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Kein Lohn, keine Ferien: So verändert Trump den Alltag im Weissen Haus

Nach dem Sieg von Donald Trump könnte sich im Weissen Haus einiges verändern. Diese acht Dinge werden unter ihm völlig anders als unter seinen Vorgängern – vorausgesetzt, Trump lässt seinen Ankündigungen tatsächlich Taten folgen.
11.11.2016, 08:3111.11.2016, 12:30
Samuel Schumacher / Nordwestschweiz

Oh my God, Amerika hat's tatsächlich getan und Donald John Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Am 20. Januar zieht der Republikaner ins Weisse Haus ein. Was dann kommt, ist ungewiss. Wenn man seinen Wahlversprechen glaubt, dann will er eine Mauer an die Südgrenze bauen, alle Muslime temporär an der Einreise in die USA hindern, Millionen Menschen deportieren und Obamas Gesundheitsreform rückgängig machen. Doch nicht nur seine politischen Visionen unterscheiden sich in krasser Weise von jenen seines Vorgängers. Trump wird auch den Alltag im Weissen Haus auf den Kopf stellen. Diese acht Dinge werden unter ihm völlig anders als unter seinen Vorgängern – vorausgesetzt, Trump lässt seinen Ankündigungen tatsächlich Taten folgen:

Kein Lohn

Eigentlich hätte der Präsident Anspruch auf eine jährliche Entschädigung von 400'000 Dollar zuzüglich aller möglichen Spesen, zum Beispiel für Kleidung oder Entertainment. Dazu kommt die Präsidenten-Wohnung im Weissen Haus, die der Amtsinhaber gratis bewohnen kann. Multimilliardär Trump aber pfeift darauf. Bereits im September 2015 hatte er gesagt, er werde «keinen Dollar» annehmen und «ganz auf den Lohn verzichten», sollte er Präsident werden. Trump könnte das verkraften. Selbst wenn man von den geringsten Schätzungen seines Vermögens ausgeht: Er wäre immer noch reicher als all seine 44 Vorgänger zusammen.

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400'000 Dollar? Peanuts!gif: giphy

Keine Transparenz

Apropos Einkommen: Wie gross Trumps Vermögen wirklich ist, das bleibt weiterhin unklar. Der neugewählte Präsident hat sich bisher standhaft geweigert, seine Steuererklärung und damit seine Vermögensverhältnisse offenzulegen. Seine Ausrede: Die amerikanische Steuerbehörde sei dabei, die Steuererklärung zu prüfen. Solange das nicht abgeschlossen sei, warte er zu. Daran dürfte Trump auch als Präsident festhalten und damit mit einer seit den 1970er-Jahren existierenden Tradition brechen: Seither haben alle Präsidenten (mit Ausnahme von Gerald Ford, der nur eine kurze Zusammenfassung seiner Vermögenswerte vorlegte) ihre Steuererklärungen publik gemacht und damit gezeigt: Wir haben nichts zu verbergen.

Keine Ferien

Auch Präsidenten müssen mal ausspannen. Mit «Camp David» steht dem Präsidenten im nahen Bundesstaat Maryland gar eine Ferienresidenz exklusiv zur Verfügung. Daneben hat jeder Präsident seine Ferienpräferenzen: Obama ging gerne golfen auf Hawaii, Reagan zog sich an den Strand im kalifornischen Santa Barbara zurück, Clinton liess es sich auf Martha’s Vineyard gut gehen und Theodore Roosevelt zog sich nach North Dakota zurück, um in aller Ruhe zu jagen. Trump aber will nichts wissen von Ferien. «Ich würde das Weisse Haus kaum je verlassen, weil es so viel zu tun gibt», sagte er 2015. «Ich wäre kein Präsident, der Ferien macht. Ich wäre kein Präsident, der sich Freizeit gönnt.»

Wird man in Zukunft nicht mehr beim Golfen antreffen: Donald Trump.
Wird man in Zukunft nicht mehr beim Golfen antreffen: Donald Trump.Bild: © David Moir / Reuters/REUTERS

Keine Staats-Dinners

George W. Bush lud 11-mal ein, Obama 13-mal und Bill Clinton gar 28-mal: Die «State Dinners» im Weissen Haus, zu denen die Präsidenten hochkarätige Politgäste aus dem Ausland einladen, sind seit den 1930er-Jahren eine fixe Tradition. Man trifft sich, man plaudert und schliesst wichtige Allianzen. Trump aber ist gar nicht in Dinner-Laune. Als Obama im September 2015 den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zum Dinner einlud, meinte Trump, er hätte Herrn Jinping schlicht einen Big Mac serviert, statt ihn mit «Grilled Cannon of Colorado Lamb with Garlic Fried Milk and Baby Broccoli» (der Hauptgang des Dinners) milde zu stimmen. Im August machte Trump klar: State Dinners gibt's erst wieder, wenn die USA aus dem Schuldenloch raus sind. Bis dahin ist Ende Feier!

