalte verteilt als der Konkurrenz eine solche Bühne zu überlassen (vorallem wenn sie ja zum Zug kommen wenn die eigenen Systeme das Gipfeli machen)
    • StGb Art. 258 @ Bundesrat 12.02.2020 18:52
      Highlight Highlight "Sorry, aber das kanns ja nicht sein... dies ist vom Bund zu regeln"
      "gesetzlich vorgeschrieben Grundversorgungsauftrag"
      Es IST (wäre) ja geregelt...
  • Satan Claws 12.02.2020 14:47
    Highlight Highlight .
    Benutzer Bild
  • El Vals del Obrero 12.02.2020 14:46
    Highlight Highlight Analog mag ja heute "igitt" sein, hatte aber auch seine Vorteile.
    • Töfflifahrer 12.02.2020 17:24
      Highlight Highlight Diese Technologie ist absolut nicht igitt. Ich stelle mir einfach mal vor dass das Radio demnächst auch nur noch digital sein soll. Wie will man da denn noch Informieren wenn alles über dieselbe Technologie läuft?
      Sichere Kommunikation ist jedenfalls anders.
  • Phrosch 12.02.2020 14:45
    Highlight Highlight Warum bloss kommt mir da der Satz „Früher war es besser“ in den Sinn? Ich kann mich nicht erinnern, dass Telefone nicht funktionierten, solange weniger Computer und Elektronik involviert waren. Just sayin‘ ...
    • El Vals del Obrero 12.02.2020 14:53
      Highlight Highlight Das erinnert auch an manche SBB-Probleme: Je weniger Chips und Software sie enthielten, desto zuverlässiger waren die Züge.
    • Satan Claws 12.02.2020 14:56
      Highlight Highlight @Phrosch

      Früher gab es ein seperates Netz für Sicherheitsanlagen. Brandmeldezentralen, Totmannmelder und andere sicherheitsrelevante Geräte waren so verbunden. Tja, mit der Umstellung auf VoIP wurde dieses Netz entfernt und um einen Ausfallschutz zu erhalten wurden zusätzlich SIM-Karten integriert.
  • MacB 12.02.2020 14:33
    Highlight Highlight Das darf NIE NIE NIE mehr passieren.

    #getyoursh**together
    • Satan Claws 12.02.2020 14:50
      Highlight Highlight Eine Versorgungssicherheit wie in der analogen Zeit zu erreichen ist unmöglich, egal was die uns erzählen.
    • walsi 12.02.2020 15:16
      Highlight Highlight Wir haben es mit Technik zu tun und Technik kann immer mal ausfallen. 100% Zuverlässigkeit gibt es nicht.
    • MasterPain 12.02.2020 15:30
      Highlight Highlight Drum muss man Redundanzen einbauen, walsi.
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