International
Justiz

In diesen Ländern leben die Frauen am gefährlichsten

In this Saturday, Oct. 14, 2017 photo, a woman and girl walk during a march against human trafficking and slavery in Mexico City. Dozens of people participated in Mexico City's silent "Walk  ...
Bild: AP/AP

In diesen Ländern leben die Frauen am gefährlichsten

23.11.2017, 10:4323.11.2017, 11:26

In Lateinamerika und der Karibik wird Frauen am meisten Gewalt in der Welt angetan. Angesichts besonders gravierender sexueller Gewalt und Morden an Frauen hat die UNO in einem Bericht Alarm geschlagen.

Die Rate sexueller Gewalt gegen Frauen ausserhalb von Beziehungen ist in der Region demnach die höchste in der Welt. Drei von zehn Ländern mit den höchsten Vergewaltigungsraten der Welt liegen dem Bericht zufolge in der Karibik. Morde an Frauen erreichten demnach in Zentralamerika ein «verheerendes» Niveau.

Zwei von drei Frauen würden wegen ihres Geschlechts ermordet, heisst es in dem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Bericht der UNO-Gleichstellungsorganisation (UN Women) und dem UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP).

Am gefährlichsten sind demnach das sogenannte Nördliche Dreieck aus Honduras, El Salvador und Guatemala sowie Mexiko. Dort hätten Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts (Femizid) und Gewalt gegen Frauen «epidemische» Ausmasse erreicht, sagte Eugenia Piza-Lopez vom UNDP. In vielen Fällen gebe es eine Verbindung zum organisierten Verbrechen.

50'000 Menschen demonstrieren in Peru gegen Gewalt gegen Frauen

1 / 11
50'000 Menschen demonstrieren in Peru gegen Gewalt gegen Frauen
Rund 50'000 Menschen haben in der peruanischen Hauptstadt Lima am 13. August 2016 gegen die im Land allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen protestiert.
quelle: x03723 / guadalupe pardo
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Das Nördliche Dreieck gilt als gefährlichste Region der Welt ausserhalb von Kriegsgebieten – vor allem weil dort Verbrecherbanden und Drogenkartelle ihr Unwesen treiben. Zwar gebe es in 24 von 33 Staaten Lateinamerikas und der Karibik Gesetze gegen häusliche Gewalt, heisst es in dem UNO-Bericht. Doch nur neun Länder hätten Gesetze erlassen, die gegen andere Formen von Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit oder im Privaten vorgingen.

«Plage» der Gewalt

16 dieser Staaten haben laut dem Bericht Femizid als Straftat im Gesetzbuch, in einigen wenigen Ländern stehen auch einige neuere Arten von Vergehen unter Strafe, etwa Cyberkriminalität, politische Gewalt oder Säureangriffe. Trotz dieser Fortschritte bleibe die «Plage» der Gewalt jedoch eine Bedrohung für die Menschenrechte, die Gesundheit und die öffentliche Sicherheit, stellt die UNO fest.

Sie empfiehlt eine Stärkung der Institutionen und der Politik in der Region sowie mehr Ressourcen, um Frauen zu stärken. Zudem müssten «patriarchalische» kulturelle Normen, die die Ungleichheit der Geschlechter bewahrten, angegangen werden. (sda/afp)

Frauenmarsch weltweit

Video: watson/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Trump lanciert eigenen KI-Chatbot – er widerspricht ihm ganz schön oft 😂
Ein KI-Chatbot der US-Regierung soll der US-Bevölkerung dabei helfen, sich über Regierungs- und Behördenarbeit zu informieren. Die KI korrigiert dabei Behauptungen und Falschaussagen von Trump – aber nicht immer.
Am Dienstag hat US-Präsident Donald Trump eine neue KI-Anwendung vorgestellt, die US-Bürgerinnen und US-Bürgern dabei helfen soll, Informationen über die Regierungs- und Behördenarbeit schneller zu finden.
Zur Story