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Louvre-Raub: Das ist über die Täter bekannt

Von wegen «Ocean's Eleven» – was wir über die Louvre-Täter wissen

Es waren keine Gentlemengauner à la Arsène Lupin, die in das weltbekannte Pariser Museum einbrachen. Und die wertvollen Kronjuwelen dürften noch in der Nähe sein.
26.03.2026, 20:4826.03.2026, 20:48
Stefan Brändle
Stefan Brändle
Ein Beutestück aus dem Louvre-Einbruch.
Ein Beutestück aus dem Louvre-Einbruch.Bild: Stéphane Maréchalle/Musée du Louvre

Fünf Monate nach dem spektakulären Einbruch in den Pariser Louvre gehen die Fahnder davon aus, dass sich die Beute im Grossraum Paris befindet. Das schreibt die Zeitung «Le Parisien» in ihrer neusten Ausgabe. Demnach konzentrieren sich die Ermittlungen auf zwei Vororte: zum einen nördlich von Paris auf Aubervilliers, wo mehrere der Einbrecher herstammen, sowie auf Ivry-sur-Seine im Südosten von Paris, wo die Fluchtfahrzeuge aufgefunden worden waren. Die acht bisher unauffindbaren Schmuckstücke werden auf einen Wert von 88 Millionen Euro geschätzt.

Ein neuntes Juwel, das Diadem der Kaiserin Eugénie, der Gemahlin von Napoleon III., hatten die Gauner am 19. Oktober auf der Flucht aus der Apollo-Galerie fallen- und liegen lassen. Es ist beschädigt, die 56 Smaragde und 1354 Diamanten sind aber vollständig; ein kleiner Goldadler und «ein Dutzend» winziger Diamantstücke scheinen aber laut Parisien verloren zu sein. Fünf Experten bekannter Juwelierhäuser haben sich kürzlich getroffen, um über die Restaurierung der Krone zu beraten.

View of the crown of Empress Eugenie prior to its attempted theft from the Louvre Museum in Paris on October 19, 2025. The museum announced on Wednesday, February 4, 2026, that restoration will be und ...
So sah die Krone der Kaiserin Eugénie vor Beschädigung aus.Bild: www.imago-images.de

Dass das unschätzbare Kaiserdiadem den Einbrechern entfiel, war nur eines ihrer gröbsten Fehler. Sie waren keine ausgefuchsten Profis oder subtilen Gentlemen-Gauner: Unter anderem liessen sie ihre Fingerabdrücke auf den Glasvitrinen zurück, dazu DNA-Spuren auf dem Fluchtfahrzeug. Nach allen Presseenthüllungen handelt es sich um armselige Banlieue-Kriminelle, die in schmutzigen Absteigen lebten und teils unter Depressionen leiden.

Die vier Jugend- und Schulfreunde bildeten auch keine eigentliche Verbrecherbande. Einer der beiden Einbrecher, Ghemalallah A., war Paketverträger und Müllabführer, bevor er arbeitslos wurde und auf die schiefe Bahn geriet. Der 35-Jährige wurde wenige Tage nach dem Einbruch am Pariser Flughafen Roissy gefasst, als er nach Algerien ausfliegen wollte.

Soldiers patrol in the courtyard of the Louvre museum, Thursday, Oct. 30, 2025 in Paris. (AP Photo/Emma Da Silva)
France Louvre
Soldaten patrouillieren vor dem Louvre.Bild: keystone

Fünfzehn Verurteilungen

Sein Kumpan Abdoulaye N. betätigte sich schwarz als Taxifahrer. Der 39-Jährige wohnte bei seinen Eltern in Aubervilliers und bezog das Existenzminimum. In den Sozialen Medien trat er mit seinem Motorrad und seinem Pseudo «Doudou Cross Bitume» an Strassenrodeos auf, wenn er nicht gerade eine seiner fünfzehn Haftstrafen absass – unter anderem wegen Einbruchs in ein Schmuckgeschäft.

Slimane K. war der Bastler der Spontibande. Er kannte sich mit Kreissägen und Lastenhebern aus und fabrizierte falsche Nummernschilder; zudem leitete er den Bruch vom Seine-Quai aus, von wo aus seine zwei Komparsen in die Kunstgallerie im ersten Stockwerk des Museums einstiegen.

Louvre: Wo die kaiserlichen Schmuckstücke gestohlen wurden
Innerhalb von 8 Minuten räumten die Diebe mehrere Vitrinen mit Juwelen leer.Bild: stb

Alle Verhafteten sagten in der Einvernahme dasselbe: Sie hätten die Schmuckstücke ihren Auftraggebern in Ivry-sur-Seine ausgehändigt, nachdem ihnen 10'000 bis 15'000 Euro versprochen worden seien. Es seien Männer aus «Osteuropa» oder aus «Rumänien», die mit slawischem Akzent gesprochen hätten, sagten die Einbrecher sehr vage.

Die Ermittler schenken diesen Erklärungen kaum Glauben. Sie gehen davon aus, dass die Festgenommenen aus eigenem Antrieb gehandelt und die Juwelen behalten haben. Sie schliessen nicht aus, dass die Gangster aus dem Louvre einen Tipp gekriegt hatten. Es genügte, einen Blick in eine vertrauliche Studie des Juwelenhändler Van Cleef & Arpels zu werfen: Dort wurden sämtliche Schwachstellen im Louvre säuberlich aufgelistet.

Auch für einen Auftraggeber in Form eines Kunstliebhabers scheint die Polizei bisher keine Anhaltspunkte gefunden zu haben. Sie geht davon aus, dass der entwendete Louvre-Schmuck irgendwo in Ivry-sur-Seine oder Aubervilliers versteckt ist und dort, wie ein anonymer Ermittler dem Parisien sagte, «Staub ansetzt». (aargauerzeitung.ch)

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Gestohlener Schmuck Louvre
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Gestohlener Schmuck Louvre

Aus dem Louvre wurden 9 Schmuckstücke gestohlen. Eines konnte gefunden werden.

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