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Trump greift nach Grönland – Regierungschefin mit klaren Worten

President Donald Trump speaks after ringing the opening bell for the New York Stock Exchange and the Nasdaq in the Oval Office at the White House, Monday, July 6, 2026, in Washington. (AP Photo/Mark S ...
US-Präsident Donald Trump hatte nach seiner Ankunft beim Nato-Gipfel erneut Ansprüche auf Grönland angemeldet.Bild: keystone

Trump greift nach Grönland – Regierungschefin mit klaren Worten

Präsident Donald Trump verfolgt offensichtlich weiter das Ziel, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen. Die dänische Regierungschefin hat eine klare Antwort.
08.07.2026, 12:4808.07.2026, 12:48

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hat die erneute Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Kontrolle über Grönland scharf zurückgewiesen. Am zweiten Tag des Nato-Gipfels in Ankara sagte Frederiksen: «Grönland steht natürlich nicht zum Verkauf.»

Die grösste Insel der Welt gehört zu Dänemark, hat aber politisch sehr viel Eigenständigkeit. «Natürlich werden wir das Königreich Dänemark verteidigen», sagte sie vor der Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs.

Trump hatte nach seiner Ankunft in Ankara erklärt, dass die Insel von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden sollte. Zuvor hatte ein ranghoher US-Beamter klargemacht, dass eine Übernahme Grönlands aus Sicht der USA der einzige Weg sei, um Sicherheitsrisiken rund um die Insel langfristig zu begegnen.

Trump erläuterte das bei einer Pressekonferenz mit einem Rückblick auf den Zweiten Weltkrieg so: «Als Dänemark von den Nazis in weniger als einem Tag überrannt worden war, hat Hitler sie besiegt.» Dänemark habe dann die USA gebeten, sich um Grönland zu kümmern. «Das haben wir getan. Und dann haben wir es dummerweise zurückgegeben.» Das hätten die USA nicht tun sollen.

Nazi-Deutschland hatte Dänemark am 9. April 1940 überfallen. Während der folgenden Besatzung wirkten die USA bis Kriegsende quasi als Schutzmacht Grönlands. 1945 übernahm Dänemark wieder die Kontrolle. Grönland gehört zwar zum Königreich Dänemark, geniesst aber weitgehende Autonomie und Selbstverwaltung.

Schon Anfang des Jahres grosser Streit um Grönland

Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der grössten Militärallianz der Welt und der gegenseitigen Bündnistreue geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA.

Trumps Drohungen, zur Not auch militärische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurück – ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen Ansprüchen auf die Insel hielt er aber fest. Die Regierungen Dänemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden. (sda/dpa)

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