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Geheimdienste

Geheimdienste in Ukraine beschiessen einander – Selenskyj wütend

Selenskyj wütend: Kiewer Geheimdienste beschiessen einander

Der ukrainische Präsident hat einen Abteilungsleiter des Inlandsgeheimdienstes SBU entlassen und forderte eine gründliche Untersuchung.
03.09.2026, 07:4003.09.2026, 12:11
epa13190583 Ukrainian President Volodymyr Zelensky speaks during a joint press conference with President of Estonia Alar Karis (not pictured) at the Mariinsky Palace in Kyiv, Ukraine, 25 August 2026,  ...
Wolodymyr Selenskyj im August in Kiew. Bild: keystone

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine undurchsichtige Schiesserei zwischen Geheimdienstlern scharf kritisiert. Er sprach von einer «absolut skandalösen Situation» und forderte eine gründliche Untersuchung.

Der Generalstaatsanwalt müsse klären, warum sich Mitarbeiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU und des Militärgeheimdienstes HUR in Kiew einen Schusswechsel mit Verletzten geliefert hätten. «Hier in der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden, um die Ukraine zu verteidigen», sagte Selenskyj.

Wie das englischsprachige ukrainische Online-Medium «Kyiv Independent» am Mittwoch berichtete, hat Selenskyj den Leiter der Abteilung des SBU für den Schutz von Staatsgeheimnissen, Oleh Chramow, entlassen.

Angeblich Ermittlungen wegen Anschlagsplan der Russen

Der SBU teilte am Mittwoch zunächst mit, gemeinsam mit dem HUR sei es gelungen, einen vom russischen Geheimdienst gesteuerten Anschlag auf einen russischen Oppositionellen zu verhindern.

Nach ersten Medienberichten soll es sich dabei um einen hochrangigen Offizier des Russischen Freiwilligenkorps RDK handeln, das auf Seiten der Ukraine kämpft.

Die Ermittlungen zu dem russischen Geheimdienstkomplott liefen laut «Kyiv Independent» gegen den stellvertretenden Kommandeur des RDK, Stepan Kaplunov, als die Schiesserei begann.

Später schrieb der SBU, seine Einsatzkräfte seien bei einer Ermittlungsaktion von Unbekannten angegriffen worden. In einem Schusswechsel seien mehrere Angreifer verletzt worden. Sie hätten sich als Armeeangehörige herausgestellt.

Der Anwalt von Kaplunov sagte gegenüber dem ukrainischen Fernsehen, dass drei Angehörige der HUR bei der Schiesserei verletzt wurden, zwei von ihnen schwer.

Die Aufsicht über die russischen Freiwilligen führt der ukrainische Militärgeheimdienst HUR, der sich zunächst nicht offiziell zu dem Vorfall äusserte. Dann liess der Kommandeur der HUR-Spezialeinheit «Timur», zu der das RDK gehört, verlauten, Mitglieder des SBU hätten das Feuer auf unbewaffnete HUR-Offiziere eröffnet. Er beschuldigte den SBU der «Entführung» Kaplunovs.

Der Anwalt Kaplunov wies die Behauptung des SBU zurück, der Inlandsgeheimdienst habe einen Mordanschlag vereitelt, und nannte sie einen Versuch, eine mutmasslich rechtswidrige Festnahme und «PR-Aktion» zu rechtfertigen.

(dsc/sda/dpa)

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