US-Gericht veröffentlicht Epsteins angeblichen Abschiedsbrief – das steht drin
Richter Kenneth M. Karas folgte damit einem Antrag der «New York Times», die zuvor über das Schreiben berichtet und die Freigabe des Dokuments ersucht hatte.
Dessen Echtheit lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Bislang war das Dokument nicht Teil der Untersuchungen des US-Justizministeriums. Ein Zellengenosse Epsteins soll das Schreiben nach einem ersten mutmasslichen Suizidversuch des Sexualstraftäters im Juli 2019 in einem Comic-Roman gefunden haben, berichtet die «New York Times» unter Berufung auf den Mitinsassen. Das Schreiben soll der Zellengenosse seinen Anwälten gegeben haben, um Vorwürfe zu entkräften, er habe Epstein angegriffen.
In dem Dokument, das aus der Feder des verurteilten Sexualstraftäters stammen soll, heisst es:
Es sei «ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied selbst aussuchen zu können». Weiter heisst es dort:
Der Verfasser des Schreibens kommt zu dem Schluss: «KEIN SPASS» – das sind die einzigen unterstrichenen Wörter. Weiter heisst es in dem Dokument, ebenfalls in Grossbuchstaben:
Das Schreiben erwähnt weder Epsteins Namen noch ist es unterschrieben.
Missbrauch über Jahre
Der Multimillionär Epstein missbrauchte über Jahre zahlreiche junge Frauen. Zudem betrieb er einen Missbrauchsring dem auch Minderjährige zum Opfer fielen. Zu seinem Bekanntenkreis gehörten viele einflussreiche Menschen, aus den USA, aber auch auch aus Europa und Asien. Auch der jetzige US-Präsident Donald Trump war zeitweise eng mit Epstein befreundet, ebenso Ex-Präsident Bill Clinton.
Vor fast 20 Jahren kamen erste Vorwürfe vor Gericht, und Epstein bekannte sich in bestimmten Punkten schuldig. Jahre später wurde der Fall neu aufgerollt und der Multimillionär wieder festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier am 10. August 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt. Diese Darstellung wird allerdings von Kritikern angezweifelt. So ist beispielsweise Epsteins Bruder Mark überzeugt, dass dieser nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ist. (sda/dpa/con)
