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Italien

Kritik an Filmfestspielen in Venedig wegen zu wenig Regisseurinnen

Nur 1 Regisseurin nominiert: Filmfestspiele in Venedig stehen in der Kritik

Sechs italienische Filmverbände haben die Auswahl für den Wettbewerb der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig kritisiert. Der Grund: Unter den 20 Wettbewerbsfilmen ist nur ein einziger von einer Regisseurin.
27.07.2026, 10:3627.07.2026, 10:36

Die dänisch-ägyptische Filmemacherin May el-Toukhy ist mit ihrem zweiten Spielfilm «Woman Unknown» die einzige Regisseurin neben 19 Männern in der Auswahl der Wettbewerbsfilme für die kommende Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

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May el-Toukhy ist die einzige Regisseurin, deren Film in der Auswahl der Wettbewerbsfilme ist.Bild: www.imago-images.de

Die italienischen Verbände 100autori, Anac, Air3, Doc/it, Ewa sowie Women in Film Television & Media Italia veröffentlichten vor diesem Hintergrund eine gemeinsame Stellungnahme. Darin verweisen sie darauf, dass im vergangenen Jahr noch sechs Regisseurinnen im Wettbewerb vertreten waren.

Festivaldirektor Alberto Barbera hatte bei der Vorstellung des Programms am vergangenen Donnerstag erklärt, man selbst sei von diesem Ergebnis überrascht gewesen. Er habe «verzweifelt gehofft», Filme von Regisseurinnen zu finden, die qualitativ für den Wettbewerb geeignet seien.

Begriff der «Qualität» infrage gestellt

Gerade den Begriff der Qualität stellen die italienischen Filmverbände infrage. Qualität sei keine «neutrale und objektive Kategorie», sondern ein Konzept, das sich verändere und weiterentwickle. Kunst sei kein von gesellschaftlichen Einflüssen losgelöster Raum, sondern geprägt von Machtverhältnissen, Erfahrungen und unterschiedlichen Perspektiven.

Wenn Jahr für Jahr ein derart unausgewogenes Ergebnis entstehe, könne man nicht einfach feststellen, dass Regisseurinnen nicht gut genug seien, heisst es in der Erklärung der Verbände. Vielmehr müsse hinterfragt werden, ob die Kriterien, mit denen Filme bewertet würden, noch der Gegenwart entsprächen.

Die Verbände erinnerten daran, dass auch die Filmfestspiele von Venedig 2018 das internationale Abkommen «50/50 by 2020» unterzeichnet hatten, das mehr Transparenz bei Auswahlverfahren sowie eine ausgewogenere Vertretung von Frauen und unterschiedlichen Gruppen in Entscheidungsprozessen fördern sollte. Zum Abschluss ihrer Erklärung richteten sie eine Frage an Auswahlkommissionen, Kritiker, Produzenten und Verleiher: «Wann wird man erkennen, dass auch die Perspektiven von Frauen unverzichtbar sind?», hiess es.

Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig finden vom 2. bis 12. September statt. (dab/sda/apa)

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