Gesellschaft & Politik
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File photograph shows Northern Ireland's First Minister Ian Paisley laughs during the USNI investment conference at Stormont Parliament Building in Belfast May 8, 2008. The former leader of Northern Irish Democratic Unionist Party, Ian paisley has died, it was reported on Friday.  REUTERS/David Moir/Files   (NORTHERN IRELAND)

Hat die Nordirische Polititk über Jahrzehnte geprägt: Ian Paisley. Bild: DAVID MOIR/REUTERS

Priester, Scharfmacher, Regierungschef

Nordirischer Polithardliner Ian Paisley ist tot

Für die einen war er ein Scharfmacher, für andere eine Schlüsselfigur im Nordirland-Konflikt: Der umstrittene Politiker Ian Paisley ist tot. Er wurde 88 Jahre alt

Ein Artikel von

Spiegel Online

London - Er war Geistlicher und Politiker, überzeugter Protestant und Brite aus Überzeugung: Ian Paisley, eine der Schlüsselfiguren im Nordirland-Konflikt, ist tot. Der Politiker starb im Alter von 88 Jahren, wie seine Witwe am Freitag mitteilte. "Mein geliebter Ehemann Ian ist an diesem Morgen in die ewige Ruhe eingetreten", heisst es in einem Statement von Eileen Paisley. Die Familie sei in tiefer Trauer. Auch Paisleys Partei, die Democratic Unionist Party (DUP), bestätigte den Tod des Politikers.

Paisley galt als einer der zentralen Akteure im Konflikt um das zwischen probritischen Protestanten und Katholiken umkämpfte Nordirland. Die katholischen Republikaner verlangen, dass Grossbritannien den Norden Irlands abtritt und dieser mit Irland vereinigt wird. Bis 1998 bekämpften sich beide Seiten in einem bewaffneten Untergrundkampf. Paisley hatte sich als protestantischer Pfarrer von der Kanzel gegen die Aussöhnung mit den Katholiken Stimmung stark gemacht. Seine Kritiker bezeichneten ihn daher als Scharfmacher. 

FILE - In this Aug. 23, 1969 file photo Northern Ireland's Democratic Unionist Party (DUP) leader Ian Paisley leaves Stormont Castle in Belfast, Northern Ireland, after handing in a petition. Paisley the fiery Protestant leader has died in Northern Ireland aged 88  his wife Eileen said Friday Sept. 12, 2014. Much like the Ulster weather, Ian Paisley could offer beaming sunshine one minute, stinging hailstones the next. The international image of Paisley _ that of Northern Ireland's most dangerous demagogue, a belligerent bigot committed to keeping Irish Catholics at bay and out of power _ was well-documented in its own right. But understanding the worst of the public Paisley wouldn't prepare you for meeting him in the flesh.  (AP Photo/Peter Kemp, File)

Paisley als protestantischer Geistlicher an einer politischen Veranstaltung in Belfast (1969). Bild: Peter Kemp/AP/KEYSTONE

A file picture taken on October 19, 1982 shows former Northern Irish first minister Ian Paisley walking with his Afghan hound Jason, near his home in East Belfast. Paisley, the firebrand Protestant leader who struck a power-sharing deal with former foes Sinn Fein, died at 88, on September 12, 2014. He was renowned for his fiery rhetoric and hollering speeches brimming with Biblical imagery. The pro-British Protestant hardliner's rants were hugely popular among his followers and considered offensive by many others. AFP PHOTO

Das Foto aus dem Jahr 1982 zeigt Pasiley in der Nähe seines Anwesens in Belfast Bild: AFP

Aussöhnung mit dem Erzfeind 

In späteren Jahren veränderte Paisley jedoch seine Haltung und wirkte im Friedensprozess zwischen den verfeindeten Parteien mit. Als erster Ministerpräsident Nordirlands bildete er zwischen 2007 und 2008 eine gemeinsame Regierung mit seinem langjährigen Intimfeind, dem pro-irischen Sinn-Fein-Politiker Martin McGuinness. Der frühere Anführer der Irisch-Republikanischen Armee (IRA), des bewaffneten Arms der Sinn Fein, war sein Stellvertreter in der nordirischen Regierung. 

Der sprachgewaltige Paisley gab das Amt des Regierungschefs bereits 2008 wieder ab und legte 2010 auch sein Mandat im britischen Unterhaus nieder. Als Lord Bannside hatte er anschliessend einen Sitz im House of Lords, dem Oberhaus des britischen Parlaments. Zuletzt hatte Paisley mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Anfang 2012 war er wegen eines Herzinfarkts in einem Krankenhaus behandelt worden. Ein Jahr zuvor hatte er einen Herzschrittmacher erhalten. 

Wegen seines schlechten Gesundheitszustands hatte Paisley in den vergangenen Jahren zurückgezogen gelebt. Bis zum Ende des Jahres werde es eine öffentliche Trauerfeier geben, teilte seine Witwe mit. Ian Paisley hinterlässt neben ihr drei Töchter, zwei Söhne und zahlreiche Enkelkinder. (mxw/dpa/Reuters/AP/AFP/gag)

(FILES) - A picture dated May 8, 2007 shows then Northern Ireland's First Minister Ian Paisley (L) and Deputy First Minister Martin McGuinness after being sworn in as ministers of the Northern Ireland Assembley, at Stormont in Belfast, Northern Ireland. The former leader of the Democratic Unionist Party (DUP) has died on September 12, 2014, at the age of 88, his wife said. Paisley was a firebrand preacher whose extraordinary about-turn from decades of intransigence finally ushered in peaceful, stable government in Northern Ireland. AFP Photo/PAUL FAITH/Pool/FILES

Die beiden ehemaligen Erzfeinde Paisley und Martin McGuinnes bei ihrer Amtseinsetzung am 8. Mai 2007, Paisley als «Northern Ireland's First Minister» und McGuinnes als sein Stellvertreter. Bild: POOL

epa04397079 (FILE) A file photo dated 08 May 2007 showing Northern Ireland's then newly appointed deputy First Minister Martin McGuinness (L), standing with then First Minister Ian Paisley (2-L), Britain's then Prime Minister Tony Blair (2-R) and then Irish Prime Minister Bertie Ahern (R) on their departure of Stormont Parliament Buildings, Belfast, Northern Ireland. British media report Paisley, late former Northern Irish First Minister from 2007 to 2008, has died aged 88 on 12 September 2014, his family confirmed. Paisley was born in Ballymena in Co Armagh, Northern Ireland, in 1926.  EPA/CATHY MC ARTHUR

Ein Bild vom selben Tag. McGuinnes und Paisley mit den damaligen Premierministern von Grossbritannien (Tony Blair) und Irland (Bertie Ahern). Bild: CATHY MC ARTHUR/EPA/KEYSTONE



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