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Wassermangel in Griechenland: Notstand auf sieben Inseln ausgerufen

Notstand auf sieben Inseln: Griechenland kämpft mit akutem Wassermangel

Auf sieben griechischen Inseln herrscht akuter Süsswassernotstand. Die Behörden haben reagiert.
21.07.2026, 16:0921.07.2026, 16:09
Dorothea Meadows / t-online
Ein Artikel von
t-online

Sonne, Meer und traumhafte Strände locken jedes Jahr Millionen Urlauber nach Griechenland. Doch auf mehreren beliebten Inseln wird ausgerechnet in der Hauptreisezeit das Wasser knapp. Anhaltende Trockenheit, steigende Temperaturen und der hohe Verbrauch während der Urlaubssaison bringen die Wasserversorgung zunehmend an ihre Grenzen. Die griechischen Behörden haben deshalb auf sieben Inseln den Notstand ausgerufen, wie die Nachrichtenagentur Reuters und andere Nachrichtenportale berichten.

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Astypalea: Auf der Ägäis-Insel wird das Süsswasser knapp. Alle müssen sich einschränken.Bild: www.imago-images.de

Betroffen sind die Ägäis-Inseln Tinos, Alonissos, Astypalea, Karpathos, Leros, Patmos und Symi. Besonders angespannt ist die Lage auf Astypalea. Dort fielen in den vergangenen Monaten nach Angaben von Astypaleas Bürgermeister Nikos Komineas lediglich rund 2,5 Zentimeter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Auf Rhodos waren es im gleichen Zeitraum etwa 65 Zentimeter. Der wichtigste Wasserspeicher der Insel ist inzwischen fast leer, die Reserven sind auf etwa ein Sechstel ihres ursprünglichen Bestands geschrumpft, heisst es.

Trockenheit und Tourismus als Gründe

Nach Einschätzung von Experten ist die Wasserknappheit das Ergebnis mehrerer Faktoren. Einerseits fallen die Niederschläge seit Jahren geringer als üblich aus, gleichzeitig bewirken Hitzewellen und steigende Temperaturen eine höhere Verdunstung. Hinzu kommt der Tourismus. Während der Sommermonate vervielfacht sich auf vielen Inseln der Wasserverbrauch durch Hotels, Ferienunterkünfte, Pools und Gastronomie.

Für Urlauber bedeutet das bislang vor allem die Aufforderung, sparsam mit Wasser umzugehen. Zahlreiche Hotels bitten ihre Gäste inzwischen, Handtücher nicht täglich wechseln zu lassen oder auf eine tägliche Zimmerreinigung zu verzichten. Teilweise werden zudem Regenwasserspeicher ausgebaut, und der Wasserverbrauch in Hotelanlagen wird reduziert. Für Einheimische sind die Folgen dagegen oft deutlich gravierender. In einigen Regionen wird die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen eingeschränkt, Landwirte greifen teilweise bereits auf salzhaltiges Wasser zurück.

Der ausgerufene Notstand gilt zunächst für drei Monate. Er soll es den Kommunen ermöglichen, schneller auf die Krise zu reagieren und langwierige Genehmigungsverfahren zu umgehen. Geplant sind unter anderem zusätzliche Entsalzungsanlagen, neue Brunnen sowie Investitionen in Wasserreservoirs und die Modernisierung der Versorgungsnetze. Nach Angaben der Regierung fliessen dafür rund 15 Millionen Euro in die Infrastruktur.

Experten gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen könnte. Mit dem Klimawandel werden längere Trockenperioden im Mittelmeerraum wahrscheinlicher – aus Sicht der Behörden dürfte Wassersparen deshalb auf vielen griechischen Inseln zum Dauerzustand werden.

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