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Russland: Ukrainische Drohnen setzen Wildberries Lager in Brand

Wildberries Logistikzentrum Nevinnomyssk, Russland
Ein Logistikzentrum des Versandhändlers Wildberries steht nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Newinnomyssk in Flammen.Bild: Screenshot X

Ukrainische Drohnen setzen erneut Lager von russischem Versandhändler in Brand – zwei Tote

22.07.2026, 09:1622.07.2026, 15:46

Bei neuen ukrainischen Drohnenangriffen auf Zentren des grössten russischen Online-Versandhändlers und auf ein Öllager sind laut Behörden zwei Menschen getötet und mindestens 14 weitere verletzt worden.

Getroffen worden seien diesmal Logistikzentren in Krasnodar und Newinnomyssk im Süden Russlands, teilte die Gründerin der Firma Wildberries, Tatjana Kim, bei Telegram am Morgen mit. In sozialen Netzwerken kursierten nicht überprüfte Aufnahmen, die die Grossbrände zeigen sollen.

Der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, berichtete von einer Toten nach dem Angriff auf das Wildberries-Zentrum. Er teilte auch mit, dass in Armawir bei einem Angriff auf ein Öldepot ein Mensch getötet worden sei. Zudem seien beim Angriff auf das Wildberries-Lager von Krasnodar neun Menschen verletzt worden, hiess es. Zuvor war von zehn Verletzten die Rede gewesen, eine Verletzte starb im Spital.

Der Gouverneur der Region Stawropol, Wladimir Wladimirow, sprach von fünf Verletzten bei dem Brand in Newinnomyssk. Die Zeitung «Kommersant» berichtete auf Grundlage von Expertenschätzungen, dass etwa sieben Prozent der Wildberries-Lagerkapazitäten nicht mehr nutzbar seien. Kremlchef Wladimir Putin zeigte sich bei einer Sitzung gelassen und bezeichnete die wirtschaftliche Lage im Land ungeachtet der ukrainischen Angriffe als stabil.

Selenskyj lobt Angriffe als Erfolg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechtfertigte die Angriffe erneut als Teil des Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg. Getroffen worden seien «Logistikzentren, die an der Versorgung der russischen Armee mit Bauteilen für Drohnen, Navigationsausrüstung und Ausrüstung beteiligt sind, sowie ein Öllager», schrieb er auf seinem Telegram-Kanal.

Im Schwarzen und im benachbarten Asowschen Meer seien auch ein Tanker und vier Trockenfrachter getroffen worden. Er danke den Streitkräften «für diese Erfolge. Wir verlagern den Krieg ganz zu Recht zurück nach Russland.»

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine auch Wildberries-Logistikzentren im Moskauer Gebiet und in der Region Tambowsk in Brand gesetzt. Dabei starben insgesamt acht Menschen, Dutzende wurden verletzt. Russische Ermittler warfen der Ukraine vor, mit Terroranschlägen zivile Objekte unter Beschuss zu nehmen. Auch Russland hatte Logistikzentren in der Ukraine angegriffen.

Kreml wirft Ukraine Terror gegen zivile Objekte vor

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Dienstag – erst Tage nach den tödlichen Angriffen –, dass die Lage für den Versandhändler und seine Kunden nicht einfach sei. Viele kleine und mittelständische Betriebe nutzen die Logistikzentren als Depots für ihre Waren und zahlen dafür Miete an Wildberries, etliche von ihnen sehen nun ihre Existenz bedroht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Angriffe verteidigt – als Ziele in Kiews Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. Selenskyj behauptete, dass dort mit Sanktionen des Westens belegte Güter gelagert seien, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Russische Kommentatoren meinten, dass die Ukraine so vor allem versuche, Widerstand in der Gesellschaft gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin zu schüren.

Kremlsprecher Peskow wies zurück, dass Wildberries-Lager zur Versorgung des russischen Militärs genutzt würden. «Das Kiewer Regime setzt seine Schläge gegen zivile Objekte fort, darin liegt der Terrorcharakter des Kiewer Regimes», sagte er. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen Moskaus Angriffskrieg – auch mit Drohnenangriffen auf russische Ziele. (nil/sda/dpa)

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