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Verschütteter in Venezuela berichtet von tagelangen Qualen nach Erdbeben

Chilean rescue workers carry Hernán Alberto Gil Flores after he was pulled from the rubble eight days after he was trapped by twin earthquakes that struck Catia La Mar, Venezuela, Thursday, July 2, 20 ...
Retter aus Chile und den USA erreichten Hernán Gil Flores nach einem mehr als dreitägigen Einsatz.Bild: keystone

Verschütteter in Venezuela berichtet von tagelangen Qualen: «Alles war dunkel»

Die schweren Erdbeben in Venezuela forderten viele Opfer. Hernán Gil Flores wurde auf wundersame Weise gerettet. Nun erzählt er von seinen Qualen.
06.07.2026, 03:3906.07.2026, 03:40
Ein Artikel von
t-online

Die Nachricht von seiner Rettung ging um die Welt: Acht Tage nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben wurde Hernán Gil am Donnerstag lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes gerettet. «Ich wurde wiedergeboren», sagte der 43-Jährige am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. In einem Krankenhaus erholt sich Gil derzeit von seinen Verletzungen.

Der Wachmann war bei den Erdbeben am 24. Juni, bei dem nach jüngsten Angaben mehr als 3300 Menschen ums Leben kamen, im besonders schwer betroffenen Ort Catia La Mar unter den Trümmern eines eingestürzten mehrstöckigen Gebäudes begraben worden. «Das zweite Beben war unglaublich stark», sagte der 43-Jährige. Als das Gebäude zusammenbrach, fielen Steine auf seinen Kopf. «Ich verlor für einen Moment das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, war alles dunkel, von da an war alles ungewiss.»

Gil konnte nichts sehen und niemanden hören. Er habe vergeblich um Hilfe gerufen. «Und in dem Moment überkam mich die Verzweiflung», berichtete er. Es war dunkel und er konnte sich praktisch nicht bewegen. «Ich habe viel gebetet. Ich schrie zu Gott und sagte: ‹Mein Gott, warum ich? Warum so? Bitte, lass mich wenigstens meine Kinder sehen.›»

Gil: «Langen Urlaub am Strand verbringen»

Gil verlor das Zeitgefühl, doch am dritten Tag hörte er Schritte, «allerdings sehr weit entfernt», wie er berichtete. Er begann, um Hilfe zu rufen, und schliesslich hörte er eine Antwort. In diesem Moment habe er gedacht: «Da ist ein Funken Hoffnung.» Dann begann eine dramatische Rettungsaktion, an der Einsatzkräfte aus sieben Ländern beteiligt waren.

Zwei Retter aus Chile und den USA erreichten ihn nach einem mehr als dreitägigen Einsatz. «Das Schwierigste war, da wieder herauszukommen», erinnerte sich Gil, dessen Beine sich in einem Stuhl verfangen hatten.

Der 43-Jährige konnte von seinem Krankenhausbett aus bereits per Videoanruf mit seinen Kindern sprechen. Seine Frau weicht nicht von seiner Seite. Wie es für ihn nun weitergeht, weiss Gil nicht. Fest steht nur, dass er am 15. Juli den Geburtstag seines Sohnes feiern und einen langen Urlaub am Strand verbringen will.

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