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Tesla-Chef Elon Musk gibt schonungsloses Interview

Elon Musk gibt Interview, das seinen grössten Feinden zu denken geben sollte

Ein aktueller Artikel der «New York Times» über Elon Musk lässt tief blicken. Darin gehts ums Arbeiten am Limit, verhängnisvolle Tweets und Drogen.
17.08.2018, 10:4818.08.2018, 09:24
«Das vergangene Jahr war das schwierigste und schmerzhafteste Jahr meiner Karriere.»
Elon Musk

Sind es die ehrlichen Einsichten eines unverbesserlichen Workaholics oder ist es vor allem ein geschickter PR-Schachzug nach einem verhängnisvollen Tweet?

Fakt ist: Elon Musk steht an einem Wendepunkt. Was seine berufliche Karriere betrifft, wie auch die Gesundheit.

Vier Journalisten der «New York Times» konnten den Tesla-Chef in seinem Haus in Los Angeles zum Gespräch treffen. Was ihnen der 47-jährige Unternehmer erzählte, lässt tief blicken.

Ergänzt werden die sehr persönlichen Statements durch Angaben von nicht namentlich genannten Informanten, von Leuten, die aus Musks direktem Umfeld stammen.

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screenshot: nytimes.com

Musk ist dem Zusammenbruch nahe

Auf die Frage der Journalisten, ob die Erschöpfung seine körperliche Gesundheit beeinträchtige, antwortet Musk: «Es ist nicht gerade toll, tatsächlich. Freunde, die vorbeigekommen sind, haben sich echt besorgt gezeigt.»

Musk, aus Südafrika stammend, hat es mit scheinbar unermüdlicher Arbeit zum Self-Made-Milliardär im Silicon Valley gebracht. Doch nun könnte er, der den Nimbus des Tech-Visionärs pflegt, dem Zusammenbruch nah sein. Oder zumindest mit den Nerven am Ende ...

Dies zeigte sich laut Schilderung in der «New York Times» an mehreren Stellen während des einstündigen Interviews, in dem er zwischen Lachen und Weinen schwankte und mehrmals von Emotionen überwältigt wurde. Etwa als er mit erstickter Stimme erzählte, wie er diesen Sommer beinahe die Hochzeit seines Bruders verpasst hätte. Als Trauzeuge.

Oder als er über seinen letzten Geburtstag sprach:

So verbrachte Musk den 47. Geburtstag

Am 28. Juni wurde Musk 47 Jahre alt. Den Journalisten erzählte er nun, dass er die gesamten 24 Stunden seines Geburtstages bei der Arbeit verbracht habe. «Die ganze Nacht – keine Freunde, nichts», zitiert ihn die «New York Times» (NYT) und als er dies sagte, habe er um Worte gerungen.

Es habe Zeiten gegeben, in denen habe er die Fabrik für drei oder vier Tage nicht verlassen. «Tage, an denen ich nicht nach draussen gegangen bin», sagte Musk. «Das ging wirklich auf Kosten meiner Kinder. Und Freunde treffen.»

Weiter verriet Musk, dass er in letzter Zeit bis zu 120 Stunden pro Woche gearbeitet habe. 

Seit 2001 habe er sich nicht mehr als eine Woche frei genommen – damals zwang ihn eine Malaria-Erkrankung ins Bett.

«Das Schlimmste ist aus der Sicht von Tesla vorbei», zitiert ihn die NYT. «Aber von einem persönlichen Standpunkt aus gesehen, kommt das Schlimmste noch.»

Sein problematischer Umgang mit Schlafmitteln

Um einschlafen zu können, wenn er nicht arbeite, nehme er manchmal das Schlafmittel Ambien, räumt Musk ein. «Es ist oft die Wahl zwischen kein Schlaf oder Ambien.»

Dabei handelt es sich um das in den USA und Europa meistverkaufte Schlafmittel. Der darin enthaltene Arzneistoff Zolpidem kann bei regelmässigem Konsum abhängig machen.

Und es gibt eine problematische Nebenwirkung: Wer Zolpidem-Tabletten schluckt, schläft nicht zwingend ein, sondern kann in einen halbwachen Zustand geraten. Bei Elon Musk könnte dies der Grund für überbordende nächtliche Twitter-Tiraden sein – oder diese zumindest verstärkt haben. Solche Bedenken sollen Mitglieder des Tesla-Direktoriums gegenüber einem nicht namentlich genannten Informanten geäussert haben.

Musk kifft, aber ...

Einigen Vorstandsmitgliedern soll auch bekannt sein, dass Musk gelegentlich in seiner Freizeit bewusstseinserweiternde Substanzen (auf Englisch: Recreational Drugs) konsumiert. Sprich: Der Tesla-Chef ist ein Gelegenheitskiffer.

Er sei aber nicht bekifft gewesen, als er den verhängnisvollen Tweet über den möglichen Börsenabgang absetzte, betont Musk gegenüber der NYT.

Und warum hat er für den Rückkauf der Tesla-Aktien den Wert ausgerechnet mit dem im US-amerikanischen Raum gebräuchlichen Codewort fürs Kiffen beziffert?

«Es schien ein besseres Karma mit 420 Dollar als mit 419 Dollar. Aber ich war nicht auf Gras, um das klarzustellen. Gras ist für die Produktivität nicht hilfreich. Es gibt einen Grund für das Wort ‹stoned›. Du sitzt da wie ein Stein.»

Hört Musk auf zu twittern?

Im Interview sagt Musk, dass er seinen folgenreichen Börsen-Tweet nicht bereue. «Warum sollte ich?»  Und er sagt, er habe keine Pläne, auf Twitter zu verzichten.

Auch wenn ihm genau dies einige Vorstandsmitglieder bereits nahegelegt hätten, schreibt die NYT. Musk solle das Twittern sein lassen und sich darauf konzentrieren, Autos zu bauen und Raketen zu starten, habe man ihm gesagt.

Hat sich Musk zu viel aufgeladen?

Musk habe im Gespräch «ein aussergewöhnliches Mass an Selbstreflexion und Verletzlichkeit» gezeigt, halten die Journalisten der NYT fest. Ausserdem habe der Tesla-Chef eingeräumt, dass seine unzähligen Führungsaufgaben einen hohen persönlichen Tribut fordern.

Die Tesla-Führung versuche schon seit Jahren, einen Chief Operating Officer (COO) oder eine andere Nummer 2 zu rekrutieren, um Musk von den Alltagsgeschäften zu entlasten. Bislang ohne Erfolg.

Laut NYT sagt Musk, er wisse nichts von einer aktuellen Suche nach einem Stellvertreter. Doch genau dies soll hinter den Kulissen ablaufen. Und nach seinen jüngsten Tweets seien die Bemühungen verstärkt worden.

«Wenn Sie jemanden haben, der einen besseren Job machen kann, lassen Sie es mich bitte wissen. Sie können den Job haben.»
Elon Muskquelle: nytimes.com

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Gegen alle Widerstände studiert Alireza Darvishy in Zürich Informatik, macht bei der Credit Suisse Karriere – und wird zum Pionier für digitale Barrierefreiheit.
Alireza Darvishy steht am Zürcher Central und möchte in der nahegelegenen UBS-Filiale Geld abheben. Für die allermeisten Menschen ist das Routine: Karte rein, Betrag auswählen, fertig. Für Darvishy ist es etwas komplizierter. Er lebt mit einer Sehbehinderung und nimmt durch ein eingeschränktes Sichtfeld nur Formen, Farben und Bewegungen wahr. Deshalb sucht er beim Bankomaten die Kopfhörerbuchse. So kann die Maschine mit ihm sprechen.
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