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Kolumbien, Venezuela, Japan: Warum sich die Erdbeben nicht häufen

KEYPIX - A neighbor looks at a collapsed building the day after and earthquake struck Pereira, Colombia, Tuesday, Aug. 11, 2026. (AP Photo/Fernando Vergara)
Erdbeben in Kolumbien: Ein Nachbar schaut auf die Trümmer eines Hauses in PereiraBild: keystone

Kolumbien, Venezuela, Japan – warum sich die Erdbeben nur scheinbar häufen

Ein Erdbeben der Stärke 7,4 erschütterte diese Woche Kolumbien, über 130 Menschen verlieren dabei ihr Leben. Schon Ende Juni gab es starke Beben in Venezuela und Japan. Häufen sich die Vorfälle etwa? Die Daten erzählen eine andere Geschichte.
11.08.2026, 19:5011.08.2026, 19:50

In der Nacht auf Montag wird Kolumbien von einem Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert. Die Rettungsarbeiten sind immer noch in Gang. Bis anhin konnten 132 Menschen nur noch tot geborgen werden, über 2700 werden vermisst.

Die Berichte aus Kolumbien erinnern an die katastrophalen Zwillingserdbeben im Nachbarstaat Venezuela Ende Juni. Die Beben verschütteten über 6300 Menschen. Nur 30 Minuten nachdem Venezuela getroffen wurde, erlebte Japan ein ausserordentlich starkes Beben mit Stärke 5,6. Das Internet spekuliert nun, dass die Beben etwas miteinander zu tun haben könnten. Expertinnen und Experten verneinen dies gegenüber dem «Guardian» aber. Dass die Erde an beiden Orten gleichzeitig bebte, sei kompletter Zufall.

Gibt es mehr Erdbeben?

Dass die kurze, aufeinanderfolgende Beben eine absolute Ausnahme darstellen, zeigt auch ein Blick in die Daten. Denn die Anzahl und Abstände von Erdbeben ist in den letzten Jahrzehnten nicht angestiegen. Sie sind gar bemerkenswert stabil.

Temporär aktivere Phasen gefolgt von abnehmender Aktivität sind Teil der normalen Fluktuation in der Erdbebenrate, wie der U.S. Geological Survey schreibt. Weiter gehen die Forscherinnen und Forscher davon aus, dass es durchschnittlich zu 16 grossen Erdbeben pro Jahr kommt. 15 davon mit einer Stärke von über 7 und eines über 8.

Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich diese Einschätzung als wahr erweist, doch gibt es einige Ausreisser. Im Jahr 2010 wurde die Erde von 24 starken Beben heimgesucht – weit über dem Durchschnitt. Gleichzeitig blieb es im Jahr 2017 mit lediglich sieben starken Erdbeben relativ still.

Die Antwort ist also nein, es kam zuletzt nicht öfter zu Erdbeben als noch vor einem oder gar zwei Jahrzehnten. Aber warum fühlt es sich trotzdem so an?

Verfügbarkeitsheuristik

Zu erklären ist dieses Phänomen mit der sogenannten Verfügbarkeitsheuristik. Sie ist im Wesentlichen eine mentale Abkürzung des Gehirns, bei der Häufigkeit, Wahrscheinlichkeit und Wichtigkeit daran gemessen wird, wie leicht uns Beispiele dazu einfallen.

Dies führt beispielsweise dazu, dass wir Angst davor bekommen, Opfer eines Einbruchs zu werden, wenn in der Nachbarschaft eingebrochen wurde oder die Ampel scheinbar immer Rot zeigt, wenn wir in Eile sind.

Oder eben, weil wegen der grossen medialen Präsenz eines Erdbebens uns das nächste Beben viel stärker auffällt. Wir nehmen daher entgegen der tatsächlichen Datenlage an, dass es öfter zu Erdbeben kommt.

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Doppeltes Erdbeben in Venezuela
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Doppeltes Erdbeben in Venezuela

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quelle: keystone / boris vergara
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Erdbeben in Kolumbien
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