DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Fahrende
In finanziellen Schwierigkeiten: Radgenossenschaft der Landstrasse.
In finanziellen Schwierigkeiten: Radgenossenschaft der Landstrasse.Bild: KEYSTONE

Bundesamt fordert Neustart bei der Dachorganisation der Jenischen

17.09.2014, 05:4417.09.2014, 08:30

Das Bundesamt für Kultur ist bereit, der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Dachorganisation der Jenischen der Schweiz, Radgenossenschaft der Landstrasse, zu helfen. Dies aber unter der Bedingung, dass der Präsident und der ganze Verwaltungsrat zurücktreten. Diese lehnen allerdings einen Rücktritt ab.

«Die Vertrauensbasis ist angeschlagen und es braucht einen personellen Neustart», sagte die Dossierverantwortliche beim Bundesamt für Kultur (BAK), Fiona Wigger, am Dienstagabend und bestätigte einen Bericht des Onlineportals «20minuten.ch».

Das BAK ist bereit, als Vorschuss für künftige Subventionen 40'000 Franken zu zahlen, unter der Bedingung, dass es zum geforderten Führungswechsel kommt. Es verlangt klare Strukturen und Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsstelle der Radgenossenschaft.

100'000 Franken für den Präsidenten
Die Organisation hat das BAK um doppelt so viel Unterstützung gebeten – 80'000 Franken. Das Loch in der Kasse der Organisation ist seit Juli aufgrund eines Artikels der Zeitschrift «Beobachter» bekannt. Sie berichtete unter Berufung auf interne Dokumente, der Präsident der Radgenossenschaft, Daniel Huber, habe sich in einem halben Jahr über 100'000 Franken überweisen lassen. Gemäss dem BAK bestand per Mitte Jahr bei der Radgenossenschaft eine Unterfinanzierung von rund 120'000 Franken – es seien Lohnerhöhungen und Vorschüsse getätigt worden, obwohl die Liquidität der Organisation dies nicht zugelassen habe. (sda)

Dieses Jahr unterstützt das Bundesamt die Jenischen-Organisation mit über 260'000 Franken. Die Subventionen für nächstes Jahr stehen laut Wigger noch nicht fest. Sie würden aber voraussichtlich tiefer ausfallen.

Huber will nicht zurücktreten

Radgenossenschafts-Präsident Daniel Huber.
Radgenossenschafts-Präsident Daniel Huber.Bild: Stiftung für Fahrende

Radgenossenschafts-Präsident Daniel Huber und die restlichen Mitglieder des Verwaltungsrats wollen nicht zurücktreten, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Sie wollten nun andere Geldgeber suchen.

Die Ursachen für die Finanzprobleme klärt die Organisation laut Huber zurzeit intern ab. Sie will mit den Erkenntnissen anschliessend an die Öffentlichkeit treten. «Wahrscheinlich ist falsch kalkuliert worden», sagte Huber. Der Bericht, wonach die Lücke durch Überweisungen an ihn mitverursacht wurde, sei aber falsch, betonte der Präsident. (kad/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zwei Kanadier in Hotel in Mexiko erschossen

Wieder sind an einem Touristenort an Mexikos Riviera Maya Schüsse gefallen - zwei Kanadier wurden getötet und ein dritter verletzt. Dies geschah in einem Hotel am Strand innerhalb eines Natur-Themenparks am Rande der Stadt Playa del Carmen. Der Polizeichef des Bundesstaates Quintana Roo, Lucio Hernández, schrieb am Freitag auf Twitter, es habe sich um eine Diskussion zwischen Hotelgästen gehandelt. Er veröffentlichte Fotos des Tatverdächtigen und bat die Bevölkerung um Hinweise, die zur Festnahme des Mannes führen könnten.

Zur Story