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FILE - This FILE photo released on Sunday, May 17, 2015, by the Syrian official news agency SANA, shows the general view of the ancient Roman city of Palmyra, northeast of Damascus, Syria.  Islamic State militants seized parts of the ancient town of Palmyra in central Syria on Wednesday after fierce clashes with government troops, renewing fears the extremist group would destroy the priceless archaeological site if it reaches the ruins. (SANA via AP, File)

Die Kulturgüter von Palmyra sind bedroht. Bild: AP/SANA

Der IS erobert antike Wüstenstadt Palmyra – und kontrolliert die Hälfte Syriens



Nach tagelangen Kämpfen haben Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) offenbar die gesamte syrische Stadt Palmyra unter ihre Kontrolle gebracht. Die Regierungstruppen haben sich von allen Positionen in der Stadt und ihrer Umgebung zurückgezogen.

Dies erklärten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und andere Aktivisten am Donnerstag. Stützpunkte des Militärgeheimdiensts in der Wüste sowie der Militärflughafen und das Gefängnis von Palmyra seien aufgegeben worden. Die Dschihadisten seien in der Nacht in die Haftanstalt eingedrungen. Der IS kontrolliere nun die Hälfte Syriens, hiess es.

Die Erkenntnisse der Beobachtungsstelle stammen aus einem Informantennetzwerk in Syrien, sie können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden. Ein Vertreter der syrischen Sicherheitskräfte hatte zuvor den Vormarsch der Dschihadisten bestätigt.

Das Theater von Palmyra

Das antike Theater in Palmyra. Bild: Wikimedia Commons

Das staatliche Fernsehen hatte zudem berichtet, regierungstreue syrische Milizen hätten nach dem Einrücken von IS-Kämpfern in Palmyra mit der Evakuierung der antiken Stadt begonnen. Mit der Eroberung Palmyras wäre für die IS-Kämpfer auch der Weg in die grösstenteils vom Regime gehaltene Stadt Homs frei.

Ruinen in Gefahr

Der IS-Vormarsch gefährdet die gut erhaltenen Ruinen aus den ersten Jahrhunderten nach Christus. Die ehemalige Handelsmetropole gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten. Die UNESCO hatte Palmyra zur Weltkulturerbstätte ernannt.

epa04757408 Smoke rises after a Syrian Rocket launcher shell on enemy positions in the ancient oasis city of Palmyra, about 215 kilometers northeast of Damascus, Syria, 19 May 2015. According to media report, Syrian troops pushed the terrorist group of Islamic State (IS) back from the ancient city of Palmyra, and controlled the world heritage site, after the fighting that has left hundreds dead.  EPA/STR

Rauch über Palmyra. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Kunst und Architektur von Palmyra entstanden an der Kreuzung mehrerer Zivilisationen: Sie verbanden griechisch-römische Techniken mit lokalen Traditionen und persischen Einflüssen. Eine Kolonnadenstrasse von 1100 Metern Länge bildete die monumentale Achse der Stadt.

«Die Lage ist sehr schlimm», sagte der Leiter der syrischen Altertümerverwaltung, Mamun Abdelkarim. «Wenn nur fünf IS-Kämpfer die antiken Stätten betreten, werden sie alles zerstören.» Hunderte Statuen des örtlichen Museums wurden bereits aus der Stadt geschafft. Andere Exponate – zum Beispiel antike Gräber – können hingegen nicht abtransportiert werden.

Die UNESCO forderte einen sofortigen Stopp der Kämpfe. Die internationale Gemeinschaft müsse alles tun, um die Einwohner und das einzigartige kulturelle Erbe Palmyras zu schützen, erklärte die Kulturorganisation der Vereinten Nationen.

IS-Anhänger hatten im Nordirak schon im Frühjahr einmalige Kulturstätten zerstört, darunter die Ruinen der Jahrtausende alten Stadt Nimrud und die Grabungsstätte Ninive.

IS rückt auf antike Oasenstadt Palmyra vor

Zahlreiche Tote

Nach Berichten der Beobachtungsstelle starben bei den anhaltenden und erbitterten Gefechten zahlreiche Kämpfer auf beiden Seiten. Die syrische Luftwaffe fliege Angriffe auf IS-Stellungen. Bereits vor einer Woche hatte der IS östlich von Palmyra den Ort al-Suchna eingenommen.

Auch in Nordsyrien verlor das Regime in Kämpfen gegen Islamisten an Boden. In der Provinz Idlib rückte das Rebellen-Bündnis Dschaisch al-Fatah nach Berichten von Oppositionsmedien auf die Stadt Aricha vor.  

Die radikale al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzwerks al-Kaida, und ihre Verbündeten hatten am Dienstag den letzten grossen Militärstützpunkt des Regimes in der Region eingenommen. Bei Luftangriffen der Regierung starben in Idlib mehr als 70 Menschen, darunter 22 Zivilisten. (sda/reu/dpa/afp/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • djangobits 21.05.2015 11:00
    Highlight Highlight Der IS kontrolliert damit die dünn besiedelte Hälfte Syriens.
    1 1 Melden
  • zombie1969 21.05.2015 10:15
    Highlight Highlight Die Ermündungserscheinungen gegenüber der IS-Terrorbande kommt daher, dass man sie viel zu lange gewähren lässt und ihnen zu viel Platz in den Medien einräumt. Diese Kriminellen zu eliminieren wäre keine grosse Sache. Das geographische Gebiet, auf dem sie sich aufhalten, ist bekannt. Ihre Finanzierungs- und Versorgungswege sind längst bekannt, ihre Rekruktierungsstrategie ebenso. Die Welt sah sich früher mit wesentlich gefährlicheren und intelligenteren Gegnern als mit den IS-Clowns konfrontiert und hatte sie am Ende alle besiegt, vor Gericht gestellt und gehängt.
    9 4 Melden
    • zombie1969 21.05.2015 10:48
      Highlight Highlight 2)
      Die IS-Kämpfer könnten keine vier Wochen aushalten, wenn sie von allen Seiten mit gut trainierten Bodentruppen plus Luftwaffe/Drohnen angegriffen würden. Man muss es nur wollen, wohl wissend, dass jede bewaffnete Auseinandersetzung viele Opfer fordern wird.

      4 0 Melden
  • Der Tom 20.05.2015 23:06
    Highlight Highlight und wo ist James Bond? Oder die Expendables? Oder einfach nur Chuck Norris? Unglaublich dass es die Menschheit nicht schafft diese Idioten zu stoppen.
    16 2 Melden
    • Lil'Ecko 21.05.2015 10:16
      Highlight Highlight du hast Manuel Neuer vergessen;)
      9 1 Melden
    • Rocky77 21.05.2015 10:17
      Highlight Highlight Sie MÖCHTEN sie nicht ganz stoppen, denn die Mittel dieses Morden zu stoppen hätten sie, aber Geld regiert halt die Welt!
      7 1 Melden

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