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bild: shutterstock
Emma Amour

Ich habe eine Nacht lang Verflossene gegoogelt – das ist aus ihnen geworden ...

Der eine ist jetzt oberwichtiger Consultant, der andere Tantramasseur und einer sieht im Feinstaub das Böse. Danke, Internet. Danke, dass wir auch lange nach dem Liebes-Aus alles über unsere Exen erfahren, das uns amüsiert und/oder verwirrt.
07.10.2021, 09:52

Eigentlich wollte ich letzten Freitag mal wieder in den Ausgang. Mit roten Lippen, Heels und neuem Velo. Das neue Velo hat nämlich einen Gepäckträger. Ich hätte also, wenn ich einen super Aufriss gemacht hätte, den Super-Jackpot zu mir nach Hause fahren können.

Ich finde, dass mir mal wieder ein Super-Jackpot gut tun würde. SSMSS ist eben immer noch bei Schontal und ich bin immer noch biz traurig, dass dem so ist.

Also Ablenkung.

Ausgang, Heels, Velo mit Gepäckträger. Toller Plan.

Es kommt aber anders. Ich verhänge daheim. Im Trainer. Ohne Schminke. Mit Bürzi statt offener Haarpracht wie aus der Werbung. Der Grund ist simpel: Das Internet hat mich reingezogen.

Dabei wollte ich nur husch meinen ersten Freund googeln. Das, nachdem ich neulich von einer gemeinsamen Bekannten erfuhr, dass der Gute jetzt Tantramasseur ist. Tatsächlich! Eigene Praxis! Halb erotische Bilder auf der Homepage. Ich bin beeindruckt.

Ich studiere seine Homepage. Dann seinen Insta-Account, dann Facebook, Linkedin und Xing lasse ich aus. Bin da nicht drauf. Ist glaubs sowieso passé.

Anyhow.

Der Insta-Account des Tantra-Ex' ist, wie soll ich sagen, deep. Sprüche im Stil von «Wer sich heute Gutes tut, ist morgen ein besserer Mensch» zieren sein Konto. Könnte gut auch der Account eines Ex-Bachelors von 3+ sein.

Krass.

Tantra aber kann er sicher gut. Er war damals schon gut in Handjobs. Heute aber ist er verheiratet. Ob seine Frau easy damit ist? Sind sie noch zusammen? Nun google ich sie.

Es ist schon kurz vor Mitternacht.

OMG! Ist der Ex-Ex jetzt Dealer???

Noch rasch den letzten Ex, mit dem ich offiziell zusammen war, googeln. Wenn man ja schon dabei ist.

Ohälätz.

Der trägt jetzt Anzug. Und ist sehr wichtiger Consultant. Wofür erschliesst sich mir nicht ganz. Feuert wahrscheinlich viele unschuldige Leute. Fies. Sieht dabei aber geil aus. Obwohl ich null auf Business-Typen in Anzügen stehe.

Auf Instagram ist er cooler. Er macht immer noch tolle Bilder. Hat ein gutes Händchen dafür. Finde ich sexy. Und oh, da ganz weit unten bin ich. Von hinten am Meer. Schwarz Weiss. Sonnenuntergang in Vietnam. Das war toll. Ich überlege mir husch, warum wir uns getrennt haben. Ich könnte jetzt Consultant-Gattin sein.

Ah, ja, wir stritten ja permanent und waren nur noch genervt voneinander.

Dann frage ich mich, was mein Ex-Ex so treibt. Also der zwischen dem letzten und dem vorletzten. Ich google drauf los und finde absolut rein gar nichts. Kein Instagram, kein Facebook, kein sonstiger Hit, nada, nix, nüüt.

Schräg.

Ist er auf die schiefe Bahn geraten? Sitzt er gar im Knast? Ist er jetzt Dealer und will auf keinen Fall im Netz auffindbar sein? Ich check mal husch den Insta-Account seines Bruders. Auch da: Die ganze Familie findet statt. Ausser der Ex.

Das beschäftigt mich jetzt. Eine weitere Recherche in seinem nahen Umfeld ergibt nichts. WTF.

Ich hoffe, dass er nun für den Geheimdienst tätig ist. Falls das so ist, will ich ein Liebes-Comeback, lieber R.F.* Ich mach dann auch kein Theater mehr, wenn du deine dreckige Wäsche konsequent neben und nicht in den Wäschekorb wirfst.

