International
Facebook

Facebook und Twitter geben Fehler bei US-Wahlen zu

epa06999081 CEO of Twitter Jack Dorsey departs after testifying before a Senate Intelligence Committee hearing on 'foreign influence operations and their use of social media platforms' in th ...
Jack Dorsey, CEO von Twitter: «Wir waren unvorbereitet und schlecht ausgestattet.»Bild: EPA/EPA

Russische Einflussnahme bei US-Wahlen – Facebook und Twitter geben Fehler zu

05.09.2018, 19:4206.09.2018, 08:28

US-Geheimdienste sind überzeugt, dass Russland über soziale Medien Einfluss auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2016 genommen hat. Twitter und Facebook müssen vor dem Senat dazu nun Rede und Antwort stehen – und die Internetriesen geben Fehler zu.

Die Internetgiganten Twitter und Facebook haben eingeräumt, unzureichend auf Versuche russischer Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahlen 2016 vorbereitet gewesen zu sein. «Wir waren zu langsam, das zu bemerken, und haben zu langsam gehandelt», sagte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg am Mittwoch dem Geheimdienstausschuss im US-Senat. Auch Twitter-Chef Jack Dorsey sagte, man sei «unvorbereitet und schlecht ausgestattet» gewesen. Beide sicherten Schritte zu, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Dorsey sagte: «Wir übernehmen die volle Verantwortung, das in Ordnung zu bringen.» Twitter unternehme Schritte gegen Manipulationen und identifiziere «jede Woche acht bis zehn Millionen verdächtige Konten». Sandberg sagte: «Sicherheit ist nie ein abgeschlossener Job.» Facebook habe die Anzahl der Mitarbeiter in dem Bereich verdoppelt und setze zudem künstliche Intelligenz ein. Auch Facebook gehe gegen falsche oder Hass verbreitende Accounts vor.

Demokrat: Russland macht weiter

Russland wird schon seit Jahren vorgeworfen, über soziale Medien wie Facebook und Twitter die öffentliche Meinung in den USA manipulieren zu wollen. US-Geheimdienste sind überzeugt, dass Russland Einfluss auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016 genommen hat. Dazu laufen in den USA Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller, die von US-Präsident Donald Trump als «Hexenjagd» abgetan werden. Die russische Regierung weist die Vorwürfe stets von sich.

Der US-Senat zeigte sich besorgt über eine fortdauernde Einflussnahme Russlands auf die öffentliche Meinung in den USA. «Russland hat nicht damit aufgehört», sagte der Vizevorsitzende des Ausschusses, der Demokrat Mark Warner, zu Beginn der Anhörung. Es sei zunehmend schwer, ihnen auf die Spur zu kommen. Unternehmen wie Facebook und Twitter hätten zwar schon einiges dagegen unternommen. «Es gibt aber immer noch eine Menge zu tun.» Und er habe Zweifel, dass die Internetkonzerne alleine die nötigen Schritte unternähmen.

Rubio: Grundwerte oder nur Profit?

Der republikanische Ausschussvorsitzende Richard Burr sagte, man kenne das «grenzenlose Potenzial sozialer Medien» im positiven Sinne. Es sei aber auch deutlich geworden, wie anfällig soziale Medien für Missbrauch seien. Burr äusserte sich enttäuscht darüber, dass Google keinen hochrangigen Vertreter zu der Anhörung schickte.

Der demokratische Senator Ron Wyden warnte: «Persönliche Daten sind jetzt die Waffe der Wahl für politische Einflusskampagnen, und wir dürfen es unseren Gegnern nicht einfacher machen, diese Waffen zu kapern und gegen uns zu nutzen.» Der Schutz der Privatsphäre auf sozialen Medien müsse eine «nationale Sicherheitspriorität» werden. Sandberg betonte, Facebook verkaufe keine Nutzerdaten.

Der republikanische Senator Marco Rubio verwies darauf, dass Twitter auf Anforderung von Regierungen, wie in der Türkei, Russland und Pakistan, Inhalte sperre. Er stellte in Frage, ob die Firmen an die «Grundwerte» der Demokratie glaubten – oder ob es nur um Profit gehe. (sda/dpa)

«Es war mein Fehler», Zuckerberg vor dem US-Kongress

Video: srf/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Mamdani vollbringt «wahres Finanzwunder» für New York: Doch es gibt einen Haken
Bürgermeister Zohran Mamdani präsentierte zu Beginn der Woche das neue Haushaltsbudget für die Stadt New York. Die geplanten Einsparungen sollen ein Milliardendefizit schliessen, ohne grössere Kürzungen vorzunehmen. Kritiker sprechen von einer Lösung auf Zeit. Zugleich zeigt das Budget, dass Mamdani im Amt zu Kompromissen gezwungen ist.
Am vergangenen Dienstag präsentierte der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, den Entwurf des Haushaltsbudgets der Stadt für das laufende sowie das kommende Jahr. Angetreten mit dem Versprechen, die städtischen Finanzen unter anderem durch eine konsequente Besteuerung der wohlhabenden Eliten New Yorks aufzupolieren, wurden die konkreten Pläne Mamdanis mit Spannung erwartet.
Zur Story