Neuer Direktor sagt nach nur 4 Monaten im Amt: «Der Louvre ist am Ende seiner Kräfte»
Nur rund vier Monate nach seinem Amtsantritt zeichnet der neue Louvre-Direktor Christophe Leribault ein besorgniserregendes Bild vom Zustand des weltberühmten Museums in Paris: Der Louvre sei «am Ende seiner Kräfte» und stehe vor einem gewaltigen Investitionsbedarf, erklärte er vor einer Kommission des französischen Senats, der oberen Kammer des Parlaments.
Der erst im Februar ernannte Museumschef bezeichnete laut der Live-Übertragung des Senats zahlreiche technische Anlagen und Infrastrukturen als veraltet. «Man kann es ohne Umschweife sagen: Trotz seiner imposanten Pracht, trotz des täglichen Engagements seiner Teams ist es ein Louvre, der ausser Atem ist», sagte Leribault.
Sicherheitsprobleme und marode Technik
Der Museumschef sprach von einer regelrechten Investitionsmauer, vor der die Institution stehe. Um den Betrieb langfristig zu sichern, seien umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten notwendig.
Die Warnung kommt zu einer schwierigen Zeit für das Museum in Paris. Seit einem spektakulären Einbruch im Oktober, bei dem Juwelen im Wert von rund 88 Millionen Euro entwendet wurden, steht der Louvre ohnehin unter Druck: Streiks, Sicherheitsprobleme und marode Technik belasten das Haus.
Mit durchschnittlich rund neun Millionen Besuchern jährlich zählt der Louvre zu den wichtigsten Kulturinstitutionen weltweit. (sda/dpa)
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