Kimmel-Interview mit Demokrat Talarico gecancelt – das sagt er darin
Der Trump-kritische US-Moderator Jimmy Kimmel zeigte ein Interview mit dem demokratischen Senatskandidaten James Talarico nicht im Fernsehen, sondern ausschliesslich auf YouTube. Grund dafür seien Drohungen der US-Telekommunikationsaufsicht.
Im Interview spricht Talarico unter anderem darüber, dass die Republikaner Angst vor seinem Sieg hätten sowie darüber, dass die Republikanische Partei den Menschen in Texas das Wählen erschwere.
Auf Kimmels Frage, warum die Republikaner Angst vor dem Kandidaten aus Texas haben, antwortet Talarico:
Auch Religion kommt zur Sprache – Texas ist einer der religiösesten und konservativsten US-Bundesstaaten. James Talarico ist Christ und findet, dass Jesus von der MAGA-Bewegung vereinnahmt werde. In der Bibel stehe, «dass man Gott nicht lieben und gleichzeitig andere Menschen hassen kann, dass man Gott nicht lieben und gleichzeitig die Armen unterdrücken kann, dass man Gott nicht lieben und gleichzeitig die Ausgestossenen schikanieren kann» – Dinge, die Trump und seine Anhängerinnen und Anhänger tun würden.
Talarico schiesst gegen Gegner Ken Paxton
Der Senatskandidat will ausserdem gegen das «korrupte System» in den USA kämpfen. Die «grössten Sozialschmarotzer» seien die «Grosskonzerne, die keinen Cent an Unternehmenssteuern zahlen» würden. CEOs, die in ihren Privatjets herumfliegen, würden selbst nichts einzahlen, aber am meisten profitieren.
Dann schiesst Talarico gegen seinen Gegner, den republikanischen Kandidaten Ken Paxton. Dieser bereichere sich auf Kosten der Steuerzahler und weigere sich dann, grundlegende Fragen zu dieser Korruption zu beantworten. Paxtons eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten ihn beim FBI angezeigt, seine eigene Partei habe ein Amtsenthebungsverfahren wegen Bestechung gegen ihn eingeleitet und sein grösster Unterstützer – Donald Trump – habe ihn im nationalen Fernsehen indirekt als hässlich bezeichnet.
Schliessung von Wahllokalen erschwere Stimmabgabe
Das Recht, «unserer Stimme Gehör zu verschaffen», sei das amerikanischste aller Rechte. Gerade dieses würden die Republikaner versuchen, einzuschränken. Denn in einem wichtigen Swing County in Texas, Tarrant County, würden 92 Wahllokale geschlossen. Das entspreche einem Drittel aller dortigen Wahllokale. Grund ist laut Jimmy Kimmel, dass sie nicht genug Geld dafür hätten – «lächerlich», antwortet Talarico. Man versuche, den Menschen die Stimmabgabe zu erschweren. Daher ruft er die Wählerinnen und Wähler dazu auf, sich rechtzeitig über ihre Wahlmöglichkeiten zu informieren. (hkl)
