Europa
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04279586 View of the court's entrance building prior to the hearing of the Shepherd case at the European Court of Justice in Luxembourg, Luxembourg 25 June 2014. Andre Shepherd is a US Army specialist and deserter who applied for asylum in Germany in 2008. Mr. Shepherd is the first US deserter to seek asylum in Europe.  EPA/NICOLAS BOUVY

Nachfragen zur sexuellen Orientierung sind erlaubt, dabei müssen aber Grundrechte geschützt werden, so der Entscheid des EUGH in Luxemburg. Bild: NICOLAS BOUVY/EPA/KEYSTONE

EUGH-Entscheid

Behörden dürfen Homosexualität von Asylbewerbern prüfen

Wer aufgrund seiner Homosexualität verfolgt wird, kann Asyl beantragen. Nun hat der Europäische Gerichtshof entschieden, wie weit Behörden bei der Überprüfung der sexuellen Orientierung gehen dürfen. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wer aufgrund seiner Homosexualität in der Europäischen Union Asyl beantragt, muss Nachfragen zu seiner sexuellen Orientierung in Kauf nehmen. Allerdings sollen die Behörden dabei die Grundrechte des Antragstellers achten: Die Menschenwürde solle gewahrt und das Privatleben geschützt werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EUGH) in Luxemburg entschieden. 

Konkret geht es um drei Männer, die in den Niederlanden mit der Begründung Asyl beantragt hatten, in ihren Heimatländern Sierra Leone, Senegal und Uganda wegen ihrer Homosexualität verfolgt zu werden. Die Behörden lehnten die Anträge jedoch ab: Die drei Kläger hätten ihre sexuelle Orientierung nicht glaubhaft belegen können, hiess es. 

Nun sind individuelle Befragungen der Männer laut der aktuellen EUGH-Entscheidung zwar erlaubt. Dabei dürfen Behördenmitarbeiter aber weder:

All diese Mittel verletzten die Menschenwürde der Betroffenen und hätten darüber hinaus auch «nicht zwangsläufig Beweiskraft», heisst es in der Entscheidung. Würden solche freiwilligen Beweise zugelassen, könnte dies laut EUGH «de facto darauf hinauslaufen, dass von ihnen solche Beweise verlangt würden». Einer der drei Männer, um die es im konkreten Fall geht, hatte angeboten, seine Homosexualität in einem Test zu beweisen. Ein anderer hatte ein Video vorgelegt, das ihn bei entsprechenden Handlungen zeigte. (aar/dpa/AFP)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Brandanschlag auf linkes Sozialzentrum in Prag

Rund 20 bis 30 mutmassliche Rechtsextreme haben ein linkes Sozial- und Kulturzentrum in Prag mit Molotowcocktails angegriffen. Die Feuerwehr konnte den Brand in der Einrichtung, die unter anderem gratis Tschechisch-Sprachkurse für Zuwanderer anbietet, rasch löschen.

In dem Gebäude hielten sich etwa 20 Personen auf, wie die Agentur CTK am Samstag berichtete. Mehrere von ihnen erlitten Rauch- oder Schnittverletzungen. Die vermummten Täter konnten vor dem Eintreffen der tschechischen Polizei …

Artikel lesen
Link zum Artikel