International
USA

Talarico-Interview bei Jimmy Kimmel wurde gecancelt – das sagt er darin

Video: watson/nina bürge

Kimmel-Interview mit Demokrat Talarico gecancelt – das sagt er darin

11.09.2026, 11:3211.09.2026, 11:32

Der Trump-kritische US-Moderator Jimmy Kimmel zeigte ein Interview mit dem demokratischen Senatskandidaten James Talarico nicht im Fernsehen, sondern ausschliesslich auf YouTube. Grund dafür seien Drohungen der US-Telekommunikationsaufsicht.

Das Interview wurde nur auf YouTube ausgestrahlt.
Das Interview wurde nur auf YouTube ausgestrahlt.screenshot youtube

Im Interview spricht Talarico unter anderem darüber, dass die Republikaner Angst vor seinem Sieg hätten sowie darüber, dass die Republikanische Partei den Menschen in Texas das Wählen erschwere.

Auf Kimmels Frage, warum die Republikaner Angst vor dem Kandidaten aus Texas haben, antwortet Talarico:

«Sie befürchten, dass wir dieses Rennen in Texas gewinnen werden, und sie haben panische Angst vor der Bewegung, die wir in Texas aufbauen. Menschen aus allen sozialen Schichten schliessen sich über Parteigrenzen, Hautfarben, Geschlechter, Religionen und Kulturen hinweg zusammen, um es mit den Leuten an der Spitze aufzunehmen, die uns schon viel zu lange über den Tisch ziehen.»

Auch Religion kommt zur Sprache – Texas ist einer der religiösesten und konservativsten US-Bundesstaaten. James Talarico ist Christ und findet, dass Jesus von der MAGA-Bewegung vereinnahmt werde. In der Bibel stehe, «dass man Gott nicht lieben und gleichzeitig andere Menschen hassen kann, dass man Gott nicht lieben und gleichzeitig die Armen unterdrücken kann, dass man Gott nicht lieben und gleichzeitig die Ausgestossenen schikanieren kann» – Dinge, die Trump und seine Anhängerinnen und Anhänger tun würden.

Video: watson/nina bürge

Talarico schiesst gegen Gegner Ken Paxton

Der Senatskandidat will ausserdem gegen das «korrupte System» in den USA kämpfen. Die «grössten Sozialschmarotzer» seien die «Grosskonzerne, die keinen Cent an Unternehmenssteuern zahlen» würden. CEOs, die in ihren Privatjets herumfliegen, würden selbst nichts einzahlen, aber am meisten profitieren.

Dann schiesst Talarico gegen seinen Gegner, den republikanischen Kandidaten Ken Paxton. Dieser bereichere sich auf Kosten der Steuerzahler und weigere sich dann, grundlegende Fragen zu dieser Korruption zu beantworten. Paxtons eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten ihn beim FBI angezeigt, seine eigene Partei habe ein Amtsenthebungsverfahren wegen Bestechung gegen ihn eingeleitet und sein grösster Unterstützer – Donald Trump – habe ihn im nationalen Fernsehen indirekt als hässlich bezeichnet.

Das ganze Interview mit James Talarico:

Schliessung von Wahllokalen erschwere Stimmabgabe

Das Recht, «unserer Stimme Gehör zu verschaffen», sei das amerikanischste aller Rechte. Gerade dieses würden die Republikaner versuchen, einzuschränken. Denn in einem wichtigen Swing County in Texas, Tarrant County, würden 92 Wahllokale geschlossen. Das entspreche einem Drittel aller dortigen Wahllokale. Grund ist laut Jimmy Kimmel, dass sie nicht genug Geld dafür hätten – «lächerlich», antwortet Talarico. Man versuche, den Menschen die Stimmabgabe zu erschweren. Daher ruft er die Wählerinnen und Wähler dazu auf, sich rechtzeitig über ihre Wahlmöglichkeiten zu informieren. (hkl)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Trump will neue 250-Dollar-Note mit seinem Abbild – so reagiert Comedian Kimmel
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Mehr als 100'000 protestieren in Italien gegen Meloni
Aus Protest gegen die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sind in Italien am Freitag, 30. Oktober, mehr als 100'000 Menschen auf die Strasse gegangen. Die grössten Kundgebungen gab es in Rom, Mailand, Neapel und Turin.
Vielerorts beteiligten sich – wie bei früheren Demonstrationen in den vergangenen Wochen – wieder Schüler und Studenten. Insgesamt fanden im Rahmen eines landesweiten Protesttags in mehr als 50 Städten Kundgebungen mit insgesamt mehr als 100'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren die Sicherheitskräfte im Grosseinsatz.
Zur Story