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Hongkong: Ich bin Buchhändlerin-Hashtag als Zeichen gegen Zensur

July 15, 2026, Hong Kong, China: An independent bookstore employee is escorted away from Have a Nice Stay independent bookstore by Hong Kong national security police. Hong Kongs national security poli ...
«Ich bin Buchhändlerin» steht auf dem T-Shirt der verhafteten Frau geschrieben. Bild: imago

Hongkong: Warum das T-Shirt dieser Buchhändlerin gerade viral geht

Das T-Shirt einer verhafteten Hongkonger Buchhändlerin geht viral. Wenige Tage später ist ein Buch in Taiwan ausverkauft.
23.07.2026, 21:3923.07.2026, 21:39

In der jüngsten Repressionswelle durch die Hongkonger Polizei wurden nach Razzien in zwei Buchläden fünf Personen verhaftet. Der Vorwurf: Sie hätten Bücher mit «staatsgefährdenden Inhalten» verbreitet. Ein Verbrechen gegen die nationale Sicherheit, auf das eine Maximalstrafe von zehn Jahren steht. Das berichtet der Guardian.

Während die verhafteten Personen abgeführt wurden, ging ein Foto um die Welt. Eine Mitarbeiterin, die Hände hinter dem Rücken gefesselt, trägt ein T-Shirt mit dem Schriftzug: «Ich bin Buchhändlerin.»

Auf der Social-Media-Plattform Threads ging der Spruch in Taiwan als Hashtag viral. Unzählige Menschen solidarisierten sich mit den Buchhändlerinnen und Buchhändlern in Hongkong und ihrem Kampf für Meinungsfreiheit. So schrieb auch Taiwans Präsident auf Facebook: «Ideen und Wörter sollten niemals durch politischen Druck zum Schweigen gebracht werden.»

Die Hongkonger Behörden haben bisher nicht bekannt gegeben, welche Bücher sie als staatsgefährdend eingestuft hatten. Chris Tang, Hongkongs Sicherheitschef, vermerkte jedoch, dass die Sicherstellung der Legalität verkaufter Bücher bei den Buchläden liege. Es sei «genauso, wie Lebensmittelhändler sicherstellen müssen, dass ihre Ware die Menschen nicht krank macht».

Chinese President Xi Jinping waves as he arrives at the opening ceremony for the World AI Conference in Shanghai, Friday, July 17, 2026. (AP Photo/Ng Han Guan, Pool)
Xi Jinping
Chinas Präsident Xi Jinping hat die «Wiedervereinigung» Taiwans mit der Volksrepublik zum Ziel, obwohl die Insel nie Teil dieser war.Bild: keystone

Kurz darauf berichteten jedoch Hongkonger Medien, dass eines der verbotenen Bücher das Werk der Journalistin Emily Feng sei. «Let Only Red Flowers Bloom: Identity and Belonging in Xi Jinping's China» ist seither aufgrund erhöhter Nachfrage in Taiwan ausverkauft. «Der Fakt, dass es verboten wurde, machte mich nur noch neugieriger», erzählt eine Kundin, welche leider leer ausgegangen war, der Zeitung.

Das Buch beschreibt, wie China unter Xi Jinping vereinheitlicht werden soll. Der Titel ist angelehnt an ein Zitat Mao Zedongs: «Lasst hundert Blumen blühen.» Heute dürften nur noch rote Blumen blühen.

Für viele in Taiwan sind die Vorgänge in Hongkong eine Warnung. Seit mehreren Jahren nun wird die ehemalige britische Stadt immer stärker in die Volksrepublik China integriert. Dies, obwohl den Hongkongerinnen und Hongkongern «ein Land, zwei Systeme» versprochen wurde. Die grosse Mehrheit in Taiwan ist gegen eine Anbindung an Festlandchina – ein wichtiges Vorhaben Xi Jinpings.

Taiwan ist mittlerweile der letzte Ort im chinesischen Sprachraum, wo Bücher frei zugänglich sind – ohne Zensur der Kommunistischen Partei Chinas. (nil)

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