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Grossbritannien

Kryptomilliardär mit Rekordspende an britische Rechtspartei Reform UK

Rekordspenden für britische Rechtspartei Reform UK

12.09.2026, 10:1512.09.2026, 15:04

Die rechtspopulistische britische Partei Reform UK erhält einem Medienbericht zufolge gleich zweimal Rekordspenden in Millionenhöhe. Zunächst spendete der Kryptowährungsunternehmer Ben Delo mit 36 Millionen Pfund (umgerechnet rund 42 Millionen Euro) die grösste Einzelsumme an eine politische Partei in Grossbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Nachmittag kündigte ein weiterer Kryptounternehmer an, dieselbe Summe überweisen zu wollen.

KEYPIX - epa13213741 Reform UK leader Nigel Farage reacts as he gives a media interview on the third day of the Reform UK Annual Conference at the National Exhibition Centre (NEC) in Birmingham, Brita ...
Nigel Farage fühlt sich «geehrt».Bild: keystone

Sein «sportlicher Ehrgeiz» habe ihn dazu angespornt, sagte Christopher Harborne, der Reform UK bereits zuvor eine Millionensumme gespendet hatte, der Zeitung «The Telegraph». Die Spende sei «ein philanthropisches Geschenk an unser Land».

Wie sind die Spendensummen einzuordnen?

Die beiden Einzelspenden sind die mit Abstand grössten jemals in Grossbritannien notierten. Die britische Wahlkommission veröffentlicht gemeldete Parteispenden quartalsweise. Bislang waren die zehn Millionen Pfund (11,7 Millionen Euro) von Lord John Sainsbury an die Konservativen im September 2023 Rekord. Harborne hatte bereits im August 2025 neun Millionen Pfund (10,5 Millionen Euro) an Reform überwiesen.

Zum Vergleich: In Deutschland hatte die Union im Wahljahr 2025 alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien hinter sich gelassen. CDU und CSU kamen zusammen auf fast 7,9 Millionen Euro Spenden. Die SPD erhielt 2,3 Millionen, die Grünen erzielten knapp 1,2 Millionen und die Linke 300.000 Euro. Als Grossspenden gelten in Deutschland Summen ab 35.000 Euro, diese müssen der Bundestagspräsidentin gemeldet werden.

Welche Auswirkungen haben die Spenden?

Kryptounternehmer Delo sagte dem «Telegraph», er habe die 36 Millionen Pfund gespendet, um einen «fairen Kampf» bei den Wahlen zu gewährleisten. Ein neues Parlament wird im Vereinigten Königreich planmässig erst 2029 wieder gewählt. Reform hatte in Umfragen in den vergangenen Monaten zwischenzeitlich teils deutlich vorn gelegen, diesen Vorsprung zuletzt aber wieder eingebüsst.

«Meine Schlussfolgerung aus den jüngsten Problemen von Reform ist, dass sie weniger Zeit damit verbringen sollten, Gelder zu beschaffen, um unter gleichen Bedingungen konkurrieren zu können, und mehr Zeit damit, sich auf das Regieren vorzubereiten», sagte Delo dem «Telegraph» zufolge. Reform-Chef Nigel Farage sagte der Zeitung, er fühle sich durch das Vertrauen des Spenders «geehrt».

Spendenvorwürfe auch gegen den Parteichef

Reform war in den vergangenen Wochen mehrfach durch mutmassliche Spendenskandale in die Schlagzeilen geraten. Die Polizei untersucht in einer Investigativrecherche erhobene Vorwürfe, die nahelegen, dass hochrangige Parteivertreter versucht haben, Spenden aus ausländischen Quellen zu verschleiern. Für die Annahme von Geldern gelten in Grossbritannien strenge Regeln.

Gegen Farage läuft zudem eine parlamentarische Untersuchung, nachdem er 2024 von Harborn ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (5,8 Millionen Euro) erhalten und nicht angegeben hatte. Der einstige Brexit-Vorkämpfer sagt, dass es sich nicht um eine Spende, sondern um ein persönliches Geschenk ohne Bedingungen gehandelt habe. (sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Apropopos
12.09.2026 10:28registriert Mai 2025
Mega-Reiche spenden an Parteien, die ihnen versprechen Ultra-Reiche zu werden. Gegen ab und zu eine kleine Gefälligkeit auf Kosten derer, die zu blöd sind, es zu durchschauen.
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Allkreis
12.09.2026 10:44registriert Januar 2020
Erstaunlich, dass Farage-Wähler das rechtspopulistische Schema nicht durchschauen. Dieser reiche Spender hat ja eine Absicht die für sie selbst kaum relevant ist. Aber solange Flüchtlinge an Allem schuld sein sollen, spielt das für diese Wählergruppe vermutlich keine Rolle. Vereint in Unzufriedenheit und Schuldzuweisung an Minderheiten - Farage hat sie genau dort, wo er selbst und seine reichen Spender profitieren.
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s'Paddiesli
12.09.2026 12:33registriert Mai 2017
Milliardäre sind eine Gefahr für die Demokratie.
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