International
Gesellschaft & Politik

Präsidentenwahl im Irak scheitert erneut

Newly elected lawmakers attend the first parliament session, in Baghdad, Iraq, Monday, Dec. 29, 2025. (Iraqi Parliament Media Office via AP)
Iraq New Parliament
Die heutige Parlamentssitzung in Bagdad musste verschoben werden.Bild: keystone

Parlament im Irak scheitert erneut bei Präsidentenwahl

01.02.2026, 15:4701.02.2026, 15:47

Im Irak ist ein neuer Anlauf im Parlament zur Wahl eines Staatschefs für das arabische Land gescheitert. Die heute geplante Sitzung zur Wahl sei erneut verschoben worden, hiess es aus Kreisen des Medienbüros im Parlament. Die kurdischen Blöcke konnten sich demnach nicht einigen, welchen Kandidaten sie für das Amt nominieren. Weil deshalb viele Abgeordnete nicht zur Sitzung erschienen, war das Parlament nicht beschlussfähig.

Nach der Parlamentswahl im Irak vor knapp zwei Monaten muss zunächst ein Präsident gewählt werden, der dann einen Kandidaten für das – politisch noch wichtigere – Amt des Ministerpräsidenten nominiert. Laut dem Proporzsystem für die Machtverteilung im Irak dient dabei normalerweise ein kurdischer Politiker als Präsident. Der irakische Kurdenführer Massud Barsani bestätigte, dass es weiter keine Einigung gebe bei der Besetzung.

Schon vor einigen Tagen war eine im Parlament geplante Sitzung zur Wahl des Präsidenten verschoben worden. Der Prozess bis zur Bildung einer neuen Regierung könnte sich wie zuvor noch Wochen oder eher Monate hinziehen.

Eigentlich schreibt die irakische Verfassung dafür klare Regeln und Zeiträume vor. Die politischen Blöcke – vor allem schiitische, sunnitische und kurdische Parteien – nutzen das Verfahren aber oft, um etwa Zugeständnisse der anderen Gruppen zu erreichen oder wichtige Ämter zu tauschen. Seit 2005 vergingen zwischen einer Wahl im Irak und der Bildung einer Regierung durchschnittlich etwa sieben Monate. (sda/dpa)

IS-Offensive im Irak in Bildern

1 / 16
IS-Offensive im Irak in Bildern
ISIS-Soldaten auf Patrouille in der eroberten Stadt Mossul.
quelle: x80014 / stringer/iraq
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Ex-CIA-Chef gegen Trump: «Ich glaube, der Präsident lügt»
Ex-CIA-Chef John Brennan wirft Donald Trump im Iran-Konflikt Hilflosigkeit und bewusste Täuschung vor. Auch ein ehemaliger General sieht die USA im Nachteil.
Der ehemalige Direktor des US-Geheimdienstes CIA, John Brennan, sieht aktuelle Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg als «Akt der Hilflosigkeit». Trump hatte Anfang der Woche Gespräche mit Teheran angesprochen, zum anderen aber auch mit weiteren Schlägen gedroht.
Zur Story