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Putins Militärbudget in Russland in Rekordhöhe

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Wladimir Putin (Archivbild): Der Wille des russischen Präsidenten zur Stärkung des Militärs könnte Vorrang vor der Verhinderung eines wirtschaftlichen Abschwungs haben.Bild: www.imago-images.de

Geheime Milliarden-Ausgaben treiben Putins Militärbudget in Rekordhöhe

Eigentlich wollte Putin in diesem Jahr bei den Militärausgaben sparen, doch das Gegenteil ist offenbar der Fall. Berechnungen legen nahe, dass die Zahlen rasant ansteigen.
14.06.2026, 13:5314.06.2026, 13:53
Charlotta Siemer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Im ersten Quartal 2026 haben die Militärausgaben Russlands mit 5,9 Billionen Rubel (etwa 65,1 Milliarden Schweizer Franken) einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus auf Daten des Finanzministeriums beruhenden Berechnungen von Janis Kluge, Wissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), hervor. Demnach betrugen die Militärausgaben im ersten Quartal 2025 mit 4,5 Billionen Rubel (etwa 49,7 Mia. CHF) 30 Prozent weniger als im ersten Quartal dieses Jahres. Die Gesamtausgaben für das erste Quartal lagen bei 12,8 Billionen Rubel (141,2 Mia. CHF), 46 Prozent der Gesamtausgaben wurden also für den militärischen Bereich verwendet.

Die russische Finanzverwaltung zeigte sich in den vergangenen Monaten zunehmend besorgt über den föderalen Haushalt und die Kriegskosten. Die aktuell von der Bildfläche verschwundene Zentralbankchefin Elwira Nabiullina soll sich ebenfalls gegen die hohen Kriegskosten von Putin ausgesprochen haben. Die Steuereinnahmen beliefen sich vor dem Hintergrund neuer Sanktionen, dem im Vorjahresvergleich etwas stärkeren Rubel und der sich abschwächenden Konjunktur im ersten Quartal laut Kluge auf lediglich 8,3 Billionen Rubel (91,6 Mia. CHF). Im Jahr 2025 belief sich das Haushaltsdefizit nach Angaben des Kreml bis zum Jahresende trotz restriktiver Geldpolitik zur Senkung der Inflationsrate auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP).

Der Anstieg der Kosten ist laut Kluge hauptsächlich auf höhere geheime Ausgaben zurückzuführen. Diese seien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43 Prozent gestiegen, schätzungsweise 85 Prozent davon würden für Militärausgaben verwendet werden.

Ursprünglich hatte das russische Verteidigungsministerium die geplanten Militärausgaben auf 14,9 Billionen Rubel (164,4 Mia. CHF) für das gesamte Jahr 2026 gesenkt, so das Stockholm International Peace Research Institute.

Die «Moscow Times» berichtete zu Beginn des Jahres, dass die höheren Ausgaben durch höhere Steuern an die Bevölkerung weitergegeben würden. Bereits 2025 lagen die Steuereinnahmen dem Bericht zufolge mit etwa 36,6 Billionen Rubel (403,9 Mia. CHF) unter dem ursprünglich erwarteten Wert von 40,3 Billionen Rubel (444,7 Mia. CHF). Und so stieg der Mehrwertsteuersatz bereits ab dem 1. Januar 2026 beispielsweise von 20 auf 22 Prozent.

Russischer Wirtschaftsminister fürchtet Rezession

Bereits im vergangenen Jahr deutete sich die aktuelle Situation an: Auf einem Wirtschaftsforum im Juni 2025 äusserte der russische Wirtschaftsminister laut dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) die Vermutung, dass das Land auf eine Rezession zusteuere. Einige Kommentatoren vermuteten demnach, dass Verteidigungskürzungen bevorstehen könnten. Andere Analysten gingen bereits damals davon aus, dass Putins Wille zur Modernisierung und Stärkung des Militärs Vorrang vor der Verhinderung eines wirtschaftlichen Abschwungs haben wird.

Kluge merkt bezüglich seiner Berechnungen an, dass die deutlich höheren Ausgaben auch damit zusammenhängen könnten, dass das russische Finanzministerium möglicherweise Militärausgaben aus dem vierten Quartal 2025 in das erste Quartal 2026 gezogen haben könnte. Grund dafür dürfte sein, die Budgetvorgaben für 2025 nicht verletzen zu wollen. Eine Bewertung der Theorie kann erst nach dem zweiten Quartal erfolgen.

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