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ZUM 50. TODESTAG VON MALCOLM X AM SAMSTAG, 21. FEBRUAR 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Malcolm X, Muslim leader, addresses a rally in Harlem in New York City on June 29, 1963. (KEYSTONE/AP Photo)

Malcolm X spricht auf einer Veranstaltung in New York.  Bild: AP

Der amerikanische Albtraum

Vor 50 Jahren wurde Malcolm X ermordet, doch die Tat wurde nie restlos aufgeklärt

Im Gegensatz zu seinem Gegenspieler Martin Luther King setzte Malcolm X auf Konfrontation und Kampf. Die Bluttat an dem umstrittenen amerikanischen Bürgerrechtler wurde nie vollständig aufgeklärt.  



21 Schüsse töteten den Redner am 21. Februar 1965 im Audubon Ballroom in Manhattan. Der Ermordete war der zwiespältigste Schwarzenführer des 20. Jahrhunderts: Malcolm X, geboren 1925 in Nebraska als Malcolm Little, seit seiner Pilgerreise nach Mekka El Hajj Malik el-Shabaz genannt. 

Seine verschiedenen Namen spiegeln die radikalen Wendungen wider, die das Leben des Bürgerrechtlers nahm. Malcolm Little wuchs als Sohn des Reverend Earl Little und dessen Frau Louise auf. Sein Vater starb früh, seine Mutter war nervenkrank; so kam Malcolm in eine weisse Pflegefamilie. Nach dem Schulabschluss kam es zu einer ersten gravierenden Wende: Der brillante Schüler geriet auf die schiefe Bahn, als er entdecken musste, dass er als Schwarzer trotz guter Noten nicht studieren durfte. 

Konversion zum Islam

Drogenkonsum und -handel, Zuhälterei und Einbrüche bestimmten darauf das Leben des jungen Little in Boston und dann in New York, bis er 1946 verhaftet und zu acht bis zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Hinter Gittern kam es zur nächsten biographischen Wende: Er bildete und radikalisierte sich durch umfangreiche Lektüre philosophischer Schriften, konvertierte zum Islam und wandte sich der Nation of Islam (NOI) des schwarzen Radikalen Elijah Muhammad zu. 

Die kruden Thesen dieses schwarzen Rassisten – so sollen die Weissen das Ergebnis einer verunglückten Züchtung eines schwarzen Wissenschaftlers sein – fanden bei Little einen fruchtbaren Boden. Nach seiner vorzeitigen Entlassung nannte er sich wie andere Mitglieder der NOI fortan X. Das X stehe für unbekannt, erklärte Malcolm, denn weisse Sklavenhändler hätten den echten Namen seiner afrikanischen Vorfahren gestohlen. 

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Malcolm X über seinen Namen und die Sklaverei (engl.). Video: Youtube/Malcolm X Network

Im Auftrag der NOI rekrutierte er in den Schwarzenvierteln der amerikanischen Grossstädte Mitglieder – höchst erfolgreich: Bald zählte die NOI mehr als 50'000 Anhänger. Bekanntestes Mitglied der antisemitischen, die Überlegenheit der Schwarzen predigenden NOI war Boxweltmeister Muhammad Ali. 

Konfrontation mit den Weissen

Dem Hass auf die Weissen entsprach eine konfrontative Politik: Der Kampf gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung müsse «mit allen notwendigen Mitteln» geführt werden, sagte Malcolm X als Wortführer der NOI. Von der Gewaltfreiheit seines christlichen Gegenspielers Martin Luther King grenzte er sich klar ab: «Ich sehe keinen amerikanischen Traum, ich sehe einen amerikanischen Alptraum», sagte er in Anspielung auf Kings berühmte Rede. 

Die nächste Wende im Leben des X kam mit seiner Abwendung von Elijah Muhammad und der NOI, die 1963 begann. Muhammad war zuvor wie ein Ziehvater für X gewesen, doch nach der Ermordung von Präsident Kennedy kam es zu einem ersten offenen Konflikt. Malcolm X hatte das Attentat sarkastisch kommentiert, was ihn in den USA zur Unperson machte und ihm von der NOI ein zeitweiliges Redeverbot eintrug. 

Schwerwiegender waren jedoch Muhammads zahlreiche aussereheliche Affären, darunter angeblich auch mit einer Geliebten von X und mit jungen Mädchen. Im März 1964 vollzog Malcolm X den Bruch mit der NOI und erklärte: «Ich war ein Papagei. Jetzt ist der Papagei dem Käfig entsprungen.» Kurz darauf brach er zu seiner Pilgerreise nach Mekka auf, die ihn erneut tiefgreifend veränderte. 

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Trailer (engl.) des Films «Malcolm X» (1992) von Spike Lee. Video: Youtube/Film&Clips

Versöhnlichere Töne

Auf seinem Hadsch in Mekka traf X auf Weisse, die ihn als ihresgleichen akzeptierten. X, der Weisse bisher erbarmungslos attackiert hatte – «sie waren immer Teufel, sie werden immer Teufel bleiben, darum müssen sie vernichtet werden» –, schlug nun versöhnlichere Töne an. Und er änderte noch einmal seinen Namen: Als El Hajj Malik el-Shabaz kehrte er nach einer Afrikareise in die USA zurück und trat nun für Versöhnung über alle Rassengrenzen hinweg ein. 

Für die NOI und deren Chef Muhammad aber war er ein Verräter. Louis Farrakhan, der heutige Chef der NOI und damals X' Nachfolger als Leiter der NOI-Filiale New York, drohte ihm öffentlich mit dem Tod. Trotz mehrerer Angriffe und einem Brandanschlag auf sein Haus gab sich Malcolm X fatalistisch: «Ich mache mir keine Sorgen. [...] Ich lebe wie ein Mann, der bereits tot ist.» 

Am 21. Februar 1965 ereilte ihn die Rache der NOI. Louis Farrakhan sagte später: «Malcolm war ein Verräter und die Nation of Islam ist so mit ihm umgegangen, wie eine Nation mit einem Verräter umgeht.» Drei Mitglieder der Organisation wurden für die Tat verurteilt; nur einer, Thomas Hagan, gestand sie. Angeblich waren noch weitere Täter beteiligt, doch gefasst wurde niemand. Viele gehen im Übrigen davon aus, dass das FBI – das X beschatten liess – über die Mordpläne informiert war und die Bluttat bewusst geschehen liess. 

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