International
Iran

Trump droht mit Nato-Austritt der USA

President Donald Trump speaks during a meeting with Irish Prime Minister Micheál Martin in the Oval Office of the White House, on St. Patrick's Day, Tuesday, March 17, 2026, in Washington. (AP Ph ...
Trump spielt mit dem Gedanken, aus der Nato auszutreten.Bild: keystone

Trump droht mit Nato-Austritt der USA

US-Präsident Donald Trump hat die Nato für ausbleibende Hilfe bei der Sicherung des Öltransports durch die Strasse von Hormus kritisiert. Er sei von den Alliierten enttäuscht – und droht mit dem Nato-Austritt.
17.03.2026, 17:2217.03.2026, 19:06

US-Präsident Donald Trump drohte bei einer Pressekonferenz im Oval Office mit einem Nato-Austritt der USA. «Wenn sie uns nicht helfen, ist es sicher etwas, über das wir nachdenken müssen», sagte er. «Ich brauche den Kongress nicht dafür, wie Sie vielleicht wissen», fügte er hinzu.

Dem hatte der Kongress allerdings im Jahr 2023 einen Riegel vorgeschoben: Ein Gesetz verbietet dem US-Präsidenten, den «Nordatlantikvertrag auszusetzen, zu kündigen oder die USA daraus zurückzuziehen» – ohne Zustimmung des Senats oder des Kongresses.

Zuvor hatte Trump die Nato für ausbleibende Hilfe bei der Sicherung des Öltransports durch die Strasse von Hormus kritisiert. Er wolle nun auf Hilfe der Partner für die Sicherung der Schifffahrt verzichten. Das schreibt er auf seiner Plattform Truth Social.

Als Grund für seinen Sinneswandel gibt er an, auf die Unterstützung nicht mehr angewiesen zu sein. «Aufgrund unserer militärischen Erfolge benötigen wir die Unterstützung der Nato-Staaten nicht mehr – das haben wir nie getan!», schreibt Trump auf Truth Social.

Bild
screenshot truth social

Die meisten Verbündeten der USA hätten einen Einsatz in der Strasse von Hormus abgelehnt. Er sei nicht überrascht: «Wir schützen sie, aber sie werden uns, insbesondere in Notlagen, nicht helfen.» Diesen Vorwurf brachte der US-Präsident schon des Öfteren an.

Der republikanische Trump-Vertraute Lindsey Graham erklärte nach einem Gespräch mit Trump auf der Plattform X: «Ich habe ihn noch nie in meinem Leben so wütend erlebt.» Graham teile diese Wut, «angesichts dessen, was auf dem Spiel steht».

Trump hatte Tage zuvor mit konfrontativen Worten Nato-Verbündete aufgefordert, bei der Sicherung von Öltransporten durch die Meerenge vor dem Iran zu helfen. Im Iran-Krieg ist die Durchfahrt praktisch zum Erliegen gekommen. Die Ölpreise stiegen auf das höchste Niveau seit Jahren. (hkl, mit Material der Nachrichtenagenturen sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump: Iran-Krieg ist bald vorbei
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
327 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Idealisst, Fabulisst, Alchemisst
17.03.2026 17:33registriert Januar 2014
Wer weiss, ob das am Schluss nicht die bessere Lösung ist? Ein Europa, dass wieder zu Selbstbewusstsein und Stärke (zurück)findet und sich nicht mehr von Autokraten auf der Nase rumtanzen lässt.
51614
Melden
Zum Kommentar
avatar
Der Lette
17.03.2026 17:35registriert Juni 2024
Hat Trump seinen Wählern nicht schon im Wahlkampf direkt oder indirekt versprochen aus der NATO auszutreten? Und dann noch mit einem Angriff auf ein NATo-Land wegen Grönland drohen.
Sorry Mr President, wenn man Freunde wie Sie hat, braucht man keine Feinde mehr.
4803
Melden
Zum Kommentar
avatar
Garp
17.03.2026 17:41registriert August 2018
Dieser Krieg den er mit Israel vom Zaun brach, bedingt keinen Bündnisfall.
Aber wie immer hat er keine Ahnung.
Er ist wie ein kleines Kind das sich wütend auf den Boden legt täubelt und schreit, bis die Eltern nachgeben. Ich hoffe er bekommt nicht was er will.
4388
Melden
Zum Kommentar
327
«Trump ist ein Sklave der Neocons»
Wie Tucker Carlson vom Trump-Fan zu seinem gefährlichsten Kritiker wurde.
Wem die «New York Times» ein zweistündiges Interview gewährt, der muss nicht ganz unbedeutend sein. Diese Ehre wurde kürzlich Tucker Carlson gewährt. Der ehemalige Fox-News-Starmoderator konnte sich im Weltblatt über den Iran-Krieg, Israel und Antisemitismus ausbreiten und auch darüber, weshalb er einmal mehr das Tischtuch mit Donald Trump zerschnitten hat.
Zur Story