Tödliche Auseinandersetzung im Westjordanland
Bei einem bewaffneten Zwischenfall in der Nähe eines israelischen Aussenpostens im palästinensischen Westjordanland sind mindestens fünf Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden.
Die palästinensischen Behörden und die israelische Armee machten widersprüchliche Angaben zum genauen Tathergang.
Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens vier Palästinenser getötet, drei weitere seien schwer verletzt worden. Den Angaben zufolge sollen israelische Siedler das Dorf Tel in der Nähe von Nablus angegriffen und ein Haus in Brand gesetzt haben. Es sei zu einem Schusswechsel zwischen den Bewohnern des Hauses und Siedlern gekommen.
Israelische Medien berichteten, dass auch ein israelischer Bürger getötet worden sei. Eine Sprecherin der israelischen Armee erklärte auf X, es sei in der Nähe des israelischen Aussenpostens «Gilad Farm» zu einem Angriff auf israelische Wanderer gekommen. Die Angreifer hätten die Waffe einer Sicherheitskraft entwendet und das Feuer auf Israelis eröffnet. Rettungskräfte brachten demnach mehrere verletzte Menschen in ein Spital.
Die israelische Armee leitete eine Fahndung nach den mutmasslichen Tätern ein. Zudem verhängten die Streitkräfte eine Abriegelung um die Stadt Nablus und das nahe gelegene Dorf Tel.
Der israelische Siedler-Aussenposten «Gilad Farm» wurde 2002 errichtet. Das israelische Kabinett erklärte ihn 2018 zu einer vollwertigen Siedlung. Nach völkerrechtlichem Konsens gelten alle Aussenposten und Siedlungen im besetzten palästinensischen Westjordanland als illegal. (sda/dpa)
