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Der Kreml gerät im Ukraine-Krieg zunehmend unter Druck

epa13046862 Smoke billows in the background following a reported Ukrainian drone attack, in Moscow, Russia, 18 June 2026. Russian authorities reported intercepting nearly 200 Ukrainian drones across t ...
Durch die ständigen Einschläge werden die wachsenden Probleme der russischen Kriegsführung deutlich.Bild: keystone

Der Kreml gerät im Ukraine-Krieg zunehmend unter Druck

28.06.2026, 15:0628.06.2026, 15:34
André Ballin, dpa

Das in der Nacht zum Sonntag ausgebrochene Feuer in einer Raffinerie im Gebiet Krasnodar ist für viele Russen inzwischen ein vertrautes Bild. Allein an diesem Wochenende haben die Ukrainer nach eigenen Angaben drei Anlagen der russischen Ölindustrie mit Drohnen getroffen. Daneben haben ukrainische Raketen eine Rüstungsfabrik in der Millionenstadt Wolgograd stark beschädigt. Die ständigen Einschläge offenbaren wachsende Probleme der russischen Kriegsführung.

Er forderte auf der in Russland eigentlich verbotenen Plattform Instagram ultimativ ein Treffen mit Putin, um ihm «die ganze Wahrheit über das, was bei uns im Land passiert», zu sagen. An der Front würden Soldaten von ihren Vorgesetzten ausgebeutet, gequält und verheizt, klagte er. Sollte sich der Kremlchef weigern, drohte er mit «ernsten Konsequenzen». Die Armee würde dann ihre Waffen auf den Kreml richten, sagte er. Wie bei Bonja wurde auch dieses Video vielfach gesehen und gelikt.

Rauchsäulen zeugen von Schäden in der Raffinerie

Auf den in sozialen Netzwerken verbreiteten Bildern und Videos sind Stunden später noch kilometerhohe schwarze Rauchsäulen über der Raffinerie zu sehen. Wegen ihrer Lage in unmittelbarer Nähe zur von Russland annektierten Halbinsel Krim haben die Ukrainer die Raffinerie schon mehrfach attackiert und beschädigt.

Auch andere russische Regionen wie Jaroslawl oder Iwanowo nordöstlich von Moskau meldeten Drohnenangriffe. Während die russischen Behörden keine Angaben zu den Folgen machten, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj später, auch in Jaroslawl sei eine Raffinerie angegriffen worden. Ob es Schäden an der Anlage gegeben hat und wie schwer sie sind, blieb dabei unklar. Die Ukrainer haben die Raffinerie in Jaroslawl in der Vergangenheit aber schon mehrfach beschädigt, was zu teuren Reparaturen und längeren Ausfallzeiten führte.

Wichtige Rüstungsfabrik getroffen

Einen ebenso empfindlichen Schlag landete Kiew einen Tag zuvor in Wolgograd. Dort attackierte das ukrainische Militär mit Marschflugkörpern des Typs Flamingo aus eigener Produktion die Rüstungsfabrik Titan-Barrikady. «Das ist eine äusserst wichtige Fabrik», betonte der unabhängige russische Militäranalyst Jan Matwejew. «Sie stellt Raketenanlagen und Geschosse für die Komplexe Jars, Sarmat, Iskander sowie für die Panzerhaubitze Msta her», sagte er.

Jars (Nato-Code SS-27) und Sarmat (Nato-Bezeichnung Satan 2) sind dabei strategische Waffen, die prinzipiell auch Atomsprengköpfe tragen können. Daher sei auch anzunehmen, dass die Fabrik an der Entwicklung der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik beteiligt gewesen sei, mutmasst Matwejew.

Video: twitter/@ZelenskyyUa

Krise wird ersichtlich

Während der Einschlag in der Rüstungsfabrik spektakuläre Bilder produzierte, hat der andauernde Beschuss von Ölanlagen im Alltag der Russen tiefere Spuren hinterlassen: Die Treibstoffkrise, die auf der 2014 von Russland annektierten Krim ihren Anfang nahm, hat inzwischen fast sämtliche Regionen des Landes erfasst. Lange Schlangen bilden sich an den Tankstellen, die noch Benzin verkaufen. Auf der Krim geben die Tankstellen derweil Treibstoff gar nicht mehr an Privatpersonen ab.

Nach den Internetabschaltungen ist dies nun das zweite offensichtliche Zeichen auch für grosse Schichten der Bevölkerung, dass der 2022 von Präsident Wladimir Putin befohlene Krieg bei weitem nicht so läuft wie gedacht. Die Kritik mehrt sich – selbst bei eingefleischten Patrioten.

Neuer Kritiker erst einmal hinter Gittern

Hatte im April die eigentlich auf Lifestyle-Themen spezialisierte Bloggerin Viktoria Bonja moniert, dass hohe Beamte aus Angst vor Putin diesem Probleme verheimlichten, meldete sich nun ein Ex-Frontsoldat zu Wort.

Er forderte auf der in Russland eigentlich verbotenen Plattform Instagram ultimativ ein Treffen mit Putin, um ihm «die ganze Wahrheit über das, was bei uns im Land passiert», zu sagen. An der Front würden Soldaten von ihren Vorgesetzten ausgebeutet, gequält und verheizt, klagte er. Sollte sich der Kremlchef weigern, drohte er mit «ernsten Konsequenzen». Die Armee würde dann ihre Waffen auf den Kreml richten, sagte er. Wie bei Bonja wurde auch dieses Video vielfach gesehen und gelikt.

Im Gegensatz zu Bonja, auf deren Kritik der Kreml sich zur Versicherung genötigt sah, die Probleme seien bekannt und in Arbeit, reagierte die russische Obrigkeit diesmal in bewährter Manier. Die Polizei durchsuchte das Haus des Militärbloggers und nahm ihn anschliessend in Ordnungshaft – zunächst einmal für elf Tage. (sda/dpa)

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Ukraine greift St.Petersburg erneut mit Drohnen an
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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lohner
28.06.2026 15:36registriert August 2025
„Der Kreml gerät im Ukraine-Krieg zunehmend unter Druck“

Das ist gut, auch die Bevölkerung darf etwas von der Spezialoperation merken. Hoffentlich kommt der Kreml noch mehr unter Druck.
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The Real Tonald Dump
28.06.2026 15:39registriert März 2025
Gut so. Der Krieg muss in Moskau direkt und unvermindert spürbar sein, so wie er es in Kiew seit 4 Jahren ist.
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Xicotencatl Axayacatl
28.06.2026 15:53registriert August 2024
Russland wird nicht kampflos aufgeben. In 11 Monaten steht die Frankreichwahl an, die wegweisend für Europa sein wird. Auch Deutschland wankt, ob Merz sich noch 2, 3 Jahre halten kann, ist fraglich. Beides ist Moskau selbstverständlich klar. Europas Spaltung, gegenseitiges Misstrauen und Abkehr von Gemeinsamkeiten und Zusammenarbeit spielen dem Kreml mehr als nur in die Karten. Das könnte matchentscheidend sein, auch in der Ukraine. Putin wird daher alles daran setzen, grösstmöglichen Einfluss zu nehmen und die Ergebnisse zu verzerren. Bleibt zu hoffen, Europa sei nicht naiv und gewappnet.
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