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Siedler stoppen im Westjordanland US-Politiker

Siedler setzen US-Politiker in Israel fest – Kritik an Israels Armee

Bewaffnete Siedler stoppen einen US-Politiker im Westjordanland – über eine Stunde lang. Die israelische Armee soll dabei nicht eingegriffen haben.
11.07.2026, 20:2011.07.2026, 20:20
Julian Seiferth / t-online
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Der demokratische US-Kongressabgeordnete Ro Khanna wirft israelischen Siedlern und dem israelischen Militär nach einem Besuch im besetzten Westjordanland schweres Fehlverhalten vor. Khanna erklärte der Nachrichtenagentur Reuters, bewaffnete Siedler hätten ihn und weitere US-Bürger am Mittwoch nahe dem palästinensischen Weiler Khirbet Zanuta mehr als eine Stunde lang an der Weiterfahrt gehindert.

Nach Angaben Khannas hatte seine Delegation zuvor ein Dorf besucht, das nach seiner Darstellung von Siedlern zerstört worden sei. «Sie hatten die Schule zerstört. Sie hatten das Dorf zerstört. Und wir haben es uns nur angesehen», sagte der Abgeordnete Reuters. Dann seien bewaffnete Siedler mit US-amerikanischen M4-Gewehren aufgetaucht – Khanna spricht wörtlich von «Gangstern mit Maschinenpistolen». Sie hätten die Gruppe festgesetzt und die israelische Armee alarmiert. Als Soldaten eintrafen, hätten sie sich auf die Seite der Siedler gestellt, sagte Khanna.

Khanna: Israelische Armee unterstützte die Siedler

Das israelische Militär schilderte den Vorfall anders. In einer Stellungnahme erklärte es, Soldaten und Polizeikräfte seien nach einem Hinweis auf Siedler ausgerückt, die Fahrzeuge nahe Khirbet Zanuta blockiert hätten. Nach ihrem Eintreffen hätten sie die israelischen Zivilisten auseinandergetrieben und den Fahrzeugen die Weiterfahrt ermöglicht. Die israelische Polizei äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Auch die US-Botschaft in Jerusalem reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Doch auch Khannas Mitarbeiter Cameron Kasky widersprach der Darstellung der israelischen Armee. Auf der Plattform X schrieb er, das Militär stelle den Vorfall falsch dar. Die Soldaten seien eingetroffen und hätten sich zunächst mit den bewaffneten Siedlern unterhalten, anstatt einzugreifen.

Khanna veröffentlichte nach dem Vorfall auch einen Beitrag auf der Plattform X. Darin schrieb er, israelische Siedler hätten ihn und andere Amerikaner mit US-amerikanischen M4-Gewehren festgesetzt. Als die israelische Armee eingetroffen sei, habe sie die Siedler unterstützt und die Festsetzung fortgesetzt. Der Demokrat kündigte an, in Kürze weitere Details zu veröffentlichen.

Der Kongressabgeordnete aus Kalifornien erwägt nach eigenen Angaben eine Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl 2028. Reuters sagte er, die Reise habe ihn in dieser Überlegung bestärkt. Er gilt als Israel-Kritiker. Landesweit bekannt wurde Khanna, als er sich gemeinsam mit den Republikanern Thomas Massie und Marjorie Taylor Greene für die Freigabe der Epstein-Akten einsetzte. Seitdem wird er auch von US-Präsident Donald Trump immer wieder namentlich angegriffen.

Israel ist Streitthema unter US-Demokraten

Khanna besuchte nach eigenen Angaben ausschliesslich das Westjordanland und nahm dort an einem von Palästinensern organisierten Programm teil. Er wollte sich nach eigenen Worten ein unmittelbares Bild von der Lage vor Ort verschaffen.

Die israelische Siedlungspolitik und der Krieg im Gazastreifen lösen seit Monaten auch innerhalb der Demokratischen Partei in den USA kontroverse Debatten aus. Während einige Abgeordnete eine Einschränkung der Militärhilfe für Israel fordern, lehnen andere dies ab. Die meisten Staaten und die Vereinten Nationen betrachten die israelischen Siedlungen im Westjordanland als völkerrechtswidrig. Israel weist diese Auffassung zurück und bezeichnet das Gebiet als umstrittenes Territorium.

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Frauen in der israelischen Armee
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Frauen in der israelischen Armee

Eine israelische Soldatin weist während des Gazakriegs einen Panzer ein (24.07.2014).

quelle: epa / atef safadi
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Israelischer Polizeiminister Ben-Gvir provoziert auf X mit Erniedrigung von Gaza-Hilfsflotte-Aktivisten
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