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Mit Tochter in Schweiz untergetaucht: Haft für Frau in Frankreich

Mit Tochter in Schweiz untergetaucht: Haft für Frau in Frankreich

04.01.2023, 22:36
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In Frankreich ist eine Frau zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, weil sie ihre Tochter entführt hatte und jahrelang mit ihr abgetaucht war, auch in der Schweiz. Das entschied das Berufungsgericht Aix-en-Provence am Mittwoch.

Die Nachrichtenagentur AFP und andere französische Medien berichteten darüber.

Die Mutter bleibt somit im Gefängnis, aber ihre Strafe wurde im Vergleich zur Verurteilung in erster Instanz im September letzten Jahres – damals zu fünf Jahren Gefängnis ohne Bewährung – herabgesetzt.

Die Verurteilung ist mit einem dreijährigen Verbot, Frankreich zu verlassen, verbunden. Die Mutter muss dem Vater ausserdem 30'000 Euro als Entschädigung für den immateriellen Schaden zahlen.

Gericht
Das Gericht hat die Frau zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.bild: shutterstock

Die heute 48-jährige Mutter und ihre 17-jährige Tochter waren Anfang März 2022 bei einer Verkehrskontrolle in der Region Morges im Kanton Waadt entdeckt und im August an Frankreich ausgeliefert worden. Seit 2011 hatte sie als vermisst gegolten.

Die Mutter war mit ihrer damals fünfjährigen Tochter aus der Region Toulon geflohen. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt in Scheidung und forderte das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter.

Die Frau hatte ihrem Ex-Mann vorgeworfen, die gemeinsame Tochter vergewaltigt zu haben. Entsprechende Ermittlungen wurden allerdings später eingestellt.

Mädchen bei einer Familie in der Schweiz

Das 16-jährige Mädchen wurde im vergangenen Jahr der Generaldirektion für Kinder und Jugend des Kantons Waadt anvertraut, in einem Heim untergebracht und unter Vormundschaft gestellt.

Die Jugendliche lebt nach Angaben des Senders France Info mittlerweile bei einer Familie in der Schweiz. Demnach hat sie dort auch Klage gegen ihren Vater erhoben wegen psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt.

Der Fall hatte in Frankreich für Aufsehen gesorgt. Mehrere Personen des öffentlichen Lebens solidarisierten sich mit der Mutter und schrieben: «Ich hätte es wie sie gemacht.» Eine Petition, die den Freispruch der Frau forderte, fand mehr als 12'000 Unterstützer. (sda/afp/dpa)

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