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Schifffahrt

Fährunglück vor Zypern: Tauchgang zum Wrack geplant

Fährunglück vor Zypern: Tauchgang zum Wrack geplant

01.09.2026, 09:3101.09.2026, 15:50

Vor der Mittelmeerinsel Zypern hat der Taucheinsatz eines Spezialschiffes begonnen, mit dessen Robotertechnik das in 500 Meter Tiefe liegende Wrack der am Sonntag gesunkenen Fähre erreicht werden soll. Wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, sollen neben dem Wrack auch die noch vermissten 20 Personen lokalisiert werden.

Search and rescue continues for 18 missing after passenger vessel capsizes off Kyrenia KYRENIA, TRNC - AUGUST 31: Search and rescue operations continue by sea and air for 18 people who went missing af ...
Die Suche nach Vermissten geht weiter.Bild: www.imago-images.de

Die Behörden erklärten, sie rechneten noch im Laufe des Tages mit ersten Informationen des türkischen Schiffes «TCG Isin», die dann an den Krisenstab weitergeleitet würden. Der Kommandant des Schiffes, Marine-Major Ulas Cesur, sagte Journalisten an Bord, dass nach der Lokalisierung des Wracks in rund 500 Metern mit den Bergungsarbeiten begonnen werde. Mit einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug sollen demnach detaillierte Such- und Untersuchungsmassnahmen rund um das Wrack und auf dessen Oberfläche unternommen werden.

Die Express-Fähre «Filo Jet» war am Sonntag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) im Norden Zyperns auf dem Weg ins südtürkische Mersin gekentert. Aus noch ungeklärten Gründen drang Wasser ein, der Katamaran lief voll, kippte zur Seite - und sank schliesslich wenige Kilometer vor der Küste. Bei dem Unglück kamen offiziellen Angaben zufolge acht Menschen ums Leben, 239 Menschen konnten gerettet werden.

Einsatz von ferngesteuertem Unterwasserfahrzeug

Das türkischen Rettungs- und Bergungsschiff TCG IŞIN (A-583) verfügt der nordzyprischen Tageszeitung «Zypernpost» zufolge über besondere Technologie, mit der Aufklärungseinsätze in tiefen Gewässern durchgeführt werden können. Es ist demnach etwa mit einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug und einen Panzertauchanzug (ADS) ausgestattet.

Leichen in die Türkei überstellt

Drei der Gestorbenen wurden zum Begräbnis in die türkischen Städte Gaziantep und Mersin überstellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Nord-zyprische Medien veröffentlichten die Namen der gestorbenen und vermissten Personen, die Staatsbürgerschaften aller Betroffenen sind bisher aber nicht bekannt.

Kapitän in Untersuchungshaft

Einige gerettete Passagiere hatten schwere Vorwürfe gegen die Besatzung erhoben. Gegen den Kapitän und acht weitere Verdächtige wurde am Montag eine dreitägige Untersuchungshaft angeordnet. Ihnen wird «Tötung durch Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit» vorgeworfen.

Zypern ist seit 1974 nach einem Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und einer darauffolgenden türkischen Militärintervention de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. (sda/dpa)

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