Keine Züglete

Seit Präsident John Adams 1800 ins Weisse Haus in Washington zog, wohnten alle US-Präsidenten in dem neoklassizistischen Bau mit 132 Zimmern. Eine Ausnahme gab's: Nachdem die britischen Truppen das Weisse Haus im Krieg von 1812 abfackelten, wurde der Bau bis 1817 renoviert und war in der Zwischenzeit nicht bewohnbar. Die Privatwohnung des Präsidenten im Weissen Haus könnte auch unter Präsident Trump leer bleiben. Es gibt kein Gesetz, das dem Präsidenten vorschreibt, wo er zu wohnen hat. Und man kann sich kaum vorstellen, dass Trump aus seiner Rokoko-Bleibe in den obersten drei Stöcken des Trump Towers in Manhattan ins verhältnismässig bescheidene Weisse Haus einzieht. Wenn er dann schon mal in Washington nächtigen muss, könnte er das auch in seinem «Old Post Office»-Hotel tun. Das liegt wenige hundert Meter vom Weissen Haus entfernt. Wie praktisch!

Lukrativer Nebenjob

Trump hat sein Leben damit verbracht, seine Firma «The Trump Organization» aufzubauen und Millionen mit Immobilien-Deals und Marketingkonzepten zu verdienen. Ob er als Präsident die Finger vom «Gschäftlimachen» lassen kann, ist ungewiss. Trump hat zwar gesagt: «Wenn ich Präsident werde, dann wird mir meine Firma egal sein.» Seine Kinder würden das Ruder übernehmen. Es gibt allerdings kein Gesetz, das es dem Präsidenten verbietet, privatwirtschaftlich tätig zu sein. Und auch wenn Trump sich wohl vordergründig aus der operativen Leitung seiner «Organization» zurückziehen wird: Die internationalen Verstrickungen seiner Firma dürften einen Einfluss auf seine Entscheidungen haben.

Donald Trump – sein Leben in Bildern

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Familiennachzug

Für Aufsehen sorgte Trump, als er im August verkündete, er wolle seine Tochter Ivanka (34) in sein Kabinett holen. Trump wäre der erste Präsident in der Geschichte des Landes, der eines seiner Kinder als Minister (beziehungsweise als Ministerin) einsetzen würde. Es ist allerdings unklar, ob er damit durchkäme. Das Anti-Nepotismus-Gesetz von 1967 verbietet es nämlich, dass Behördenvertreter nahe Verwandte in offizielle Ämter erheben. Dies wiederum steht laut Experten im Widerspruch zur Verfassung, die dem Präsidenten bei der Wahl seiner Minister freie Hand gewährt. Ivanka ist übrigens die einzige Frau, die Trump bisher im Zusammenhang mit der Besetzung seines Kabinetts erwähnt hat.

Jetzt auf

Ausländische First Lady

Mit Melania Trump (46) zieht eine Slowenin ins Weisse Haus ein. Melania, die 1970 im kommunistischen Jugoslawien zur Welt kam und ihr Geld einst als Nacktmodell verdiente, ist damit erst die zweite Ausländerin, die als First Lady dem Land ein weibliches Vorbild sein soll. Die erste Ausländerin war die Engländerin Louisa Adams, die Frau des 6. Präsidenten John Quincy Adams. Melania Trump, die neben Slowenisch und Russisch auch Französisch und Deutsch spricht, ist also die erste Nichtmuttersprachlerin im Weissen Haus.

(aargauerzeitung.ch)

Egal was er macht: So schön ist Trumps Amerika

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dwight_schrute
11.11.2016 09:54registriert April 2016
Ich bin ja auch kein Trump-Fan, aber er wurde vom Volk demokratisch gewählt und hat seine Chance genau wie alle anderen verdient. In einem oder zwei Jahren kann man eine Zwischenbilanz ziehen. Jetzt einfach nur alles schwarz schreiben ist auch keine Lösung. ;)
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FrancoL
11.11.2016 09:47registriert November 2015
State Dinners gibts erst wieder, wenn die USA aus dem Schuldenloch raus sind. Bis dahin ist Ende Feier!

Wieso man dann die Schulden noch in die Höhe treiben mag ist mir rätselhaft. Und das Schuldenloch wir nun mal grösser wenn man Steuern senken will und gleichzeitig grosse Investitionen in die Infrastruktur tätigen will.
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Kitten
11.11.2016 09:48registriert Januar 2015
Wenn er das wirklich so durchzieht, sehe ich gute Chancen dass er die erste Amtzeit gar nicht überlebt. Ein 70jähriger in einem solchen Amt ist schon eine Hausnummer. Wenn ich sehe wie Obama in den 8 Jahren gealtert ist.... We will see.
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