Darum dauert es in Alaska und Mississippi so lange, bis die Ergebnisse feststehen
Mississippi
Im Bundesstaat Mississippi werden weiterhin Stimmen ausgezählt. Hier ist noch immer unklar, wer das Rennen gewinnen wird: der Demokrat Scott Colom oder die republikanische Senatorin Cindy Hyde-Smith.
Mississippi
1 Sitz
Führung
Name
%
Stimmen
Scott Colom
49.0%
464'926
Cindy Hyde-Smith*
48.9%
463'788
Weitere
2.1%
19'934
Rund 96 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Aktuell liegt Colom vorne, doch das Rennen ist weiterhin zu knapp, um einen Sieger oder eine Siegerin auszurufen. Trotzdem ist Coloms knappe Führung bemerkenswert, handelt es sich bei Mississippi eigentlich um eine republikanische Hochburg. Seit mehr als 40 Jahren hat der Bundesstaat keinen Demokraten mehr in den Senat entsandt.
Demokrat Colom gibt sich siegessicher:
Entscheidend dürften die rund 15'000 provisorischen Stimmzettel sein, die sogenannten «Affidavit Ballots». Einige Wählerinnen und Wähler in Mississippi durften ihre Stimme nur provisorisch abgeben, da etwa ein Lichtbildausweis gefehlt hat. Ein weiterer Grund für die Abgabe eines solchen Stimmzettels ist, dass eine Person nicht im Wählerverzeichnis aufgeführt ist. Das kann geschehen, wenn sie als inaktiv eingestuft wurde.
Wahlrechtsaktivistinnen und -aktivisten vermuten laut CNN, dass dies auf einen grossen Teil der «Affidavit Ballots» zutreffen könnte. Hintergrund sind neue Verfahren des Bundesstaates zur Bereinigung der Wählerverzeichnisse, durch die einige Wahlberechtigte fälschlicherweise als inaktiv eingestuft wurden.
Nach dem Gesetz des Bundesstaates sind die zuständigen Behörden verpflichtet, zu versuchen, die betroffenen Personen zu kontaktieren, damit diese die fehlenden Angaben bis zum 10. November nachreichen und ihre Registrierung abschliessen können. Wie konsequent die Behörden dieser Pflicht nachkommen, unterscheidet sich laut CNN jedoch von Bezirk zu Bezirk.
Die Verzögerung liegt ausserdem an noch ausstehenden Briefwahlstimmen, die bis zum 10. November berücksichtigt werden können.
Alaska
In Alaska könnte es sogar noch länger dauern, bis das Ergebnis feststeht. Hier findet das Rennen zwischen dem republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan und der ehemaligen demokratischen Abgeordneten Mary Peltola statt.
Alaska
1 Sitz
Battleground
Führung
Name
%
Stimmen
Mary Peltola
48.2%
102'962
Dan Sullivan*
47.9%
102'325
Weitere
4.0%
8446
Schon in den Wochen zuvor gab es eine Kontroverse rund um einen zweiten Dan Sullivan auf dem Wahlzettel. Sollte der Republikaner in Alaska verlieren, könnte sich der Streit weiter zuspitzen.
Alaska unterscheidet sich bei der Stimmabgabe und -auszählung grundlegend von allen anderen US-Bundesstaaten. Die im Vergleich lange Auszählungsdauer ist in Alaska Teil des normalen Verfahrens.
Das sind die Gründe, warum es dort noch bis zu zwei Wochen dauern könnte, bis ein Sieger feststeht:
- Alaska ist riesig: Viele Ortschaften sind nur per Flugzeug erreichbar. Darum werden per Post verschickte Stimmzettel bis zum 13. November (innerhalb der USA) bzw. bis zum 18. November (aus dem Ausland) angenommen, sofern sie spätestens am Wahltag, dem 3. November, abgestempelt wurden.
- Alaska verwendet ein Wahlsystem mit Rangfolgewahl, das sogenannte «Ranked Choice Voting». Das bedeutet, Wählerinnen und Wähler können mehrere Kandidaten nach ihrer Präferenz ordnen. Erreicht im ersten Wahlgang kein Kandidat 50 Prozent der Stimmen – was wahrscheinlich ist –, scheidet der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus. Seine Stimmen werden anhand der angegebenen Zweitpräferenzen auf die verbleibenden Kandidaten verteilt. Dieser Vorgang wird bei Bedarf wiederholt, bis ein Kandidat die Mehrheit erreicht.
Die Wahlbehörden haben die offizielle Auswertung der Rangfolgewahl auf den 18. November angesetzt. Die endgültige Bestätigung der Wahlergebnisse soll spätestens am 25. November erfolgen.
Darum sind die Senatsrennen in den 2 Staaten wichtig
Die beiden noch offenen Senatsrennen bestimmen, wie gross die demokratische Mehrheit im Senat wird – gesichert ist diese schon. Sollten die demokratischen Kandidaten in Mississippi und Alaska gewinnen, könnten sie das Ausmass der Wahlniederlage der Republikaner vergrössern.
Die Demokraten haben bereits 54 Sitze im Senat gesichert. Möglich ist nun, dass sie zwei weitere Sitze holen. Senatssitze sind für sechs Jahre vergeben – die Sieger dieser beiden Rennen würden also bis Anfang 2033 im Senat sitzen.
Senate
Die Republikaner müssten 2028 in allen umkämpften Senatswahlen gewinnen, um eine Chance zu haben, sich bis zum Ende dieses Jahrzehnts wieder auf 50 Sitze im Senat hochzukämpfen, schreibt der US-Wahlforscher Adam Carlson auf X.
Democrats have already clinched 54 Senate seats. So why do the uncalled Senate races in Alaska and Mississippi matter so much? If Democrats can win both (and they are currently favored in both), they will have 56 seats. And — at least how it looks today, obviously things can and will change — Republicans would basically need to run the table for in competitive Senate races in 2028 (with a very unpopular lame duck Trump in office, no less) to have a chance to claw their way back to 50 seats before the end of the decade.
— Adam Carlson (@admcrlsn) November 4, 2026
Je mehr Sitze die Demokraten nach den Midterms gewinnen, desto schwieriger wird es für die Republikaner, in zwei Jahren die Mehrheit zurückzuerobern.
