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Teenager wegen geplanten Anschlags auf Hindu-Tempel in USA verhaftet

Teenager wegen geplanten Anschlags auf Hindu-Tempel in USA verhaftet

15.10.2026, 06:0115.10.2026, 06:01

Ein 19-jähriger mutmasslicher Neonazi ist wegen eines anscheinend in letzter Sekunde gescheiterten Anschlags auf einen Hindu-Tempel im US-Bundesstaat Illinois verhaftet worden. Der entscheidende Hinweis auf den Tatverdächtigen kam nach Polizeiangaben von einem Informanten, den der Teenager in seine Attentatspläne eingeweiht hatte. Medienberichten zufolge scheiterte der Anschlagsversuch letztlich nur daran, dass am Tatort das Gewehr des jungen Mannes klemmte, der laut Ermittlern ein von rassistischen Ansichten zeugendes «Manifest» hinterlassen haben soll.

Nach bisherigen Erkenntnissen der örtlichen Polizei war ein regelrechtes Massaker in dem Tempel in Aurora geplant, der zweitgrössten Stadt in Illinois mit knapp 200'000 Einwohnern. Getrieben wurde der junge Rechtsextremist demnach wohl von glühendem Hass auf Ausländer, insbesondere solche indischer Abstammung. Auf Fotos habe er mit einem Gewehr, Magazinen und gepanzerter Schutzausrüstung posiert. Ausserdem seien bei der Durchsuchung seines Zuhauses Hunderte Schuss Munition und Erkennungssymbole der rechtsextremen White-Supremacy-Bewegung gefunden worden.

Verhinderte der Zufall ein Massaker?

Wie erst jetzt bekannt wurde, war der mutmassliche Rechtsextremist schon am Sonntag beim Verlassen seines Zuhauses – er wohnte laut Medienberichten noch bei seiner Mutter – festgenommen worden. Offenbar war er zuvor unverrichteter Dinge vom Tempel zurückgekehrt, nachdem seine Schusswaffe dort aus technischen Gründen den Dienst versagt hatte. Am Mittwoch wurde er dann einem Haftrichter vorgeführt, abends (Ortszeit) veröffentlichte die Polizei schliesslich eine offizielle Mitteilung zu dem Fall. An den Ermittlungen sind auch Bundespolizisten des FBI beteiligt.

Der Tempel soll zum Zeitpunkt des Anschlagsversuchs am Sonntag voller Besucher gewesen sein. Medienberichten zufolge beschrieb der Teenager in dem achtseitigen «Manifest» das Ziel, so viele Menschen wie möglich zu töten und nahm seinen eigenen Tod dabei ausdrücklich in Kauf.

Er habe sich selbst als «soziopathischen White-Supremacist-Neonazi» bezeichnet und den Anschlag laut Gerichtsunterlagen zwei Jahre lang vorbereitet. Den Ermittlern zufolge leidet er unter psychischen Problemen. Bei dem Informanten, der sich an die Polizei wendete, handelte es sich den Angaben zufolge um einen Arbeitskollegen des Teenagers bei einem Fast-Food-Restaurant. (sda/dpa)

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