Indonesische Fähre in Seenot: Mehr als 120 Menschen weiter vermisst
Nach einem schweren Fährunglück im Inselstaat Indonesien suchen Hunderte Rettungskräfte weiter nach 129 Vermissten. Die Teams sind Behördenangaben zufolge unter anderem mit Flugzeugen, mehr als einem Dutzend Schiffen sowie Rettungstauchern im Einsatz. Sechs Menschen waren am Sonntag tot geborgen worden, 108 Insassen wurden lebend gerettet.
Die Fähre «Virgo Transport 8» war mit 243 Menschen an Bord auf dem Weg von der Grossstadt Surabaya auf der Hauptinsel Java ins knapp 500 Kilometer entfernte Banjarmasin in der Provinz Süd-Kalimantan auf Borneo. Am frühen Morgen (Ortszeit) riss die Funkverbindung zu der Fähre ab, wie die Behörde weiter mitteilte. Die letzte bekannte Position des Schiffs war demnach etwa 150 Kilometer vor Banjarmasin.
Oft unzureichende Sicherheitsstandards
Der südostasiatische Inselstaat Indonesien mit rund 280 Millionen Einwohnern besteht aus mehr als 17.000 Inseln, weswegen Fähren eine grosse Rolle für den Transport von Passagieren und Fracht spielen. Sicherheitsstandards werden jedoch oft nur unzureichend durchgesetzt, zudem sind die Fährschiffe oft überfüllt. Unfälle sind in dem Land keine Seltenheit.
Erst im vergangenen Monat war eine Fähre zwischen den bei Touristen beliebten Inseln Bali und Lombok in Brand geraten. Fast alle der mehr als 170 Menschen an Bord der «Putri Yasmin» wurden nach Behördenangaben in Sicherheit gebracht. Die Einsatzkräfte bestätigten aber ein Todesopfer.
Bei einem der schwersten Schiffunglücke in dem Land waren im Dezember 2006 bis zu 500 Menschen ums Leben gekommen, als die «Senopati Nusantara» zwischen Borneo und Java bei schwerem Sturm in der Javasee sank.
Fährunglück auch in den Philippinen
Auch in den nordöstlich von Indonesien gelegenen Philippinen war es erst vor wenigen Tagen zu einem schweren Fährunglück gekommen. Das Passagierschiff «MV June Aster» war am Mittwochabend auf dem Weg von der Hauptstadt Manila nach Coron, als es aus noch unbekannter Ursache in Brand geriet. Überlebende berichteten von einer lauten Explosion aus dem Laderaum, gefolgt von dichtem Rauch und Flammen. Die Fähre befand sich zu diesem Zeitpunkt rund zwei Kilometer vor der Küste.
An Bord waren etwa 130 Passagiere und Crewmitglieder. Einige Passagiere sollen Berichten zufolge nach dem Ausbruch des Brandes in Panik ins Wasser gesprungen sein. Bislang wurden mindestens 76 Leichen geborgen. 43 Menschen seien gerettet worden, hiess es nach Angaben der Küstenwache. Etwa 13 Menschen gelten noch als vermisst.
Fähren und andere Passagierschiffe sind im weltgrössten Inselstaat Indonesien ein wichtiger Teil des Verkehrsnetzes: in dem aus mehr als 17.000 Inseln bestehenden Archipel sind viele Menschen auf den Schiffsverkehr angewiesen. Immer wieder kommt es auch zu schweren Fährunglücken.
Die Schiffe transportieren Passagiere über teils stark befahrene und bei schlechtem Wetter auch raue Gewässer. Sicherheitsstandards werden dabei oft nur unzureichend durchgesetzt, zudem sind die Fähren oft überfüllt.
(sda/dpa)