Vom Autoposer zum Feinstaub-Hypochonder

Es ist schon weit nach 1 Uhr. Ich lasse den Ausgang sein. Stattdessen krame ich meine Excell-Liste hervor, auf der ich in exakter Reihenfolge festhalte, mit wem ich was hatte.

Meinen Nachbarn Max google ich nicht. Wäre biz creepy. Wohnt ja im gleichen Haus. Und wir waren ja nicht liiert. Nur fast. Zu dieser Zeit habe ich ihn mehrfach gegoogelt. Keine sehr spannenden Resultate.

So wie bei den meisten. Aber nicht bei allen.

Zwei Perlen habe ich sehr wohl gefunden. Da ist zum einen der Typ von vor ein paar Jahren, der jetzt Autoposer ist. Seine Karre hat er mit so einer Glanzfolie überziehen lassen. Es ist alles tiefer gelegt und krass und laut.

Es ist glaubs sehr gut, dass wir nicht geheiratet haben. Ich habs nicht so mit Autos. Ich bin einfach happy, wenn mich ein Auto von A nach B bringt. Ob das jetzt ein billige Schrottkarre oder ein krasses Gefährt ist, ist mir maximal egal.

Am längsten aber bleibe ich bei Gandhi hängen. Treue Emma-Leser kennen Gandhi. Falls nicht, das hier ist Gandhi:

Nun, Gandhi hats genommen. Er hat jetzt einen Blog, auf dem er uns alle vor dem Bösen retten will. Dem Feinstaub. Ohne Scheiss jetzt. Gandhi ist sich sicher, dass alles kontaminiert ist. Der Feinstaub trägt die Hauptschuld daran, dass die Welt heute, morgen, spätestens aber übermorgen untergeht.

Auf dem Blog tauschen sich Gleichgesinnte aus. Ich kann nicht mehr wegklicken. Die einen geben Bill Gates die Schuld. Andere sind sich sicher, dass die ganze USA Schuld an allem hat. Und die Russen. Und wenn wir schon dabei sind, die Chinesen. Alles Mafia. Und wir alle nur Marionetten.

Gandhi sieht das anders. Nicht die Politik fuckt alles ab, sondern die «Klima-Säue». Es ist kompliziert. Und mein Kopf schwer. Ist ja schon 3.24 Uhr.

Ich sitze zwar alleine in der Küche, hab eine Scheiss-Frisur und ausgeleierte Jogging-Hosen an und null Sex mit einer heissen Disco-Bekanntschaft. Und dennoch war das ein lustiger und guter und abgefahrener und schräger Abend.

Ein 2.0-Round-Table mit den Verflossenen halt. Sollte man unbedingt mal im Real Life machen. Gehe ich eventuell mal an.

Gandhi aber kann schon mal nicht kommen. Der ist schwer zu erreichen. Er hat sein Handy über einer Klippe ins Meer geschossen, steht in einem Eintrag. Bin nicht sicher, ob und wie umweltfreundlich das ist und ob ihn der Feinstaub deswegen nicht strafen wird.

Ich sags ja. Kompliziert alles.

Zeit fürs Bett.

Ich vermisse SSMSS.

Morgen aber gehe ich in den Ausgang.

Neue Party, neues Glück.

On verra.

*Initialen geändert aus Sicherheitsgründen, falls wirklich beim Geheimdienst tätig.

Adieu,

PS: Emma Amour gibt es jetzt auch als Buch!
«EMMA AMOUR UND KID CLEO – Liebe, Sex und andere Eskapaden»
Emma und Cleo gibt es als Buch! >>

Sexpannen, Liebeskummer und verrückte Dates: Niemand erzählt in der Schweiz so authentisch und unverblümt wie Emma Amour. Seit Januar 2018 lässt die Zürcherin die watson-User an ihrem Leben teilhaben. Wenn sie eine Auszeit nimmt, springt ihre beste Freundin Cleo ein.

Emma und Cleo könnten unterschiedlicher nicht sein, was sie jedoch verbindet: ein zeitweise fantastisches, zeitweise frustrierendes, aber nie langweiliges Liebes- und Sexleben.

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Informationen zum Buch
Herausgeberin: watson
Erscheinungstermin: 12.02.2021
ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)
Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.bild: watson
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